Der Kurs von Cardano ist in den letzten sieben Tagen um fast 10% gestiegen. Trotzdem liegt Cardano noch etwa 13% im Minus. Obwohl die Erholung stark aussieht, deutet die Struktur darauf hin, dass sich unter der Oberfläche etwas anderes entwickelt.
Ein bärisches Muster bildet sich, das Momentum wird schwächer, und der Einsatz von Hebel steigt. Allerdings kaufen die großen Halter weiterhin, was zu einem wichtigen Konflikt führt.
Cardano: Bärisches Muster trotz aktueller Erholung
Der übergeordnete Trend von Cardano bleibt schwach, trotz der jüngsten Erholung. Nach einem Hoch von etwa 0,43 USD Anfang Januar ist ADA bis Anfang Februar um fast 50% auf ungefähr 0,22 USD gefallen. Seitdem hat sich der Kurs wieder etwas erholt, doch diese Erholung scheint jetzt ein Kopf-Schulter-Muster zu bilden. Dieses Muster zeigt in der Regel eine Fortsetzung des Abwärtstrends an, sobald die Nackenlinie unterschritten wird.
Die rechte Schulter bildet sich aktuell auf dem aktuellen Niveau, während die Nackenlinie nach unten verläuft. Eine nach unten verlaufende Nackenlinie zeigt, dass Verkäufer aktiv sind und den Trend bestimmen.
Gleichzeitig wird das Momentum schwächer. Zwischen dem 25. Februar und dem 16. März hat Cardano ein tieferes Hoch gebildet, während der Relative Strength Index (RSI) als Momentum-Indikator ein höheres Hoch gebildet hat. Dadurch entsteht eine versteckte bärische Divergenz, die meist darauf hindeutet, dass der übergeordnete Abwärtstrend fortgesetzt werden könnte.
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Das bedeutet, die aktuelle Erholung spiegelt eher keine Stärke wider, sondern könnte nur eine kurzfristige Bewegung in einem größeren Abwärtstrend sein.
Die Kursstruktur allein reicht jedoch nicht aus. Um zu verstehen, ob diese Schwäche unterstützt oder ignoriert wird, lohnt sich der Blick darauf, was große Halter unternehmen.
Cardano-Whales kaufen 30 Millionen USD: Zeitpunkt birgt Risiko
Große Halter haben ihre Positionen während dieser Phase ausgebaut. Wallets mit über 1 Milliarde ADA haben zwischen dem 15. und dem 16. März etwa 50 Millionen Token hinzugefügt. Die Gruppe mit 100 Millionen bis 1 Milliarde ADA fügte am 16. März rund 20 Millionen ADA hinzu. Zudem akkumulierte die Gruppe mit 10 Millionen bis 100 Millionen ADA etwa 40 Millionen ADA am 15. März. Während die kleinste Whale-Gruppe nach dem Auftreten der Divergenz etwas verkauft hat, bleibt der Netto-Bestand im Vergleich zum 15. März positiv.
Insgesamt haben Whales in diesem Zeitraum rund 110 Millionen ADA akkumuliert.
Beim aktuellen Kurs entspricht dies etwa 30 Millionen USD an Käufen. Der Zeitpunkt ist jedoch entscheidend. Diese Akkumulation fand statt, als die bärische Divergenz auftrat und die rechte Schulter gebildet wurde.
Statt bei Unterstützung zu kaufen, kaufen die großen Halter in der Nähe eines Widerstands (der rechten Schulter). Das deutet darauf hin, dass große Investoren sich frühzeitig positionieren. Es erhöht jedoch auch das Risiko, falls die Struktur nicht hält. Um zu prüfen, ob sich der Markt insgesamt ähnlich positioniert, lohnt sich der Blick auf Derivate-Daten, die die Stimmung der Trader aufzeigen.
Long-Leverage steigt, Liquidationsrisiko nimmt zu
Derivatedaten zeigen, dass Trader überwiegend bullisch positioniert sind.
Auf Binance allein stehen Long-Positionen im ADA/USDT-Handel bei etwa 18,84 Millionen USD, während Short-Positionen sich auf rund 8,55 Millionen USD belaufen. Daraus ergibt sich ein klares Verhältnis von 2:1 zugunsten der Long-Positionen.
Liquidationsdaten zeigen, dass ein großer Teil dieser Positionen sich bei etwa 0,267 USD befindet. Fast 9,8 Millionen USD an Long-Positionen sind in diesem Bereich gefährdet. Sollte der Kurs in diesen Bereich sinken, könnten gezwungene Liquidationen ausgelöst werden. Das würde Verkaufsdruck auslösen und die Abwärtsbewegung beschleunigen.
Kombinieren sich starke Long-Positionen mit Widerstand und schwächerem Momentum, entstehen oft Bedingungen, bei denen der Markt schnell in die entgegengesetzte Richtung kippt.
Sowohl die Aktivitäten der Whales als auch die gehebelten Positionen sind jetzt erkennbar und bullisch ausgerichtet. Der nächste Schritt ist, die Schlüsselniveaus zu identifizieren, die eine der beiden Richtungen bestätigen könnten.
Cardano-Kurs: 20%-Risiko bei Bruch der Nackenlinie
Der Cardano-Kurs bewegt sich jetzt in einer kritischen Entscheidungszone.
Nach oben würde ein Tagesschlusskurs über 0,293 USD die rechte Schulter durchbrechen und kurzfristige Stärke anzeigen. Das übergeordnete bärische Muster bliebe aber bestehen, solange der Kurs unter 0,314 USD bleibt, das in der Nähe des Musters „Kopf” liegt. Bleibt der Kurs unter 0,314 USD, bleiben sowohl das bärische Muster als auch die versteckte Divergenz (tiefere Hochs) bestehen.
Auf der Unterseite ist das erste wichtige Niveau bei 0,267 USD, wo sich viele gehebelte Positionen befinden. Ein Rückgang unter dieses Niveau könnte zu Liquidationen führen.
Darunter liegt bei 0,251 USD die nächste Unterstützung. Die Zone von 0,239 bis 0,232 USD ist dann besonders wichtig, da sie als Nackenlinie gilt. Bricht die Nackenlinie, wird das Muster bestätigt. Das könnte Cardano um etwa 20% nach unten drücken, mit einem Kursziel bei ungefähr 0,182 USD.
Aktuell ist die Lage eindeutig. Eine Erholung ist sichtbar, aber die Struktur, die aktuelle Position und wichtige Kursniveaus deuten darauf hin, dass das Risiko weiterhin eher auf der Unterseite liegt, sofern der Widerstand bei 0,293 USD nicht klar überwunden wird.