Bitcoin (BTC) und Gold haben einen großen Teil ihrer Gewinne aus der vergangenen Woche wieder abgegeben. Beide Vermögenswerte sind im August gemeinsam gestiegen, als Investoren verstärkt auf den sogenannten Entwertungs-Handel gesetzt haben.
Allerdings wurde diese Entwicklung durch die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag unterbrochen.
Entwertungs-Handel trieb die Rallye im August
Die Rallye beider Vermögenswerte nahm ihren Anfang am Anleihemarkt. Das US-Finanzministerium kündigte an, die Obergrenze für Rückkäufe von langfristigen Schuldtiteln auf mindestens 4 Milliarden USD zu verdoppeln.
Investoren reagierten, indem sie vermehrt in alternative Vermögenswerte investierten und aus Fiat-Währungen ausstiegen. Der MSCI Global Gold Miners Index stieg im August um 43% — der stärkste Monat dieses Index seit seiner Auflegung.
Geldströme zeigen ein ähnliches Bild. Gold– und Bitcoin-ETFs verzeichneten zusammen Zuflüsse von 7 Milliarden USD innerhalb von fünf Handelstagen, ein Rekordwert für diesen Zeitraum.
Diese Entwicklung brachte den Goldpreis auf den höchsten Stand seit Mitte Mai. Am Dienstag erreichte der Kurs ein Tageshoch von 4.697 USD je Unze.
Auch Bitcoin profitierte von diesem Handel. Der Kurs stieg vergangene Woche auf Binance auf 81.354 USD — der höchste Wert seit etwa drei Monaten.
Seither kam es bei beiden Vermögenswerten zu einer Umkehr. Gold notierte am Montag um 4.432 USD und lag damit 5,6% unter dem Hoch vom Dienstag.
Auch der Bitcoin-Kurs geriet unter Druck. Der Kurs bewegte sich in der Nähe von 77.411 USD und liegt damit fast 5% unter dem Hoch der vergangenen Woche. Der Rückgang erfolgte nach Warshs Jackson Hole Rede.
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Warsh äußert sich restriktiv: Zinserhöhung wird wahrscheinlicher
Der US-Notenbankchef nutzte seine erste Rede in Jackson Hole am Freitag, um seine Botschaft hinsichtlich der Inflation zu verschärfen. Er lieferte eine restriktivere Einschätzung zur Wirtschaftslage.
„Die Inflation liegt über unserem Ziel von 2%. Daher sollte sich die Federal Reserve derzeit vor allem auf die Preise konzentrieren”, sagte er.
Die Zinsmärkte reagierten innerhalb weniger Stunden und erhöhten die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September. Laut CME FedWatch liegt die Chance auf einen Zinsschritt auf 3,75%-4,00% am 16. September nun bei 62,6%. Am Vortag waren es noch 57%, vor einer Woche 39,9%.
Höhere Leitzinsen steigern die Opportunitätskosten für Vermögenswerte, die keine Rendite abwerfen. Das trifft sowohl auf Gold als auch auf Bitcoin zu, weshalb beide Kurse gemeinsam nachgaben.
Besteht die Verbindung zwischen Gold und Bitcoin weiterhin?
Der jüngste Rückgang hat das Muster nicht gebrochen. Beide Vermögenswerte verloren gemeinsam, wie es bei einem gemeinsamen makroökonomischen Treiber zu erwarten ist.
Grayscale hatte diese Entwicklung bereits einige Tage vor dem Kursrückgang beobachtet. Die Analysen des Unternehmens zeigen, dass die 90-Tage- Korrelation zwischen Bitcoin und Gold in diesem Jahr auf über 50% gestiegen ist, während die Korrelation mit dem Nasdaq 100 von über 60% auf etwa 33% fiel.
Zach Pandl, Forschungsleiter des Vermögensverwalters, erklärte, dass dieser Trend darauf hindeutet, dass Investoren Bitcoin eher als Währungsabsicherung und nicht mehr als gehebelte Investition auf Technologiewerte betrachten.
Diese neue Rolle wirkt in beide Richtungen: Ein Vermögenswert, der als Währungshedge gehandelt wird, profitiert von Ängsten vor Entwertung — und verliert, wenn die Fed eine restriktive Haltung einnimmt, unabhängig davon, wie sich Tech-Aktien entwickeln.
Gleichzeitig kann ein Teil des Rückgangs auch auf Gewinnmitnahmen nach einer starken Aufwärtsbewegung zurückgeführt werden. Beide Vermögenswerte notieren weiterhin deutlich über ihren Ständen zu Monatsbeginn.
Das Treffen am 16. September wird nun zur Bewährungsprobe. Falls Warsh die Zinserhöhung, die Trader einpreisen, umsetzt, könnte dies den Entwertungs-Handel erstmals seit Beginn der Anleiheverkäufe klar ausbremsen.
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