Käufer von Bitcoin (BTC) in den USA halten sich derzeit zurück. Der Coinbase Premium Index, ein Maß für die Bitcoin-Nachfrage aus den USA, bleibt seit dem 6. Mai negativ – so lange wie seit über einem Jahr nicht mehr.
Das Signal ist wichtig, da es zeigt, wer sich zurückzieht. Ein negativer Premium-Wert bedeutet, dass amerikanische Investoren weniger für BTC zahlen als der Rest des Marktes. Das hilft zu erklären, warum der Bitcoin-Kurs sinkt.
Was der Coinbase Premium Index zeigt
Der Index misst die Kursdifferenz zwischen der in den USA ansässigen Plattform Coinbase und Börsen außerhalb der USA. Ist der Wert negativ, sinkt die Bitcoin-Nachfrage der Amerikaner. Steigt er, kaufen amerikanische Anleger eher mehr.
Coinbase Premium Index: CryptoQuant
Im Moment bleibt der Wert unter Null. Die aktuelle negative Serie begann am 6. Mai, damals lag der Bitcoin-Kurs bei etwa 81.429 USD. Diese Phase hält seit rund acht Wochen an. Es ist die längste derartige Serie seit Anfang 2025.
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Seitdem ist der Bitcoin-Kurs auf etwa 59.500 USD gefallen – das sind ungefähr 27 % weniger und der Kurs sinkt weiter.
Wohin fließt das Bitcoin-Geld?
Die schwache Bitcoin-Nachfrage in den USA steht in Zusammenhang mit einer historischen Entwicklung an den Aktienmärkten. Amerikanisches Kapital bleibt nicht untätig, sondern sucht andere Anlagechancen, vor allem bei Chips.
Der Halbleiterindex hat den S&P 500 in diesem Jahr um etwa 85 %-Punkte übertroffen – so weit vorne lag er im ersten Halbjahr bisher nie, so Kobeissi. Damit wird sogar das Hoch zur Dotcom-Zeit im Jahr 2000 übertroffen.
Chips bestimmen nun den Markt. Halbleiter machen aktuell etwa 18 % des S&P 500 aus und treiben rund 70 % des Zuwachses im Jahr 2026, wie Daten zeigen. Micron ist um etwa 300 % gestiegen, SanDisk sogar um mehr als 760 %.
Die Umschichtung sieht man auch bei Geldflüssen in Fonds. Seit April haben US-ETFs für Gold und Bitcoin rund 12 Milliarden USD Nettoabflüsse erlitten, während Chip-ETFs etwa 20 Milliarden USD hinzugewonnen haben.
BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT), der größte Bitcoin-Fonds, lag im Juni bei den Rekordabflüssen aus ETFs vorne – es war der schlechteste Monat, seitdem Spot-ETFs eingeführt wurden.
Die Warnung im Januar
Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Bitcoin-Nachfrage in den USA plötzlich nachlässt. Das beschriebene Muster gab es bereits einmal.
Um den 15. Januar wurde die Bitcoin-Prämie negativ, als der BTC-Kurs noch bei etwa 95.583 USD lag. Am Ende der Serie am 24. Februar war Bitcoin auf ungefähr 64.100 USD abgestürzt.
In sechs Wochen entsprach das einem Einbruch von circa 33 %. Die aktuelle Schwächephase dauert länger und zeigt ebenfalls die nachlassende US-Nachfrage.
Ein Vorbehalt vor der Panik
Bei dem Umschichtungs-Narrativ gibt es eine Einschränkung. Normalerweise bewegen sich Bitcoin und der Nasdaq gemeinsam, die Korrelation über sechs Monate liegt bei etwa 0,46. Das bedeutet meist, dass beide auf die gleichen wirtschaftlichen Faktoren reagieren und gemeinsam steigen oder fallen.
Dieses Jahr sind die Kurse allerdings auseinandergegangen, obwohl die Korrelation erhalten bleibt. Bitcoin liegt 2026 etwa 33 % im Minus, der Technologiesektor konnte im ersten Halbjahr hingegen mehr als 20 % zulegen.
Der Grund für die Lücke liegt bei den Chips. Halbleiter haben fast 70% der Marktgewinne 2026 erzielt, darum ist diese Technologie-Rallye besonders eine Chip-Rallye. Anders gesagt: Die Vermögensklasse, der der Bitcoin-Kurs normalerweise folgt, wird von dem Sektor angetrieben, in den US-Käufer aktuell investieren.
Genau deshalb ist diese Aufspaltung wichtig. Wenn zwei normalerweise verbundene Bereiche so stark auseinanderlaufen, erklärt in der Regel der Kapitalfluss von einem zum anderen am einfachsten diesen Vorgang.
Wie es weitergeht
Die nächste Entwicklung beim Bitcoin-Kurs könnte von US-Käufern abhängen. Falls der Aufschlag weiterhin negativ bleibt und die Zuflüsse in den Chip-Sektor anhalten, erscheint ein Rückgang beim BTC-Kurs am wahrscheinlichsten. Der Kursrückgang von 33% im Januar und Februar zeigt, dass der BTC-Kurs weiter nach unten korrigieren kann.
Ein Wechsel zurück ins Positive wäre hingegen das erste echte Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach BTC in den USA wieder steigt. Bis dahin bleibt der Verlauf aus dem Januar weiterhin entscheidend.









