DeFi Daily: Wird Ethereum jetzt bärisch?

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IN KÜRZE
  • Bei Ethereum gibt es derzeit einige bärische Anzeichen.

  • Im schlimmsten Fall könnte Ethereum bis auf 270 USD stürzen.

  • Der Angreifer von Harvest Finance verwendete eine komplexe ökonomische Attacke.

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Die PayPal Nachrichten haben Bitcoin einen Sprung machen lassen, doch Ethereum hat sich kaum bewegt. Könnte dies der Vorbote für einen üblen Absturz sein?


Nach einem Kurssprung am 22. Oktober ist Ethereum im Vergleich zu Bitcoin konstant schwächer geworden. Derzeit wird er für 0,0294 BTC, knapp höher als die Kursmarke von 400 USD gehandelt.

Kursverlauf von ETH/BTC in den letzten sieben Tagen. Quelle: CoinGecko.

Fundamentalindikatoren zeigen nach unten

Das Marktanalyse-Unternehmen Santiment hat einige Statistiken zusammengestellt, die alles andere als rosig für Ethereum aussehen. Viele langfristig gehaltene Coins wurden nun erstmals wieder bewegt, was darauf hindeutet, dass das Vertrauen in Ethereum als Wertanlage schwindet. Die On-Chain Aktivität hat ebenfalls nachgelesen. Insbesondere ist das Handelsvolumen auf dezentralen Börsen wieder deutlich nach unten gegangen.


Gleichzeitig kehrte sich die Stimmung der Twitter Community bezüglich Ethereum wieder ins negative um. Das deutlichste Anzeichen dass die Rallye nun vorbei sein könnte, war allerdings die Aktivität der Ethereum Miner. Viele dumpten ihre Coins, was mit dem letzten lokalen Höchststand zusammenfiel.

Unterstützung erst bei 270 USD?

Während das FOMO anscheinend deutlich nachgelassen hat, gibt es für Ethereum nun extrem viel Luft nach unten. Eine eher schwache Unterstützung findet ETH in der nähe seines MA-50 bei 370 USD. Sollte er diese nicht halten können, wäre das nächste Unterstützungsniveau bei 320 USD.

Der Trader DonAlt warnt sogar vor einem möglichen Rückzug auf 270 USD. Sollte das Staking für Ethereum 2.0 doch nicht mehr wie geplant in diesem Jahr starten, wäre ein Absturz auf diese Kursmarke alles andere als unwahrscheinlich.

Post Mortem Bericht von Harvest Finance

Nach dem Hack gegen Harvest Finance hat die DeFi-Plattform wie versprochen ihren Post Mortem Bericht abgeliefert. Nach diesem ist der Gesamtschaden mit knapp 34 Mio. USD knapp zehn Millionen höher, als ursprünglich angenommen. Harvest führte den Vorfall auf eine ökonomische Attacke zurück und gab an:

Wir übernehmen die Verantwortung für diesen Entwicklungsfehler und versichern, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden.

Der Report nennt, dass der Angreifer durch große Token Swaps auf Curve Finance einen Impermanent Loss auslöste. Diese Kursmanipulation führte dazu, dass er von einem Harvest Finance Vault, welcher Curve als Anlagestrategie verwendet, Auszahlungen anfordern konnte, zu denen er nicht berechtigt war.

Der Angreifer wiederholte diesen Angriff 30 mal innerhalb von nur sieben Minuten. Schließlich stand er mit einem Gesamtgewinn von rund 24 Mio. USD da und verursachte dabei einen zusätzlichen Kollateralschaden von 9,8 Mio. USD, was insgesamt 3,2 % der TVLs von Harvest Finance zu diesem Zeitpunkt entsprach.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 11,50 Mrd. USD (+1,6 %). Der DeFiPulse Index steht bei 77,82 (+0,6 %).

Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,78 Mrd., +1,1 %), Maker DAO (2,11 Mrd., +1,6 %), Compound (1,08 Mrd., +1,3 %) und Aave (972 Mio., +0,3 %).

Laut Messari haben DeFi Tokens im gewichteten Schnitt +1,5 zugelegt. Der größte Gewinner war Curve Finance (+42,1 %). Der größte Verlierer war CoTrader (-17,5 %).

Stand: 28. Oktober 2020, 1:39 Uhr.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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