Dezentrale Protokolle erklärt – Sushiswap, Uniswap, Pankaceswap und Apeswap

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IN KÜRZE
  • Die Menge an dezentralisierten Protokollen ist nahezu endlos.

  • Es kommt schnell zu Verwechselungen, da die Terminologie nicht einheitlich genutzt wird.

  • DEXes nutzen Smart Contract und MasterChef-Contracts.

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Olga Ortega, Mitbegründerin und CPO des Echtzeit-DeFi-Explorers AnalytEx von HashEx, erklärt einige der Konzepte dezentraler Protokolle.

Es gibt unzählige dezentrale Protokolle und Möglichkeiten, sie zu nutzen. Bei AnalytEx wissen wir, dass monatlich mehr als tausend Smart Contracts mit der Signatur von MasterChef erstellt werden. Diese werden üblicherweise als Farmen bezeichnet. Viele Menschen wissen über die Farmen hinaus auch von der Existenz von Pools, welche wiederum in verschiedene allgemein bekannte Arten wie Liquiditäts-, Syrup- oder Stakingpools unterteilt werden. Aber wie unterscheiden sie sich wirklich? 

Selbst erfahrenen Anlegern fällt es schwer, die in den dezentralen Protokollen verwendete Terminologie zu verstehen, da sie nicht einheitlich ist. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Details der laut AnalytEx führenden dezentralen Protokolle nach TVL: Pancakeswap, Apeswap, Uniswap und Sushiswap.

Was ist ein Liquiditätspool?

Ein Liquiditätspool ist ein “Topf” mit einem Token-Handelspaar. Die Liquidität beider Token wird von sogenannten Liquiditätsanbietern hinterlegt. Diese Anleger erstellen einen LP-Token aus dem Handelspaar und erhalten Einnahmen aus allen Swaps, die zwischen diesen beiden Token auf einem bestimmten dezentralen Protokoll vorgenommen werden. Das einzige Risiko, auf das du dich bei der Erstellung eines LP-Tokens einlässt, ist der sogenannte “unbeständige Verlust/impermanent Losses”.

Impermanent Losses: Was ist ein unbeständiger Verlust?

Der Kryptomarkt ist für seine Volatilität bekannt, also für die starken Preisschwankungen der Token. Liquiditätsanbieter können demnach einen unbeständigen Verlust erleiden, wenn sich zwei Token im Liquiditätspool unterschiedlich im Preis entwickeln (negative Korrelation). Die Folge ist eine Änderung des Verhältnisses zwischen den Token im Pool. Dies geschieht, um den Gesamtwert des Pools zu stabilisieren.

Ein Beispiel: Ein Anleger zahlt 310 BUSD und 1 BNB in den Liquiditätspool und erhält dafür ein LP-Token. Zusätzlich zu diesem Investor gibt es 9 weitere Investoren, die den gleichen Betrag in den Pool einzahlen. Der Gesamtwert des Pools beträgt jetzt 10 BNB und 3.100 BUSD, also insgesamt 6.200 USD. Jedem Anleger gehören 10 % des Pools, und jeder von ihnen würde bei einer Auszahlung 1 BNB und 310 BUSD zurückerhalten. 

Was passiert aber, wenn der BNB-Preis fällt?

Der Pool hält dann mehr BNB, aber weniger BUSD. Die Anleger verfügen dann immer noch über 10 % des Pools, allerdings nur in USD. Dieser Betrag wird geringer sein als der ursprüngliche Betrag, weil der Preis von BNB im Verhältnis zu BUSD gefallen ist. Dies wird als unbeständiger Verlust bezeichnet.

Der Verlust ist unbeständig, da dieser Verlust nur dann eintritt, wenn dem Pool Liquidität entzogen wird. Wenn der Investor seine Anlagen im Pool nicht anrührt, kann der Liquiditätswert wieder auf sein ursprüngliches Niveau steigen. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Liquiditätsanbieter Profite aus dem Bereitstellen von Liquidität erhalten, welche die vorübergehenden Verluste ausgleichen können.

Liquiditätspools, die aus Paaren von Stablecoins oder Paaren von Token mit einer positiven Korrelation bestehen (wenn sich zwei Token im Liquiditätspool gemeinsam im Preis bewegen), gelten als am sichersten. Aber auch hier gilt: DYOR (Do Your Own Research – Recherchiere selbst!)

Erklärung: Was ist eine Farm?

Eine Farm ist ein Smart Contract, in dem du LP-Token hinterlegen kannst. Dadurch erhältst du ein zusätzliches Einkommen in den Token des von dir verwendeten Protokolls. Wenn du beispielsweise deine LP-Token, aus dem BNB-BUSD-Paar bestehend, bei Pancakeswap hinterlegst, erhältst du als Belohnung CAKE, den Token dieses Protokolls (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels hat der Token einen APR von 20,15 %). Gleichzeitig erhält der Investor eine doppelte Belohnung: für den gestakten LP-Token und für die Bereitstellung von Liquidität im BUSD-BNB-Paar.

Es kommt sehr häufig vor, dass eine Farm einfach als dezentrales Protokoll mit einer Option auf Farming bezeichnet wird, wie z.B. die Pancakeswap Farm. Das ist jedoch nicht ganz richtig.

Ein Bild von PancakeSwap

Tatsächlich ist es richtig, eine Farm als MasterChef-Contract zu bezeichnen, der es ermöglicht, Einkommen in Protokoll-Token zu erhalten. Ob ein Investor einen LP-Token (ein Token-Paar) oder einen regulären Token hinterlegt, spielt hierbei keine Rolle. All dies gehört zum MasterChef-Contract und sollte als Farm bezeichnet werden.

Erklärung: Pancake Interface

Schauen wir uns das Pancakeswap Interface an.

Laut Pancakeswap enthält der Tab FARMS Farmen, in denen ein Investor seine LP-Token staken und CAKE-Token verdienen kann.

Ein Bild von PancakeSwap

Wir beobachten die gleiche Situation bei anderen dezentralen Protokollen, zum Beispiel bei Apeswap. Wir können den LP-Token staken und erhalten BANANA – den Token dieses Protokolls.

Ein Bild von ApeSwap

Ähnlich sieht es bei dem neuen, sich schnell entwickelnden FstSwap-Protokoll aus. Du kannst deine LP-Tokens staken, um FIST-Tokens zu verdienen.

Ein Bild von FstSwap

Alle diese Farmen fallen unter die MasterChef-Contracts der oben genannten Protokolle. 

Es gibt jedoch auch Staking- oder Syruppools, was eigentlich zwei Bezeichnungen für dieselbe Sache sind. Verschiedene dezentrale Protokolle bezeichnen diese Pools unterschiedlich. Diese Pools haben nichts mit den Liquiditätspools zu tun, über die wir am Anfang des Artikels gesprochen haben.

Erklärung: Was sind Staking- oder Syruppools?

Bei Staking- oder Syruppools kannst du einen regulären Token (in der Regel einen Protokoll-Token) in einem Smart Contract staken, um andere Token zu verdienen. Diese Möglichkeit bieten Proof-of-Stake-Blockchains. Ein Nutzer leiht seine Token an das Netzwerk, um die Sicherheit der Blockchain zu unterstützen und erhält im Gegenzug Zinsen.

Bei Pancakeswap zum Beispiel kannst du CAKE-Token staken, um verschiedene andere Token zu verdienen.

Ein Bild von PancakeSwap

Das Gleiche können wir auf Apeswap beobachten.

Ein Bild von ApeSwap

Achte auf die oberen Zeilen in den “POOLS”-Tabs beider Protokolle. Es gibt die Pools “Stake CAKE to earn CAKE” und “Stake BANANA to earn BANANA”. Nur wenige wissen, dass sich diese Pools tatsächlich auf den MasterChef-Smart-Contract beziehen – wie eine Farm. Im Gegensatz dazu gehören alle anderen Pools zu völlig anderen Smart Contracts. Dieser Umstand führt leicht zu Verwechselungen in der Terminologie.

Wenn ein Investor ein LP-Token oder ein reguläres Token hinterlegt und Protokoll-Token verdient (im Fall von Pancakeswap wäre es CAKE), wird der MasterChef-Contract verwendet. Wir können solche Pools “Farm-Pools” nennen.

In der Regel erklären die meisten bekannten dezentralen Protokolle diesen Unterschied jedoch nicht. Es werden die in einem Smart Contract hinterlegten Token als Kriterium zur Einteilung in die verschiedenen Farming-Möglichkeiten verwendet. Wenn es sich um LP-Token handelt, ist der allgemein verwendete Begriff “Farming”. Handelt es sich jedoch um gewöhnliche Token, so spricht man von “(Staking/Syrup) Pools”.

In AnalytEx haben wir alle Pools, die zum MasterChef-Contract gehören, aufgelistet, unabhängig davon, ob es sich um einen LP-Token oder einen einzelnen Token handelt. Hier ist das Apeswap-Protokoll auf der AnalytEx-Website zu sehen.

Ein Bild von AnalytEx

Abschließende Erklärung

Es lässt sich also zusammenfassen, dass unabhängig vom Interface und der Terminologie verschiedener dezentraler Protokolle folgendes gilt: Wenn deine Belohnung in Protokoll-Token ausgezahlt wird, so greifst du auf den MasterChef-Contract dieses Protokolls zu. Unabhängig davon, ob du LP-Tokens oder normale Tokens zum Staken verwendest. 

Wenn du normale Token verwendest und eine Belohnung in anderen Token erhältst, verwendest du Smart Contracts von Dritten, aber diese Farming-Möglichkeiten nennen sich Pools.

Um vollständig zu verstehen, was im DeFi-Raum geschieht und um Entscheidungen basierend auf Daten treffen zu können, ist es notwendig, die grundlegende Terminologie und ihre Unterschiede zu verstehen.

Über die Autorin

Olga Ortega

Olga Ortega ist Chief Product Officer und Mitbegründerin des Echtzeit-DeFi-Explorers AnalytEx von HashEx. Sie ist eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der IT und verfügt über mehr als 12 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Implementierung von groß angelegten Datensystemen. Im Laufe der Jahre hatte Olga leitende Positionen in mehreren globalen Unternehmen, darunter die IT-Giganten Google und Facebook. Sie leitete die Entwicklung und Implementierung von skalierbaren Datenlösungen, Analysesoftware sowie Web- und Mobilanwendungen. Olga etablierte auch Business-Intelligence-Praktiken, um die Entscheidungsprozesse von Unternehmen zu verbessern. Bei AnalytEx ist sie für die Entwicklung des Projekts verantwortlich.

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