DeFi Daily: Pro und Contra Binance Innovation Zone

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IN KÜRZE
  • Die Binance Innovation Zone ist ein umstrittener Ableger der Börse für neue Tokens.

  • SUN reduziert die Ausschüttung neuer Tokens, aber der Sinn hinter der Plattform ist noch unklar.

  • Baby Boomer sind die am schnellsten Wachsende Nutzergruppe von CeFi-Plattfomen.

  • promo

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Die weltgrößte Krypto-Handelsplattform will mehr neue Tokens listen. Die Binance Innovation Zone soll diese hochriskanten Assets von weniger riskanten Tokens trennen.



Wie BeInCrypto berichtete zeichnet sich der Trend ab, neue Tokens zuerst auf einer dezentralen Handelsplattform zu listen, auch wenn eine zentrale Börse zur Verfügung steht. Binance stellt mit der Innovation Zone eine weitere Alternative zu diesem Modell dar.

Was für die Binance Innovation Zone spricht

So riskant und volatil wie DeFi Governance Tokens sind, besteht dennoch eine hohe Nachfrage. Zentralisierte Handelsplattformen sind daher im Zugzwang, diese zu notieren. Dies ist nötig, damit sie gegenüber dezentralen Börsen konkurrenzfähig bleiben, welche ausnahmslos alle Tokens listen, auch offensichtliche Scherztokens.



In dem Blogpost, welcher die Binance Innovation Zone vorstellt, spricht die Börse einige Vorteile an, welche der Handel auf einer zentralen Börsen gegenüber DEXes haben soll. Diese stammen besonders aus der Tatsache, dass DEXes die eigenständige Verwahrung der Krpyto-Assets voraussetzt. Unerfahrene User können ihr Geld verlieren, falls sie ihre Seed-Phrase verlegen, oder das Geld an eine falsche Adresse schicken. Tatsächlich ist dies im DeFi-Bereich ein häufiger Grund für den Verlust von Geldern.

Drückt sich Binance vor der Verantwortung?

Prinzipiell spricht nichts dagegen, dass Investoren und Trader, welche die genauen Risiken eines digitalen Assets kennen, auch über zentralisierte Börsen in dieses Asset einsteigen können soll. Um auf die Binance Innovation Zone zugreifen zu können, müssen Nutzer auch zwei Fragen beantworten, um sicherzustellen, dass sie der Risiken bewusst sind:

Allerdings macht es sich Binance damit auch ein wenig zu einfach. Der große Vorteil von zentralisierten Handelsplattformen ist, dass die Börsen ihre Assets mit gebührender Sorgfalt auswählen, um ihre Nutzer vor Scams und Shitcoins zu schützen. Durch die Notierung neuer DeFi-Tokens schwächen die Handelsplattformen diesen Schutz ab.

Zumindest stellt Binance klar, dass die Assets welche in der Innovation Zone gehandelt werden, deutlich riskanter sind, als Assets welche auf der regulären Handelsplattform notiert sind. Dennoch kann man argumentieren, dass sich zentralisierte Börsen überhaupt nicht mit diesen Tokens beschäftigen sollte, so lange sie nicht zu einem gewissen Grad selbst die Hand für diese Projekte ins Feuer zu legen. Binance geriet beispielsweise erst kürzlich durch die Notierung von SUSHI in die Kritik, nachdem der Gründer von SushiSwap seinen Exit Scam durchzog.

SUN reduziert Ausschüttung um 20 %

Nach dem Ende der Genesis Mining Periode wurde die Ausschüttung von SUN Tokens auf der Plattform sun.markets nur um 10 % reduziert. Nun überraschte Justin Sun mit der Ankündigung, dass die Ausschüttung um weitere 20 % gesenkt werden soll. Er erhofft sich dadurch einen positiven Effekt auf den Kurs der Tokens.

Zusätzlich will er weitere Pools zu der Plattform hinzufügen. Allerdings ist nach wie vor nicht klar, wofür SUN eigentlich gut sein soll. Bislang kann man sagen, dass das Liquidity Mining bestenfalls mehr Liquidität für die JST/TRX, HT/TRX und USDT/TRX Handelspaare schafft. Von einer vollständigen funktionsfähigen DeFi-Plattform ist SUN noch weit entfernt.

OK Boomer – Erreicht CeFi nun die ältere Generation?

Antoni Trenchev, CEO von Nexo, gab kürzlich ein Interview mit Bloomberg TV. Er berichtete, dass sich die Nutzerzahl auf seiner Krypto-Finanzplattform, welche über 55 Jahre alt sind, im letzten Jahr vervierfacht hatte. Auch das Startup River Financial berichtet einen enormen Zustrom durch “Bitcoin Boomer”.

Betrachtet man die niedrigen, häufig negativen Zinsen für traditionelle Sparkonten, sollte es niemanden verwundern, dass sich auch ältere Nutzer und Krypto-Einsteiger für CeFi-Plattformen interessieren. Diese können zwar nicht mit den unglaublichen Erträgen messen, welche DeFi-Plattformen über ihre Governance Tokens versprechen, dennoch lassen sich auch hier jährliche Zinsen von bis zu 12 % für Stablecoins erzielen.

Dazu sind CeFi-Plattformen einfacher zu verwenden und sind daher ansprechender für Einsteiger. Oft sind diese Plattformen auch versichert und können damit einen höheren Schutz bieten, als die eigenständige Verwahrung von Krypto-Assets. Der Zustrom durch Baby Boomer deutet darauf hin, dass Kryptowährungen durchaus imstande sind, Mainstream-Adoption zu erreichen.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 10,96 Mrd. USD (+2,0 %). Der DeFiPulse Index steht bei 108,36 (+7,1 %).

Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (1,98 Mrd., +3,3 %), Maker DAO (1,96 Mrd., +0,9 %), Aave (1,54 Mrd., +5,6 %) und Curve Finance (1,35 Mrd., +2,5 %).

Laut CoinMarketCap haben Yield Farming Plattformen ein TVL von 3,76 Mrd. USD.  Die größten Plattformen sind Uniswap (1,46 Mrd.), Curve Finance  (775 Mio.), SushiSwap (421 Mio.) und yearn.finance (334 Mio.).

Stand: 27. September 2020, 2:48 Uhr.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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