Ein weiterer starker US-Inflationsbericht kam am Donnerstag, 10. September. Alle Finanzmärkte erlitten Verluste, darunter Gold, Bitcoin und der S&P 500.
Es scheint, dass selbst traditionelle sichere Anlagen wie Gold aktuell nicht als Schutz vor Inflation funktionieren. Der Anleihemarkt hat zuletzt gezeigt, dass sich Inflationsschutz-Assets schwertun können, wenn steigende Preise auch höhere Zinsen bedeuten.
Gold: Die Inflationsstrategie funktioniert nicht
Die US-Erzeugerpreise stiegen im August um 0,4 %, was den Erwartungen entsprach. Die Jahresrate erreichte 5,4 %, lag damit leicht über den erwarteten 5,3 %.
Gold sollte profitieren, wenn die Inflation den Wert von Bargeld verringert. Dennoch fiel der Spotkurs XAU/USD um mehr als 1 % und näherte sich 4.350 USD, nachdem er zuvor über 4.400 USD lag.
Für Forex-Trader ist diese Entwicklung problematisch. Eine Standard-Gold-Position steht für 100 Unzen. Ein Rückgang um 100 USD bedeutet etwa 10.000 USD Verlust bei einer Long-Position mit einem Lot, ohne Handelskosten zu berücksichtigen.
Der eigentliche Rückschlag kam durch den Anleihemarkt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg auf über 4,9 %, den höchsten Wert seit Oktober 2023. Die 30-jährige erreichte etwa 5,35 %.
Höhere Renditen machen Bargeld und Staatsanleihen attraktiver. Gold zahlt keine Rendite, Bitcoin ebenfalls nicht.
Die CME FedWatch-Preise zeigten nach den Daten eine etwa 70-%-Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September, zuvor lag sie bei ungefähr 62 %.
Warum hohe Inflation Gold schwächt
Die Details des Berichts waren entscheidend. Das Bureau of Labor Statistics erklärte: „Die Preise für Güter der Endnachfrage stiegen um 1,1 %, der Index für Endnachfrage-Dienstleistungen wuchs um 0,1 %.“
Mehr als drei Viertel des Anstiegs bei Gütern kam durch Energie. Damit wirkte der Bericht eher wie ein Schock am Energiemarkt als wie ein breiter Inflationsanstieg.
Auch der US-Dollar wurde stärker, da die Erwartung von Zinserhöhungen stieg. Das belastete Gold, das in USD gehandelt wird, zusätzlich.
BeInCrypto hatte bereits zu Wochenbeginn darauf hingewiesen, dass Renditen von US-Staatsanleihen nahe 5 % direkt mit Bitcoin und Gold um institutionelles Kapital konkurrieren könnten.
Am Freitag folgt der nächste Test mit dem US-Verbraucherpreisindex (CPI). Ein weiterer starker Anstieg würde den Druck auf die Fed erhöhen, die Zinsen anzuheben, und zeigen, wie weit „Inflationsschutz“-Assets fallen können, wenn Inflation selbst zum Problem wird.









