Indien hat den rechtlichen Rahmen für die Verwendung von 100% Ethanol als Fahrzeugkraftstoff genehmigt. Damit können Autos künftig mit Biokraftstoff anstatt mit importiertem Benzin fahren.
Der Verkehrsminister Nitin Gadkari hat die Unterlagen unterschrieben. Die Entscheidung erfolgt, nachdem der Iran-Krieg Indiens Importkosten erhöht hat.
Indien öffnet den Weg für E100-Ethanol-Kraftstoff für Fahrzeuge
Gadkari gab diese Entscheidung auf einer Veranstaltung bekannt. Er betonte, dass die Regierung mit der Zeit die eigene Kraftstoffproduktion erhöhen und praktikable Alternativen zu Benzin und Diesel schaffen will.
„Gestern Abend gegen 20 Uhr habe ich die Unterlagen für die Regeln zu 100% Ethanol unterschrieben und ihnen einen rechtlichen Rahmen gegeben“, sagte er. „Das Land importiert Waren im Wert von 22-Lakh-Crore. Unser Entschluss ist es nun, diesen Import zu reduzieren… Schritt für Schritt wird auch Gas im Land produziert. Eine Alternative zu Benzin und Diesel ist bald bereit.“
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E100 bedeutet fast reines Ethanol. Fahrzeuge benötigen dafür speziell eingestellte Motoren, und Autohersteller bauen diese nun.
Maruti Suzuki hat eine flex-fuel WagonR präsentiert, und Hero MotoCorp hat zwei motorräder vorgestellt, die mit Ethanol fahren können. Gadkari sagte, dass Toyota, Suzuki, Hyundai und MG innerhalb von etwa sechs Wochen nachziehen werden.
US-Iran-Krieg zeigt Indiens Abhängigkeit von Kraftstoffimporten
Indien importiert fast 85% des Kraftstoffs, den das Land verbraucht. Diese Abhängigkeit wurde nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar teuer.
Der Konflikt führte zur Schließung der Straße von Hormus. Indien hatte diesen Seeweg für etwa die Hälfte des Erdöls und den Großteil des Gases genutzt.
Die durch den Krieg verursachten Versorgungsengpässe veranlassten Neu-Delhi, auf mehreren Ebenen zu handeln. Im Mai rief Premierminister Narendra Modi die Bürger dazu auf, den Kraftstoffverbrauch zu senken und von zu Hause aus zu arbeiten.
Indien wandte sich zudem stärker an die USA. Washington lieferte im Mai 630.000 Tonnen Flüssiggas (LPG). Diese Menge lag etwa 60% über den 380.000 Tonnen, die alle Golfstaaten zusammen geliefert hatten. US-LNG-Lieferungen erreichten 900.000 Tonnen im gleichen Monat.
Die Ethanol-Entscheidung unterstützt diese Entwicklung. Eine breitere Nutzung von im Land hergestelltem Biokraftstoff könnte die Abhängigkeit von schwankenden Rohölpreisen verringern. Außerdem schafft sie neue Nachfrage für landwirtschaftliche Rohstoffe.
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