Grayscale hat den Bärenmarkt-Boden von Bitcoin (BTC) erklärt und argumentiert, dass die Kryptowährung im Bereich von 65.000 bis 70.000 USD ihren Tiefpunkt erreicht hat. Diese Einschätzung steht im Widerspruch zur weit verbreiteten Meinung, die das Tief später im Jahr 2026 sieht.
Zach Pandl, Forschungsleiter bei Grayscale, erklärte, dass Käufer, die in letzter Zeit investiert haben, durch den Kursanstieg von Bitcoin um mehr als 20% seit dem Tiefststand am 5. Februar bei etwa 63.000 USD, nun wieder bei ihrem Einstandskurs angekommen sind.
Grayscales Argumentation auf der Blockchain für den Bitcoin-Boden
Die Argumentation von Grayscale stützt sich auf eine Kennzahl namens Realized Price. Dieser Wert berechnet den Durchschnittspreis eines Coins, basierend auf seiner letzten Bewegung auf der Blockchain. Er gilt als Anhaltspunkt für das aggregierte Break-even-Niveau des Marktes.
Für Coins, die in den vergangenen ein bis drei Monaten gehandelt wurden, schätzt Grayscale den Realized Price auf etwa 74.000 USD. Dieser Wert liegt knapp unter dem aktuellen Kurs, sodass die jüngsten Käufer aktuell wieder an ihrem Einstandswert sind.
„Steigt der Bitcoin-Kurs in den kommenden Tagen weiter, würden noch mehr aktuelle Käufer in die Gewinnzone kommen. Das wäre ein mögliches Signal für den Beginn der ersten Phase eines Bullenmarktes”, erklärte Pandl.
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Der Bitcoin-Kurs liegt noch deutlich unter dem Hoch aus dem Oktober, aber Grayscale vertritt die Ansicht, dass das Aufwärtsmomentum im Februar bereits einen stabilen Boden gebildet hat. Weitere Kurssteigerungen würden noch mehr neue Käufer in den Gewinnbereich bringen. Das Unternehmen sieht die Rückkehr in Richtung des geschätzten Einstandskurses als Beleg dafür, dass die Kapitulation bereits abgeschlossen ist.
„Der Bitcoin-Kurs liegt weiterhin deutlich unter den Oktober-Hochs, aber viele aktuelle Käufer sind wieder bei Null. Das könnte darauf hindeuten, dass Bitcoin im Bereich von 65.000 bis 70.000 USD einen stabilen Markt-Boden erreicht hat”, heißt es in der Analyse.
Warum einige Analysten weiterhin ein tieferes Bitcoin-Tief erwarten
Nicht alle Forscher sind der Meinung, dass das Schlimmste vorbei ist. Benjamin Cowen, Geschäftsführer von Into The Cryptoverse und ehemaliger NASA-Forscher, sagte gegenüber BeInCrypto, dass sein Basisszenario den Zyklus-Tiefpunkt im Oktober 2026 sieht. Ein früheres Tief würde laut ihm eine Kapitulation erfordern, die über das hinausgeht, was historisch in mittleren Jahren üblich ist.
„Bitcoin könnte auch früher, etwa im Mai, einen Tiefpunkt erreichen. Dafür müsste es jedoch eine massive Kapitulation geben, die deutlich über das hinausgeht, was wir üblicherweise in mittleren Jahren beobachten”, erklärte er.
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Joao Wedson, CEO des Blockchain-Analyseunternehmens Alphractal, sieht das ähnlich. Auch er rechnet mit einem Tiefpunkt Ende September oder Anfang Oktober 2026.
CryptoQuant hat einen größeren Zeitraum identifiziert: Juni bis Dezember 2026, wobei die Monate September bis November am wahrscheinlichsten sind. Damit bleibt mehr Zeit für das bärische Szenario als bei Grayscales kurzfristiger These.
Diese unterschiedlichen Einschätzungen führen dazu, dass Trader zwei Möglichkeiten abwägen: Entweder markierte die Kapitulation im Februar bereits das Zyklustief, und neue Käufer befinden sich jetzt in den Anfängen eines neuen Bullen-Narrativs, oder Bitcoin muss noch einmal deutlich fallen, bevor eine nachhaltige Erholung ab Ende 2026 beginnt.





