Michael Burry bezeichnet den Aufruf zu einer Verlangsamung bei der KI-Entwicklung als eigennützig. Er meint, dass die Führungskräfte von OpenAI und Anthropic davon profitieren, wenn sie der Öffentlichkeit sagen, ihre eigene Technologie entwickle sich zu schnell.
Der „Big Short”-Investor äußerte diese Kritik am Montagmorgen, zwei Tage nachdem Anthropic-Chef Dario Amodei einen Aufsatz veröffentlicht hatte, in dem er die Branche dazu aufforderte, langsamer vorzugehen.
Michael Burry nennt die KI-Verlangsamung Hype und Aufbauschung
Burry nannte vier Einwände. Zuerst argumentierte er, dass große Sprachmodelle (LLMs) keine künstliche Intelligenz (KI) seien und niemals künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) erreichen werden. Aus seiner Sicht gibt es daher nichts Reales zu verlangsamen.
Zweitens sagte er, dass Konkurrenten schnell aufholen, sodass eine Pause den momentanen Marktführern hilft. Drittens sieht er die Sicherheitswarnungen als Werbung für geplante Börsengänge.
Ein Unternehmen, das sich als gefährlich mächtig darstellt, stellt sich gleichzeitig als wertvoll dar. Burry nannte das Hype und Aufbauschung.
Sein vierter Punkt geht noch weiter. Er vermutet, dass die Diskussion über eine Verlangsamung bei der KI das bereits nachlassende Wachstum verschleiern soll, während gleichzeitig die Börsengänge nach hinten verschoben werden.
Amodeis Aufsatz, der am Samstag erschien, bat Labore, technische Fortschritte zu verlangsamen und unabhängige Prüfer einzulassen. Sam Altman und Elon Musk unterstützten den Plan zur KI-Verlangsamung noch am gleichen Tag.
Der zeitliche Zusammenhang von Sicherheitswarnungen und Börsengängen
Burrys letzter Punkt trifft einen wichtigen Aspekt. Altman schloss einen Börsengang im Jahr 2026 am Samstag aus und nannte als Grund die Sicherheit. Er nannte jedoch kein neues Datum.
Anthropic bereitet unterdessen einen eigenen Börsengang für diesen Herbst vor. Die KI-Verlangsamung belastete zudem die Aktien-Futures vor Handelsbeginn am Montag.
Keines der beiden Unternehmen erwirtschaftet bisher Gewinne. Anthropic rechnet nicht vor 2028 mit einem ausgeglichenen Ergebnis, während OpenAI seinen Investoren das Jahr 2030 nennt. Ein Börsengang würde diese Zahlen in geprüften Unterlagen offenlegen.
Krypto-Trader beobachten dieselbe Entwicklung. Analyst Ben Cowen warnte, dass ein großer Börsengang von Anthropic die Aufmerksamkeit vom Bitcoin abziehen könnte.
Burry ist ebenfalls kein neutraler Beobachter. Er erweiterte im August seine Short-Position auf Nvidia und sicherte sich dann im Dezember mit Calls ab.
Amodei fordert unabhängige Prüfer im Unternehmen. Burry fordert Einblick in die Geschäftszahlen. Egal welche Version der KI-Verlangsamung überwiegt, die S-1-Unterlagen werden für Klarheit sorgen, lange bevor neue Aufsätze erscheinen.









