Der Bitcoin-Kurs (BTC) bewegt sich zu Beginn des Juli auf eine entscheidende Trendlinie zu. Die Chart-Struktur deutet nun auf ein tieferes Abwärtsrisiko hin, nachdem der Juni zu den schlechtesten Monaten aller Zeiten zählte.
BTC startet in den Monat mit einem Kurs nahe 59.500 USD, deutlich unter dem Hochpunkt im Frühjahr. Drei Faktoren bestimmen die kommenden Wochen: ein bärisches Chart-Muster, nachlassende Nachfrage auf der Blockchain sowie die größten Nettoabflüsse von Fonds, die der Markt je gesehen hat.
Bitcoin: Der bullische Juni-Trend ist vorbei
Zunächst warnt der Blick in die Historie. Der Juni war für Bitcoin historisch betrachtet ein positiver Monat und brachte im Schnitt 5,90% Kursgewinn bei einer Medianrendite von 2,49%. In diesem Juni fiel der Bitcoin-Kurs jedoch um circa 19%.
Auch der Mai brachte ein Minus von 3,57% gegenüber einem Durchschnitt von +18%. Einzig der April 2026 lag über dem Median. Dies stellt einen klaren Wechsel zu 2025 dar, als sowohl im Mai als auch im Juni der Monat im Plus endete.
Wünschen Sie sich weitere Token-Informationen wie diese? Abonnieren Sie den täglichen Krypto-Newsletter von Chefredakteur Harsh Notariya hier.
Die Schwäche zeigt sich auch im Chart. Im Drei-Tages-Chart handelt Bitcoin aktuell in einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Dabei liegt ein Hoch (Kopf) zwischen zwei tieferen Spitzen (Schultern), der Kurs bewegt sich nun auf die untere Trendlinie zu. Das Verkaufsvolumen stieg deutlich zwischen dem 15. Juni und dem 24. Juni, wodurch das Risiko eines Kursrückgangs von 26% zunimmt.
Das Volumen allein zeigt jedoch nicht, ob große Halter tatsächlich verkaufen wollen.
Whale-Anteil an Börsenzuflüssen steigt, während Retail sich abwendet
Daten auf der Blockchain markieren den nächsten Druckpunkt. Das Bitcoin Börsen-Whale-Verhältnis, ein Wert, der den Anteil der zehn größten Zuflüsse an den Gesamtzuflüssen auf Börsen misst, ist lokal auf etwa 0,69 gestiegen.
Beim letzten Anstieg auf 0,67 am 19. Juni fiel der Bitcoin-Kurs von 63.481 USD auf 59.501 USD, ein Minus von 6,3%. Ein steigendes Whale-Verhältnis legt nahe, dass größere Einzahlungen vermutlich auf Börsen gehen, was häufig zusätzlichen Verkaufsdruck ankündigt.
Auch im Retail-Bereich zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Laut The Kobeissi Letter verzeichneten US-Gold- und Bitcoin-ETFs seit April Nettoabflüsse von rund 12 Milliarden USD, während Halbleiter-ETFs etwa 20 Milliarden USD anzogen. Der größte Bitcoin-ETF verlor in diesem Zeitraum circa 12%, während Kapital in Chip-Aktien umschichtet wurde.
Die Stimmung ist ähnlich negativ.
Der bekannte Investor Jeremy Grantham bezeichnete Bitcoin in dieser Woche als „nutzlosen, spekulativen Mechanismus”, der „leise dahinwelken” werde – eine Einschätzung, die das derzeit schwache Interesse im Spotmarkt widerspiegelt.
Das Zusammenspiel aus Whale-Zuflüssen, ETF-Abflüssen und schwachem Sentiment wirft damit die Frage auf: Kommt jetzt ein Crash oder ein langsamer Abwärtstrend?
Rückgang im Open Interest spricht für zögerliche Abgaben
Der Derivatemarkt deutet eher auf einen schrittweisen Rückgang. Das Open Interest von Bitcoin – der Wert aller aktiven Futures-Kontrakte – erreichte um den 30. Mai ein Hoch bei etwa 31,3 Milliarden USD. Aktuell liegt es bei rund 21,6 Milliarden USD.
Die Bitcoin-Finanzierungsrate, also die Kosten für Trader zum Halten gehebelter Positionen, ist mit 0,003% leicht positiv und zeigt eine geringe Long-Tendenz. Vor allem zeigt das niedrigere Open Interest, dass aktuell viel weniger Hebel vorhanden ist, um eine starke Liquidationswelle wie noch vor einem Monat auszulösen.
Der Druck entsteht allerdings eher in den institutionellen Spotflüssen als durch Hebelpositionen.
Rekord-Abflüsse bei Bitcoin-ETFs vergrößern die Belastung
Der Abfluss ist aktuell historisch. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im Juni Nettoabflüsse von rund 4,06 Milliarden USD. Dies ist der größte Monatswert seit Einführung dieser Produkte und übertrifft das bisherige Rekordniveau von 3,56 Milliarden USD aus Februar 2025.
Im Vergleich zu den Daten der Wal-Investoren und der Rotation im Retail-Bereich zeigt der konstante Abzug von Fonds-Geldern, warum der Abwärtsdruck auf den Bitcoin-Kurs anhaltend wirkt und nicht plötzlich stark steigt.
Bitcoin-Kursprognose: Die entscheidenden Marken für Juli
Hier werden die Kursniveaus entscheidend. Das Kopf-Schulter-Muster zeigt eine erwartete Bewegung von etwa 26 %, sofern die Nackenlinie unterschritten wird. Die Bitcoin-Kursprognose für Juli hängt von dieser Linie ab.
Ein Schlusskurs unter 55.298 USD, dem 0,5-Fibonacci-Level, würde den Durchbruch bestätigen. Darunter liegen 52.458 USD und 48.413 USD, die den Weg zum Zielbereich nahe 42.000 USD öffnen.
Um dieses Szenario zu widerlegen, müssten Käufer die Marke von 61.654 USD zurückgewinnen und anschließend 67.335 USD. Zudem ist eine Besonderheit zu beachten: Kopf-Schulter-Ausbrüche können fehlschlagen. Bei so geringem Open Interest bleibt ein starker Short Squeeze möglich.
Die Marke bei 55.298 USD trennt eine langsame Seitwärtsphase von einem 26 %-Rückgang in Richtung der Zone um 42.000 USD.









