Die neue Yield Farming Plattform Pickle Finance will gegen die zwar vergleichsweise niedrige, aber immer noch vorhandene Volatilität von Stablecoins vorgehen.

Eigentlich sollten Stablecoins den Wert ihres zugrunde liegenden Assets, meist ein US-Dollar oder eine Unze Gold) möglichst eins zu eins abbilden. Tatsächlich unterliegen sie, wenn sie auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden, immer noch einer geringen Volatilität. So wird Tether meist irgendwo zwischen 0,99 USD und 1,01 USD gehandelt.

Bei dezentralen Stablecoins ist diese Volatilität meist noch stärker ausgeprägt. Bei der führenden dezentralen Stablecoin schwankt der Kurs in einem Rahmen von gleich mehreren US-Cent um seinen Zielwert. Diese leichte Volatilität widerspricht natürlich dem Sinn einer Stablecoin, ein wertstabiles digitales Asset zu schaffen.

Pickle Finance vorgestellt

Pickle ist das jüngste Mitglied der Yield Farming Familie. Wie bei anderen Yield Farming Plattformen erhalten die Nutzer auf die Einzahlung bestimmter Assets eine Belohnung in Form von den Governance Tokens der Plattform.

Das besondere an Pickle ist dass die Entlohnung für jeden Pool von dem Kurs der jeweiligen Stablecoin abhängt. Liegt der Kurs über einem US-Dollar schüttet der Pool mehr PICKLE Tokens aus. Bei einem darunter liegenden Kurs schüttet der Pool mehr aus. Damit setzt Pickle einen Anreiz, Stablecoins zu verkaufen, sobald ihr Kurs über 1,00 USD steigt, oder sie verstärkt zu kaufen, wenn der Preis unter diese Marke fällt. Dazu können Stablecoins auf PickleSwap direkt gegeneinander getauscht werden.

Ähnlich wie bei Bee2 verwendet Pickle eine quadratische Verteilung des Stimmrechts und hat damit die selben Vorteile, aber auch die selben Nachteile. Dies fiel auch Ethereum-Gründer Vitalik Buterin auf. Er fragte wie Pickle gegen Sybil-Attacken vorgehen will, welche die quadratische Stimmenverteilung aushebeln können. Darauf konnte Pickle nach wie vor keine Antwort liefern.

Wie es scheint sind Sybil-Attacken in quadratischen Abstimmungen unausweichlich. Sie könnten jedoch als nicht vermeidbares Übel durchaus hingenommen werden, wenn sich in der Summe immer noch eine gerechtere Verteilung des Stimmrechts ergibt.

Erträge aus dem Gurkenglas

Das neueste Feature der Plattform sind die Pickle Jars. Die Smart Contracts dafür wurden von den yETH Vaults geklont, allerdings fehlt bislang eine Auditierung.

Die einzelnen Pickle Jars verfolgen unterschiedliche Strategien um Erträge zu erzielen. Der erste pJar setzt auf das Curve Protocol um mehr sCRV Tokens zu generieren. Erste Tests deuten an, dass so jährliche Renditen von bis zu 40 % möglich sind. In den nächsten Wochen und Monaten will das anonyme Team hinter Pickle noch weitere pJars hinzufügen.

PICKLE wird derzeit zu einem Kurs von 59,80 USD gehandelt. Seinen Höchststand erreichte der Token drei Tagen nach Eröffnung der Plattform bei 85,24 USD.

Allzeit-Kursverlauf von PICKLE. Quelle: Coingecko.

Dezimalfehler bei Cream

Ein Bug in den Smart Contracts von Cream Finance hat dazu geführt, dass die Plattform abgeschaltet und auf eine neue Plattform migriert werden musste. Durch einen Dezimalfehler schüttete die Plattform zehnmal so viele CREAM Tokens aus als vorgesehen.

Nun zu den positiven Nachrichten: CREAM wurde auf Binance notiert. Cream Finance weist jedoch darauf hin, dass Binance derzeit nur Einzahlungen von ERC-20 Tokens akzeptiert. Nutzer, welche ihre Tokens über die Binance Smart Chain erhalten haben, müssen sich noch etwas gedulden, oder eine dezentrale Börse auf der BSC wie beispielsweise BurgerSwap verwenden.

ForTube und BurgerSwap mit gemeinsamen Liquidity Mining

BurgerSwap hat sich mit der Lending-Plattform ForTube zusammengetan, um ein gemeinsames Liquidity Mining Programm zu starten. Nutzer welche der Börse Liquidität für die FOR/BNB und FOR/BURGER Kursmakler bereitstellen, erhalten eine Belohnung sowohl in FOR, als auch in BURGER Tokens.

Sun.market: Genesis Mining beendet

Die Genesis Mining Periode für Justin Suns eponymes DeFi-Projekt ist vorbei. Insgesamt konnte die Plattform während dieser Phase 9,43 Mrd. TRX an Einlagen anziehen. Das entspricht rund 13 % des gesamten Umlaufvermögens von Tron (TRX).

Nun erhalten die Nutzer der Plattform Belohnungen für das Einzahlen von SUN/TRX, JST/TRX und USDT/TRX LP-Tokens. Auch TRX selbst ist nach wie vor ein Staking-Pool. Obwohl 13 % des Umaufvermögens auf einmal wieder frei wurden, konnte sich TRX sehr stabil halten, erreichte sogar ein Intraday-Hoch kurz nach dem Ende des Genesis Minings.

Kursverlauf von Tron (TRX) in den letzten 24 Stunden. Quelle: Coingecko.

Immerhin 3,6 Mrd. TRX wurden bereits im regulären Mining-Pool auf sun.market angelegt. Ob die Besitzer der restlichen Coins ihre TRX halten oder später auf der Plattform anlegen werden, oder ob sie sie wieder verkaufen werden, bleibt jedoch noch abzuwarten.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 8,93 Mrd. USD (-1,5 %). Der DeFiPulse Index steht bei 113,04 (-0,4 %). Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Aave (1,40 Mrd., +1,3 %), Maker DAO (1,26 Mrd., +1,2 %), Curve Finance (1,08 Mrd. +4,5 %) und yearn.finance (780 Mio., +5,3 %). Uniswap fällt mit 749 Mio. USD (-4,2 %) auf Platz 5 zurück und liegt nun nur noch sehr knapp über dem Konkurrenten SushiSwap (734 Mio., -2,7 %). Balancer verlor 18,3 % auf 613 Mio. und steht damit nur noch auf Platz 10.

Laut CoinMarketCap haben Yield Farming Plattformen ein TVL von 3,23 Mrd. USD. Die größten Plattformen sind Swerve (934 Mio.), SushiSwap (545 Mio.), Curve Finance (542 Mio.), yearn.finance (380 Mio.) und Pickle (338 Mio.).

Stand: 17. September 2020, 3:10 Uhr.