DeFi Daily: Festverzinste Kredite mit Yield Protocol

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IN KÜRZE
  • Yield Protocoll will festverzinsliche Anleihen mit einem festen Fälligkeitsdatum anbieten.

  • Die fyTokens von Yield erinnern jedoch eher an Futures.

  • Das Interesse an Ethereum 2.0 Testnets ist stark abgefallen.

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Eine neue DeFi-Plattform namens Yield Protocol will die Aufnahme von festverzinsten Krediten möglich machen.


Derzeit haben DeFi-Kredite ausschließlich einen variablen Zinssatz. Dadurch können Kreditnehmer schlecht vorhersagen, welche Summe sie schließlich zurückzahlen müssen. Im schlimmsten Fall droht eine Liquidierung der hinterlegten Sicherheit.

Festzinsen für Kreditnehmer

Wenn Kreditnehmer digitale Assets als Sicherheit hinterlegen, können sie bei Yield Protocol einen Kredit über ein synthetisches Asset ihrer Wahl als fyTokens aufnehmen. Wie bei anderen DeFi-Krediten können sie ihre fyTokens dann auf dem Sekundärmarkt verkaufen, um sie zu shorten, und/oder eine Leverage-Position auf das hinterlegte Asset einzugehen.


Der Unterschied zu anderen Kreditplattformen liegt darin, dass fyTokens eine feste Laufzeit haben. Nach Ablauf des Quartals wird der Kredit automatisch aufgelöst und abgerechnet, sofern sie nicht vorher schon liquidiert wurden.

Um als Kreditgeber tätig zu werden, kauft man fyTokens auf dem Sekundärmarkt. Für jede Einheit eines fyTokens (z.B. fyDAI) erhält der Besitzer damit eine Einheit des zugrunde liegenden Zieltokens (in diesem Fall DAI). Da diese Kredite erst in der Zukunft auslaufen, so argumentieren die Initiatoren von Yield, werden dieses stets zu einem niedrigeren Preis gehandelt, als die Zieltokens. Diese Preisdifferenz nimmt mit der Zeit ab. Kurz vor dem Auslaufen des Kredits sollen beide Assets den gleichen Preis haben.

Die Preisdifferenz, die ein Kreditnehmer zum Zeitpunkt des Verkaufs akzeptiert, stellt seine Verzinsung dar, welche sich (theoretisch) nicht mehr ändern kann, da er seine fyTokens ja schon verkauft hat. Er kann sie jedoch jederzeit wieder zurückkaufen und verbrennen, um seine Schulden zu tilgen.

Nullkupons (oder Futures?) für Kreditgeber

In dem Whitepaper vergleicht Yield Protocol seine fyTokens mit Nullkuponanleihen. Bei diser Form der Kreditvergabe zahlt der Kreditnehmer keine Zinsen, muss seine Schuldverschreibungen allerdings zu einem niedrigeren Kurs, als ihrem Nennwert verkaufen.

Aus Sicht der Käufer ähneln fyTokens allerdings eher einem Futures-Kontrakt mit einem festen Fälligkeitsdatum. Die Käufer von fyTokens erhalten zum Fälligkeitszeitpunkt  Das stellt allerdings in Frage, ob man wirklich von einem festen Zinssatz sprechen kann. Die Kurse von Krypto-Futures entsprechen eher nicht einem festen Zinssatz, da die Kursabweichung vom Zieltoken je nach Asset stark unterschiedlich ausfallen und sich je nach Marktstimmung ständig ändern kann.

Sehr oft findet sich gar keine Nennenswerte Kursabweichung. Vereinzelt werden die Futures sogar zu einem höheren Kurs als die Zieltokens gehandelt. Sollte das auch bei Yield Protocol Schule machen, würde dies bedeuten, dass man dort auch Kredite zu einem negativen “Zinssatz” aufzunehmen könnte.

Das Testnet ist tot – Es lebe das Mainnet?

Das Interesse an den Testnets für die Ethereum 2.0 Beacon Chain hat in den letzten Tagen extrem abgenommen. Wie BeInCrypto berichtete, konnte Medalla seit dem 12. Oktober keine Finalität mehr erreichen. Seitdem ist die Beteiligung an Medalla weiter zurückgegangen und ist kürzlich sogar auf Null gefallen. Ein Blockexplorer für Medalla zeigt, dass das Testnet seit über drei Stunden keinen einzigen aktiven Validator mehr hat.

Das Zinken Testnet läuft nach wie vor weiter, ist aber auch kürzlich unter die kritische Grenze von 66 % Beteiligung gefallen, um Blöcke zu finalisieren. Dies muss nicht zwingend ein Problem für Ethereum 2.0 bedeuten. Die niedrige Beteiligung kann darauf zurückgeführt werden, dass die Testnets nur auf der Basis von Spielgeld laufen. Sobald es um echte ETH geht haben Validatoren auch einen entsprechenden Anreiz, sich zu beteiligen.

Die Firma Bitfly, welche auch die Blockexplorer für Medalla und Zinken entwickelt hat, weist darüberhinaus darauf hin, dass Validatoren für das Mainnet mindestens 16 GB Arbeitsspeicher brauchen. Dennoch drängt der ConsenSys-Entwickler Ben Edgington darauf, endlich zur Mainnet-Phase überzugehen. Er sagte, dass der Start des Einzahlungs-Kontrakts für die Beacon Chain in wenigen Tagen erfolgen könnte. Der Start der Beacon Chain selbst sollte dann sechs bis acht Tage später stattfinden.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 11,27 Mrd. USD (+0,1 %). Der DeFiPulse Index steht bei 74,09 (-4,5 %). Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,69 Mrd., -1,5 %), Maker DAO (1,94 Mrd., -1,9 %) Curve Finance (917 Mio., +0,5%) und Compound (888 Mio., -0,7 %).

Aave fiel im Ranking von DeFiPulse von Platz 4 auf Platz 6 zurück und steht jetzt bei 863 Mio. USD (-17,7 %). Harvest Finance ist auf Platz 7 aufgestiegen und steht zur Stunde bei 704 Mio. USD (+9,7 %)

Laut Messari haben DeFi Tokens im gewichteten Schnitt -5,3 % verloren. Der größte Gewinner war Gnosis (+9,7 %). Der größte Verlierer war Meta (-14,5 %).

Stand: 21. Oktober 2020, 2:29 Uhr.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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