Die Gruppe hinter den Grand Theft Auto VI (GTA 6) Leaks reagierte am Mittwoch innerhalb weniger Stunden auf Rockstar Games. Sie wiederholte ihre Forderung nach physischen Discs und warf dem Studio vor, sich als Opfer darzustellen.
CyberLeek, das Konto, das die Leak-Kampagne steuert, veröffentlichte seine Antwort auf X. Dadurch entfachte der Streit erneut, der bereits seit Juni andauert.
Rockstar schreibt an Fans: Die Frage nach GTA 6 Discs bleibt unbeantwortet
Rockstar durchbrach am Mittwoch nach einer Woche die Stille und wandte sich mit einem offenen Brief an die Community. Das Studio bezeichnete die Leaks als niederschmetternd für sein Team. Es entschuldigte sich bei den Fans für die lange Wartezeit.
„Es wäre untertrieben zu sagen, dass die geleakten Videos zu Grand Theft Auto VI für unser Team niederschmetternd waren, und das ist offensichtlich nicht die Art, wie wir wollten, dass Sie das Spiel nach all der Zeit sehen.”
Rockstar Games, Stellungnahme
Die vollständige Stellungnahme von Rockstar dankt Unterstützern, bestätigt den Start am 19. November, und warnt, dass Spoiler das Spielerlebnis beeinträchtigen könnten.
Allerdings erwähnt das Studio Discs nicht und nennt CyberLeek mit keinem Wort. Diese Stille provozierte eine Antwort der Gruppe, welche Rockstar als Angreifer darstellte, nicht als Opfer.
Die Gruppe veröffentlicht seit dem 18. August täglich neue Videos. Sie fordert gepresste Discs für Vorbestellungen sowie eine Offline-Option für Einzelspieler-Inhalte.
Zudem verlangt sie ein Ende sogenannter falscher Einzelspieler-Erweiterungen. Damit meint sie Inhalte, die bereits auf den Spieldateien liegen, aber erst freigeschaltet werden, wenn Spieler erneut zahlen. CyberLeek erklärt, erst aufhören zu wollen, wenn Publisher sich entschuldigen und Änderungen zusagen.
Warum der Streit um Besitzrechte immer größer wird
Rockstar bestätigte im Juni, dass die Box-Versionen nur noch einen Download-Code und keine Disc enthalten. Käufer erhalten daher eine Lizenz, aber kein physisches Produkt. Take-Two-Chef Strauss Zelnick teilte Analysten am 7. August mit, dass Discs für Verbraucher keinen Sinn mehr ergeben.
Gleichzeitig bewegt sich die gesamte Branche in die gleiche Richtung. Sony wird ab Januar 2028 keine Spiel-Discs mehr produzieren. Eine Petition gegen den Wegfall der PlayStation-Discs hat bereits mehrere Hunderttausend Unterschriften gesammelt.
Dennoch setzt sich die Bewegung für den Erhalt von Spielen weiter zur Wehr. Stop Killing Games, eine Initiative für dauerhaften Zugang zu gekauften Titeln, lehnt hingegen die Leak-Methoden klar ab.
„Illegale Mittel zu nutzen, um ein Anliegen zu untermauern, ist für uns inakzeptabel und trägt nicht dazu bei, unser Recht zu schützen, auf gekaufte Inhalte zuzugreifen.”
Stop Killing Games, Stellungnahme
Finanzielle Interessen verkomplizieren den Protest zusätzlich. CyberLeek verkauft Werbeflächen in seinen Leak-Videos. Marken müssen 400 Monero (XMR), was aktuell etwa 172.000 USD entspricht, zahlen, nur um überhaupt eine Antwort zu erhalten.
Dieser Betrag garantiert jedoch keine Platzierung, sondern lediglich eine Rückmeldung. Die Privacy-Kryptowährung notiert bei etwa 431 USD. Zudem verzeichnete ein CyberLeek-Memecoin innerhalb der letzten Woche ein Plus von 1.400 %.
Take-Two hat seit Beginn der Leak-Kampagne an Marktwert verloren.
Netflix zeigt am Donnerstag einen längeren Blick auf GTA 6, und Rockstar hofft, mit offiziellem Material die Kontrolle über das Narrativ zurückgewinnen zu können. Ob das gelingt oder Leaker dadurch eine größere Aufmerksamkeit bekommen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.









