Sony wird ab Januar 2028 keine physischen Spiele-Discs mehr für neue PlayStation-Titel produzieren. Neue Spiele werden dann nur noch digital vertrieben. Nach dieser Ankündigung stieg der Kurs der Sony-Aktie an der New Yorker Börse um 0,7%.
Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Microsofts nächste Xbox-Konsole, mit dem Codenamen Project Helix, ebenfalls ohne Laufwerk für Discs erscheinen wird. Beide Unternehmen deuten damit an, dass die Gaming-Branche sich von physischen Datenträgern verabschiedet.
Sony: Frist für physische Spiele-Discs im Januar 2028
Sony hat diesen Schritt in einer offiziellen Mitteilung bestätigt. Spiele, die vor diesem Termin erscheinen, sind nicht betroffen. Der Verkauf neuer Titel erfolgt weiterhin im Einzelhandel, jedoch nur noch als digitale Codes. Alle kommenden PlayStation-Veröffentlichungen laufen somit über den PlayStation Store, sodass Sony die Preise wesentlich stärker kontrollieren kann.
Sony begründet die Änderung mit dem Muster der Kunden, weil Downloads mittlerweile viel häufiger gekauft werden als Discs. Das Unternehmen verspricht aber, auch weiterhin Konsolen und Zubehör im Einzelhandel anzubieten. Frühere Konsolen-Hersteller haben bereits mit Modellen ohne Laufwerk experimentiert, doch einen vollständigen Verzicht auf physische Medien für alle neuen Spiele gab es bislang nicht.
Investoren begrüßten den Entschluss, weil dadurch die Produktions- und Lieferkosten entfallen. Analysen zufolge wird Sony durch den Schritt höhere Gewinnmargen beim Software-Verkauf erzielen. Die Kurse von Gaming-Aktien reagieren immer wieder auf Preisanpassungen, wie der Kursrutsch nach den GTA 6-Vorbestellungen bei Take-Two gezeigt hat.
Xbox Project Helix verzichtet wohl ebenfalls auf das Laufwerk
Auch Microsoft plant offenbar einen ähnlichen Weg. Nach einem Bericht von Windows Central soll Project Helix ohne Laufwerk erscheinen. Zusätzlich soll es ein Programm mit dem Namen Positron geben, das es Spielern ermöglicht, Xbox One- und Series X|S-Discs in digitale Lizenzen umzuwandeln.
Dieses Programm soll jedoch keine Xbox 360- und Original-Xbox-Discs erfassen. Abos wie Game Pass könnten in einer rein digitalen Zukunft noch wichtiger werden.
Die Microsoft-Aktie stieg um 3,0% und schloss bei 384,28 USD an der Nasdaq, was die Rallye der letzten drei Tage fortsetzte. Im Gegensatz dazu haben andere US-Tech-Unternehmen Ende Juni nach Nachrichten zu digitalen Steuerzöllen und einem Verkauf asiatischer Tech-Aktien nachgegeben. Für Investoren steht der Schritt zu reinen Downloads offenbar für Gewinnsteigerung und nicht für ein Risiko.
Widerstand der Gamer: Streit um digitales Eigentum
Während an der Wall Street positiv reagiert wurde, sind Spieler verärgert. In sozialen Netzwerken war die Reaktion so heftig, dass Sony angeblich vorübergehend auf Werbung verzichtet hat. Kritiker warnen, dass digitale Bibliotheken Weiterverkauf, Ausleihen und langfristige Sicherung unmöglich machen. Werden Spiele aus dem Angebot genommen, sind sie für immer verschwunden. Auch Händler verlieren Einnahmen, wenn der Verkauf von Boxen endet.
Die Sorgen wurden im vergangenen Monat verstärkt, als Sony gekaufte PlayStation-Filme aus den Nutzerkonten löschte. Hideo Kojima, der bekannte Entwickler von Metal Gear Solid und Death Stranding, warnte schon 2021: „Der Zugang kann plötzlich entzogen werden”, und teilte diese Warnung diese Woche erneut.
Die Debatte um digitales Eigentum hat bereits dazu geführt, dass einige Entwickler auf Blockchain-Lizenzen setzen. Dennoch sind die meisten Web3-Gaming-Projekte in diesem Zyklus gescheitert. Bei den nächsten Quartalsergebnissen wird sich zeigen, ob die Sorge um Erhaltung den Vorverkauf bremst oder ob sich der Download weiter durchsetzt.









