Die Intel-Aktie stieg um etwa 10%, nachdem US-Präsident Trump sagte, dass Apple Chips zusammen mit dem Unternehmen fertigen werde. Der Anstieg brachte Intel (INTC) über eine Grenze, die der Kurs zuvor zweimal nicht überschreiten konnte.
Der Ausbruch auf dem Chart sieht vielversprechend aus. Dennoch zeichnen Geldflüsse, Krypto-Trader und der Optionsmarkt ein vorsichtigeres Bild im Hintergrund.
Warum die Intel-Aktie wegen der Apple-Meldung stark gestiegen ist
Die Aktie von Intel Corporation (INTC) eröffnete am Donnerstag mit einem großen Kurssprung. US-Präsident Trump schrieb auf Truth Social, dass Apple (AAPL) zugestimmt habe, Chips in den USA zu entwickeln und zu produzieren.
Allerdings haben beide Unternehmen diese Vereinbarung noch nicht offiziell bestätigt. Dieser Hinweis ist wichtig, weil Washington einen Anteil an Intel hält. Die US-Regierung kaufte im August 2025 etwa 10% des Unternehmens.
Diese Entwicklung krönt eine starke Phase. Die Intel-Aktie hat sich 2026 etwa verdreifacht, unter anderem wegen Verbindungen mit Nvidia (NVDA) und Tesla (TSLA). Die hohe Nachfrage durch Agentic AI, also Software, die eigenständig arbeitet, hat die Verkäufe von Intels Chips zusätzlich gesteigert.
Dennoch bestehen gewisse Risiken. Die Foundry-Sparte von Intel ist weiterhin nicht profitabel und der PC-Markt steht unter Druck.
Das INTC-Chart zeigt den ersten Teil dieser Entwicklung.
INTC durchbricht eine Grenze, die zweimal gehalten hat
Der Anstieg überwand 132,70 USD, ein Niveau, das Intel schon zweimal gestoppt hatte. Solch ein Muster nennt man ein „doppeltes Hoch“, bei dem der Kurs an gleicher Stelle zweimal stagniert.
Die INTC-Aktie stieg deutlich darüber hinaus. Am Donnerstag wurden 233,91 Millionen Aktien gehandelt, mehr als beim Kursanstieg Ende Mai in denselben Bereich.
Auch bei den Geldflüssen gibt es Veränderungen. Der Chaikin Money Flow (CMF), der als Indikator für Käufe und Verkäufe institutioneller Investoren dient, kletterte von negativen Werten zurück auf null. Diese Erholung deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachgelassen hat und größere Käufer wieder in den Markt eintreten könnten.
Allerdings steht der CMF bei null und nicht klar im positiven Bereich. Das Kaufinteresse ist also noch nicht sicher bestätigt. Daher bleibt dieser Teil des Marktes vorsichtig.
Kurs und Volumen sprechen für einen bullischen Trend, aber die Positionierung zeigt ein anderes Bild — insbesondere bei den Krypto-Tradern.
Krypto-Trader setzen weiterhin auf fallende Intel-Kurse
Die meisten Krypto-Trader steigen bisher nicht bei diesem Ausbruch ein. Auf Hyperliquid, einer DEX für Perpetual Futures auf Aktien, bleibt das sogenannte „Smart Money“ netto short auf Intel. Perpetual Futures sind Verträge, die einen Kurs ohne Ablaufdatum nachzeichnen.
Daten von Nansen zeigen 7,41 Millionen USD in Shorts gegenüber 2,90 Millionen USD in Long-Positionen. Damit ergibt sich ein Netto-Short von 4,51 Millionen USD, verteilt auf 21 Wallets.
Allerdings ist die Short-Position gegen Intel kleiner als die Shorts der Community bei Nvidia und Micron. Das Verhältnis von Long- zu Short-Positionen bei Intel liegt bei 0,39. Dieses Verhältnis zählt zu den am wenigsten bärischen Werten in dieser Gruppe.
Das Verhältnis steigt zudem — was darauf hindeutet, dass einige Trader nach der Apple-Nachricht ihre Shorts reduzieren. Dennoch ist die Gruppe noch nicht auf netto Long gewechselt.
Auch der Optionsmarkt zeigt diese Zurückhaltung, jedoch mit einer Besonderheit.
Der Optionsmarkt sendet gemischte Signale
Das Put-Call-Verhältnis von Intel zeigt ein geteiltes Bild. Es vergleicht Puts, die bei fallenden Kursen Gewinne bringen, mit Calls, die bei steigenden Kursen profitieren. Ein Wert unter eins gilt als bullisch, über eins spricht für eine bärische Haltung.
Beim täglichen Volumen fiel das Verhältnis von 0,68 am 17.6. auf 0,51 am 18.6. Trader kauften verstärkt Calls, als die Aktie mit einer Kurslücke nach oben startete. Beim Open Interest stieg das Verhältnis im gleichen Zeitraum von 1,02 auf 1,04. Die offenen Positionen waren damit etwas stärker auf Puts ausgerichtet.
Die Aufteilung ist nachvollziehbar. Kurzfristige Trader setzten mit Calls auf eine schnelle Folgerallye, um von der Bewegung zu profitieren. Gleichzeitig haben längerfristige Halter Puts gekauft, um sich gegen ein mögliches Scheitern des Ausbruchs abzusichern.
Der frische Zufluss wirkt bullisch, während die offenen Positionen vorsichtig bleiben. Puts während eines Kursanstiegs zu kaufen ist klassisches Hedging, also keine Zuversicht. Das ist ein weiteres Warnsignal.
Diese defensive Ausrichtung wird besonders wichtig, wenn es auf die entscheidenden Kursmarken ankommt.
Intel-Kursmarken: Diese Zonen entscheiden über den weiteren Weg
Nun verdeutlichen die INTC Kursmarken das Bild. Die 132,70 USD-Marke entspricht einem wichtigen technischen Niveau bei 132,63 USD. Dieser Bereich bildet eine starke Unterstützung, solange der Kurs darüber bleibt.
Auf der Oberseite liegt bei 140,69 USD das 0,618 Fibonacci-Level, ein wichtiger historischer Widerstand, etwa 5% entfernt. Ein klarer Ausbruch darüber öffnet die Tür zu 152,16 USD und danach 166,76 USD.
Das Risiko besteht in einer bullischen Falle, also einem Fehlausbruch, bei dem Anleger zu hoch einsteigen und der Kurs danach wieder fällt. Wenn der CMF wieder unter null sinkt und das allgemeine Sentiment schwächer wird, könnte die Bewegung scheitern. Ein Rückgang würde die Bereiche bei 124,58 USD, dann 114,62 USD und noch weiter unten 98,51 USD ins Spiel bringen. Das Risiko bleibt bestehen und erklärt, weshalb alle Märkte aktuell recht vorsichtig sind.
Im Moment ist der Ausbruch zwar da, aber wenig überzeugend. Der Kurs hat die Marke überwunden, allerdings steht der CMF neutral, Trader im Krypto-Bereich bleiben netto short und das Open Interest bei Puts steigt. Die Apple-Meldung hat die Intel-Aktie gestützt, aber bei den institutionellen und Krypto-Tradern hat das noch keinen eindeutigen bullischen Trend ausgelöst.
Bleibt der Kurs über 132,70 USD und der CMF wird positiv, rückt die 140-USD-Zone in Reichweite. Fällt der Kurs wieder unter 132,70 USD, während der CMF schwächer wird, droht ein Fehlausbruch in Richtung 124-USD-Bereich.











