Inflation in der Türkei – Bitcoin und Gold als Fluchtwährung

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IN KÜRZE
  • Die türkische Lira verliert immer mehr an Wert.

  • Auf türkischen Basaren ist ein wahrer Goldrausch ausgebrochen.

  • Viele Länder mit einer wackelnden Wirtschaft erleben auch einen Adoptionsboom für Kryptowährungen.

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Die Türkische Lira wertet seit Jahren massiv ab. Fluchtassets wie Gold oder Kryptowährungen erweisen sich für Anleger in der Türkei als nützlich, um der galoppierenden Inflation zu entkommen.



Nicht nur in der Türkei, sondern auch in anderen Ländern mit einer schwächelnden Wirtschaft werden Kryptowährungen immer beliebter.

Goldrausch in der Türkei

In den letzten Jahren verlor die türkische Lira massiv an Wert. Seit seinem Höchststand Ende 2007 sank der Wert der Lira von 0,86 USD auf 0,14 USD. Am Es ist kein Ende der Inflation in Sicht. Derzeit steht steht die jährliche Inflationsrate für 2020 bei 12,0 %. Historisch gesehen ist diese Inflationsrate für die türkische Lira eher wenig. Zum Vergleich: 1980 und 1994 verzeichnete die türkische Fiatwährung eine Inflationsrate von über 100 %.



Während das Vertrauen in die Lira schwindet, gibt es einen Run auf Fluchtassets. Wie Reuters berichtet, setzten Goldhändler innerhalb der letzten zwei Wochen insgesamt 7 Mrd. USD um, beinahe ausschließlich durch den Verkauf von Goldbarren. Ein Goldhändler schildert seine Erlebnisse:

Ich habe mich mit hunderten Leuten unterhalten, die darüber nachdenken, ihr Haus oder ihr Auto zu verkaufen, um sich mehr Gold anzuschaffen.

Ganz offenbar hat die türkische Bevölkerung weder Vertrauen in die Währung, noch in die Wirtschaft ihres Landes. Wer es schafft flüchtet sich in Gold, den US-Dollar, oder Kryptowährungen.

Krypto-Adoption in Schwellenländern weit fortgeschritten

Was Kryptowährungen angeht, ist die Türkei kein Einzelfall. Dennoch rangiert sie weit oben, was die Krypto-Adoption angeht.

Laut Statista zählt die Türkei zu den Ländern mit der stärksten Krypto-Adoption. In einer jüngst erhobenen Umfrage gaben 16 % der Befragten Türken an, bereits schon einmal Kryptowährungen benutzt zu haben. Die Türkei steht damit gleichauf mit Peru. Nur Südafrika (17 %), Vietnam (21 %) und Nigeria (32 %) haben eine höhere Adoptionsrate. Zum Vergleich: Deutschland kommt gerade einmal auf 6 %.

Anteil der Befragten, die angaben, bereits Kryptowährungen verwendet zu haben. Quelle: Statista.

Die wachsende Krypto-Community in der Türkei wurde jüngst auch von Bobby Lee wahrgenommen. In einem Interview mit der türkischen Redaktion von BeInCrypto sagte der Ballet-Gründer folgendes:

2018 war ich eingeladen, auf einer Krypto-Konferenz in Istanbul zu sprechen und ich war sehr beeindruckt von den klugen Leuten, die alle das volle Potenzial von Kryptowährungen verstehen. Die Menschen in der Türkei verstehen auf jeden Fall etwas davon. Ich freue mich darauf, zu sehen, wie Bitcoin in den nächsten Jahren zu einer weitreichenden Akzeptanz in der Türkei gelangt.

Inflation lässt Krypto-Kurse steigen

Das Beispiel der Türkei zeigt eindrücklich die Fragilität von Fiatwährungen. Durch die Gefahr von Inflation und Hyperinflation können ohnehin wackelige Volkswirtschaften noch mehr ins Wanken geraten. Dies wirkt sich als verstärkender Faktor für die Adoption und die Nachfrage nach Kryptowährungen aus und wirkt bullisch auf den Kurs.

Für die Wirtschaft, deren Anleger in diese Assets flüchten, muss dies nicht zwangsläufig etwas schlechtes bedeuten. Nach einem wirtschaftlichen Crash leisten die Anleger, welche ihr Vermögen rechtzeitig retten konnten, eine wichtige Unterstützung beim Wiederaufbau, sobald ein Land seine Währung stabilisiert.

Leider erkennen noch zu wenige Länder die Bedeutung einer stabilen Währung und einer Bevölkerung, die auf eigene Faust Rücklagen bildet. Viele sehen den Keynesianismus immer noch als Allheilmittel an. Auf eine Wirtschaftskrise antworten sie nach wie vor mit quantitativer Lockerung, also mit niedrigen Zinssätzen und einer gleichzeitigen Abwertung ihrer Währung. Die Auswirkungen bekommen letztlich die Anleger zu spüren, deren Ersparnisse weginflationiert werden, sofern sie sich nicht in inflationssichere Assets retten können.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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