Ethereums Shanghai-Upgrade soll im März 2023 kommen! Doch was steckt dahinter?

Von Marc
11. Dezember 2022, 11:15 GMT+0100
Aktualisiert von Toni Lukic
11. Dezember 2022, 11:15 GMT+0100

Am 08.12. beschlossen die Ethereum Core Entwickler, die Auszahlung von Staking Rewards über die Beacon Chain zu ermöglichen.

Der aktuelle Entwicklungsstand des Ethereum Netzwerks

Derzeit befindet sich Ethereum in einer weitreichenden Entwicklungsphase hin zu Ethereum 2.0. Anhand eines Sechs-Stufen-Plans arbeiten die Core Entwickler an dem kontinuierlichen Wandel. Bereits im September dieses Jahres wechselte die Blockchain im Zuge des “The Merge” seinen Konsensmechanismus von Proof-of Work (PoW) auf Proof-of-Stake (PoS).

Einhergehend mit der Einführung des PoS-Konsensalgorithmus’ übernahmen Validatoren die Aufgaben der Miner. Inzwischen sichern knapp 500.000 Validatoren das Ethereum Netzwerk ab. Über 15,5 Millionen ETH werden auf unterschiedliche Art und Weise derzeit bei einer APR (Annual Percentage Rate – Zinssatz) von 5,4% gestaked.

Entsprechend stehen dem Ethereum-Network nun noch fünf Meilensteine bevor. Und zwar: “The Surge”, “The Scourge”, “The Verge”, “The Purge” und “The Splurge”, wie das Ethereum-Team sie eingängig taufte. Was genau dahintersteckt, umriss Vitalik Buterin, der Kopf des prominenten Blockchain Projekts, Anfang November in Form einer übersichtlichen Roadmap:

Eine Einordnung des Shanghai-Upgrades in die Ethereum-Roadmap

Bislang gibt es einen Clou an der Staking-Option bei Ethereum. Denn die Auszahlung der eingeschlossenen Ether sowie der Rewards ist bislang nicht möglich. Hierzu müssen die Ethereum Core Entwickler das sogenannte “Shanghai-Upgrade” implementieren. Und genau hier setzte das gestrige Meeting an, um sowohl eine tTimeline als auch die genauen Inhalte für das Upgrades zu diskutieren.

Als wichtigstes Ergebnis des Core Developer Mettings legten die Ethereum Entwickler einen Zeitplan für das Shanghai Upgrade bis Mitte März 2023 fest. Damit sollen die “Staker” ihre Einsätze noch im ersten Quartal des kommenden Jahres abheben können. Bewusst entschied sich der Kreis der Entwickler gegen die Integration der Shanghai Hard Fork in die Meilenstein-Implementation “The Surge”. Denn je mehr Veränderungen ein Upgrade in sich einschließt, desto größer das Potenzial für eine zeitliche Verzögerung der Umsetzung – das erscheint logisch.

In einem Tweet stellte der Ethereum Entwickler Tim Beiko die Ergebnisse der Zusammenkunft vor. Demnach gehen mit “Shanghai” auch die bereits implementierten EIPs PUSH0, Warm COINBASE und Limit/Meter initcode einher. Die als EVM Object Format (EOF) zusammengefassten Aktualisierungen der Ethereum Virtual Machin (EVM), einschließlich der Einführung eines neuen EVM-Vertragsformats, Code-/Datentrennungen und neuer operation codes, sind lediglich optional. Falls Verzögerungen auftreten, separieren die Entwickler die Integration der EOF Aktualisierungen.

Ein kurzer Ausblick: Was das Shanghai Upgrade bringen wird

Seit der Kryptomarkt bärisch verläuft, achten Investoren vermehrt auf den Nutzen und den Wert, den Blockchain Projekte mitbringen. Aufgrund der Möglichkeiten, die die Ethereum Smart Contracts eröffnen und der Reichweite der Netzwerkes ist Ethereum das größte Blockchain Projekt nach Bitcoin. Die Roadmap des Projektes zeigt auf, dass das Projekt noch lange nicht fertiggestellt ist.

Das Shanghai Upgrade schafft nicht nur Vertrauen und Ruhe, da die Staking Rewards ausgezahlt werden können. Insbesondere das “EIP-3651: Warm Coinbase” weist außerdem Möglichkeiten zur Senkung von Kosten innerhalb des Netzwerks auf.

Eine Coinbase-Transaktion ist die erste Transaktion innerhalb eines neuen Blocks. Auf der Ethereum Blockchain heißt die Software, die Entwickler nutzen, um neue Token in das Netzwerk einzugliedern, Coinbase. Jede neue Transaktion auf der Plattform muss mehrmals mit der Coinbase-Software interagieren, wobei die ersten Transaktionen hohe Gasgebühren erfordern, da sich die Coinbase zunächst “Aufwärmen” muss. Hier setzt die EIP-Implementierung an, sodass die Gasgebühren im System sinken. Damit wird die Nutzung der Ethereum Anwendungen günstiger.

Was uns 2023 nach dem Shanghai Upgrade erwartet

Nach Einführung des Shanghai Upgrades steht “The Surge” auf der Roadmap. Ziel ist es, 100.000 Transaktionen pro Sekunde (tps) und mehr über Rollups und Sharding zu ermöglichen. Während die Rollups von Layer-2-Projekten bereits unterstützt werden, muss das Sharding noch eingeführt werden. Undzwar mit “The Surge”.

Laut der Ethereum Foundation ist Sharding ein mehrphasiges Upgrade, das darauf abzielt, die „Skalierbarkeit und Kapazität“ von Ethereum durch die Implementierung von Shard-Ketten signifikant zu steigern. Dadurch erhält das Netzwerk deutlich „mehr Kapazität zum Speichern und Zugreifen auf Daten“. Mit den verbesserten Datenspeicherfähigkeiten können Layer-2-Lösungen niedrigere Transaktionsgebühren anbieten.

Drücken wir die Daumen, dass das Team um Galionsfigur und Wunderkind Vitalik Buterin die Lösung für das Blockchain-Trilemma entwickeln und sowohl Sicherheit als auch Dezentralisierung und Skalierbarkeit in sich vereinen wird.

Das Blockchain Trilemma
Ethereum 2.0 und das Blockchain-Trilemma

Derweil steht der ETH-Kurs bei 1.283 Euro und liegt damit unter der Hälfte des All-Time-Highs von 4630 Euro am 09.11.2021.

Aktueller ETH-Kurs

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