DeFi Daily: Generalprobe für Ethereum 2.0

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IN KÜRZE
  • Vor dem Launch der Beacon Chain für Ethereum 2.0 geht noch ein letztes Testnet an den Start.

  • DODO verteilt seine Tokens mit einer eigenartigen Kombination aus ICO, IEO und Airdrop.

  • Flamingo Finance ist die erste Milliarden-DeFi-Plattform auf der NEO Blockchain, stürzte aber im Token-Kurs ab.

  • promo

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Mit Spadina ging ein letztes Testnet für Ethereum 2.0 an den Start. Dieses soll insbesondere den Genesis-Block und den Start des Stakings auf der Beacon Chain testen.

Eigentlich hätte Medalla das letzte finale Testnet sein sollen. Nachdem es dort jedoch gravierende Schwierigkeiten Probleme gab, bestehen noch Zweifel daran, dass Ethereum 2.0 bereit für einen Start noch in diesem Jahr ist. Ein letztes Testnet mit dem Namen Spadina soll diese Zweifel endgültig ausräumen.

Medalla war keine Katastrophe

Durch einen Bug im ETH2-Client von Prysmatic Labs, welcher von dem größten Teil der Testnet-Staker verwendet wurde, erhielten viele Staker eine Strafe, da sie fehlerhafte Blöcke erzeugten. Insgesamt sprach das Testnet über 3000 Strafen aus, wodurch die meisten Staker in die roten Zahlen fielen. Wäre dies auf dem Mainnet mit echtem Geld passiert, wäre das eine Katastrophe für Ethereum 2.0 gewesen.

Tatsächlich nannte der Prismatic-Entwickler Paul Jordan den Vorfall das “beste was einem Testnet passieren kann“, da dadurch viele Probleme noch vor dem Start des Mainnets abgefangen werden konnten. Er sagte, dass sich der Start der Beacon Chain dadurch nicht verzögern würde. Laut dem Bericht eines anderen Entwicklers, Evan van Ness, soll es sich bis zum Start von ETH2 Phase 0 nur noch um wenige Wochen handeln.



Auf ein letztes

Medalla konnte jedoch eindeutig nicht alle Zweifel ausräumen. Besonders der Entwickler Chase Wright hat noch Bedenken. Kürzlich kündigte er an vorerst nicht auf der Beacon Chain zu staken. Er störte sich besonders an der One-Way Bridge die es zwar möglich macht, ETH für das Staking verfügbar zu machen, aber nicht wieder abzuziehen.

Nun erhält Ethereum 2.0 also ein diesmal hoffentlich letztes Testnet. Trotz dieser Generalprobe dürfte das Staking jedoch vorerst eine riskante Angelegenheit bleiben.

DODO kündigt Token Offering an

Mit DODO springt eine weitere dezentrale Handelsplattform mit automatischem Kursmakler auf den DeFi-Zug auf. Der DODO Token ist ab sofort zu einem Stückpreis von 0,10 USD über die Handelsplattform selbst zu haben.

Allerdings hat DODO einen reichlich seltsamen, aber durchaus interessanten Ansatz für die Verteilung der Tokens gewählt. Dabei steht nur ein Prozent des Gesamtangebots von einer Milliarde DODO zum Verkauf. Dazu kommt, dass diese Tokens automatisch in einen Kursmakler eingefügt werden, von dem sie nicht abgehoben werden können, jedoch Erträge erzielen.

Das Team hinter der Handelsplattform behält ganze 23 % des Gesamtangebots, wovon Entwicklung und Betrieb der Plattform finanziert werden. 16 % gehen an private Investoren, welche in zwei Runden bereits 5,6 Mio. USD beigesteuert haben. Die restlichen 60 % werden durch verschiedene Mechanismen direkt an die Community verteilt.

Wer, ähnlich wie bei anderen DeFi Tokens, bei dieser Kombination aus ICO, IEO und Airdrop auf schnelles Geld hofft, täuscht sich allerdings. Die langen Haltefristen, welche dem Team, den Investoren und auch Airdrop-Teilnehmern auferlegt werden, könnten DODO zu einem echten und nachhaltigen Vorzeigeprojekt machen. Besonders die Mitglieder des Teams müssen über die nächsten drei Jahre hart für ihre Entwicklerprämien arbeiten.

Fraglich ist jedoch ob sich DODO gegenüber der Konkurrenz durchsetzen kann. Bei der Vielzahl an dezentralen Börsen, die es bereits gibt, hat das Projekt einen schweren Stand, zumal DODO eine langfristige Strategie fährt, anstatt mit kurzzeitigen Anreizen schnell an Liquidität zu gewinnen. Die Zeit wird zeigen, ob DODO überleben wird, oder ob die Börse den Weg ihrer Namensvetter gehen wird.

Flamingo Finance tut sich schwer

Wo wir gerade von flugunfähigen Vögeln reden. Auf der NEO Blockchain startete kürzlich die erste DeFi-Plattform mit dem Namen Flamingo Finance. Dennoch erscheint es unwahrscheinlich dass die chinesische Alternative zu Ethereum ausreichend Nutzer anziehen kann, um Flamingo langfristig erfolgreich zu machen.

Eigentlich hat Flamingo alles, was man sich von einer DeFi-Plattform wünschen kann: Einen Wrapper, der fremde Assets auf der NEO Blockchain verfügbar macht, eine Swap-Börse mit automatischem Kursmakler, dezentrales Margin Trading, eine Stablecoin, Yield Farming Vaults und natürlich einen Governance Token. Dazu kommen 1,6 Mrd. USD in angelegten Assets.

Derzeit hat Flamingo diese Features allerdings nur in der Theorie. Viele davon befinden sich noch in der Entwicklungsphase. Auch bei dem Wrapper scheint es noch Probleme zu geben. Darüber hinaus konnte auch der FLM Token nicht wirklich überzeugen. Nach seiner Notierung auf Binance verlor er fast die Hälfte seines Handelswerts.

Allzeit-Kursverlauf von FLM auf Binance. Quelle: Trandingview.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 11,14 Mrd. USD (+0,5 %). Der DeFiPulse Index steht bei 99,55 (-3,4 %).

Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,11 Mrd., +1,5 %), Maker DAO (1,94 Mrd., +0,7 %), Aave (1,54 Mrd., -2,3 %) und Curve Finance (1,22 Mrd., +1,1 %).

Laut CoinMarketCap haben Yield Farming Plattformen ein TVL von 4,05 Mrd. USD.  Die größten Plattformen sind Uniswap (1,67 Mrd.), Curve Finance  (665 Mio.), SushiSwap (384 Mio.) und yearn.finance (309 Mio.).

Stand: 30. September 2020, 3:12 Uhr.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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