Jeremy Allaire, CEO der Circle Internet Group, sieht „enorme Chancen” für einen Stablecoin, der mit dem Yuan besichert ist, da digitale Währungen globale Zahlungsströme im Handel verändern.
Allaire äußerte sich dazu in einem Interview mit Reuters in Hongkong am Donnerstag und sagte voraus, dass China in drei bis fünf Jahren einen Yuan-Stablecoin einführen könnte.
Stablecoins: Ein Wettlauf zwischen Währungen
Die Aussagen zeigen, dass Circle Stablecoins inzwischen als Mittel sieht, um nationale Währungen zu exportieren.
China möchte schon lange die Rolle des Yuan im globalen Finanzsystem ausbauen. Ein Stablecoin könnte die Nutzung des Yuan im Ausland steigern, insbesondere in Handelsregionen, in denen bereits mit Renminbi abgerechnet wird.
„Wenn es einen Währungswettbewerb gibt, möchten Sie, dass Ihre Währung die besten Eigenschaften hat”, sagte Allaire. „Das wird zu einem technologischen Wettbewerb.” Reuters berichtete dies unter Berufung auf Allaire.
Bisher bewegt sich Peking allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Im Februar 2026 verboten die Volksbank von China (PBOC) und sieben Regierungsbehörden die nicht genehmigte Ausgabe von Stablecoins, die an den Yuan gekoppelt sind, im Ausland. Die Behörden argumentierten, dass solche Token die Währungshoheit gefährden könnten.
Stattdessen setzt die PBOC auf den staatlich unterstützten digitalen Yuan, den e-CNY. Ab Januar 2026 können Geschäftsbanken auf digitale Yuan-Wallets Zinsen zahlen.
Im Jahr 2025 betrug das globale Transaktionsvolumen von Stablecoins 33 Billionen USD, das ist ein Anstieg um 72 % im Vergleich zum Vorjahr. Der eigene USD Coin (USDC) von Circle erreichte zum Jahresende 2025 einen Umlaufbestand von 78,6 Milliarden USD und legte damit ebenfalls um 72 % zu.
Ob sich Peking in Zukunft für privat ausgegebene Yuan-Stablecoins entscheidet oder den Fokus weiterhin auf den e-CNY legt, hängt wahrscheinlich davon ab, wie schnell konkurrierende Stablecoin-Ökosysteme den Zahlungsverkehr zwischen asiatischen Ländern prägen.





