Iran plant US-Sanktionen via Bitcoin zu umgehen

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IN KÜRZE
  • Der Iran legalisierte 2019 das Krypto-Mining.

  • Allerdings ist der Handel mit den Kryptowährungen immer noch verboten.

  • Jetzt soll Bitcoin ein Mittel zur Umgehung der US-Sanktionen dienen.

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur für iranische Studenten (ISNA) hat der Iran neue Vorschriften in Bezug auf die Kryptowährungen erlassen. Die gesetzlich registrierten Miner des Landes sollen in Zukunft ihre geschöpften Bitcoins an die iranische Zentralbank (CBI) verkaufen können.


Bitcoin-Abgaben basierend auf der Energiemenge

Grund für diesen Schritt ist der Rückgang der Währungsreserven in dem orientalischen Land. Das Land hat mit einem 33 prozentigen Rückgang der Währungsreserven zu kämpfen. Nun möchte die Regierung Bitcoin als Problembehebung einsetzen. Möglicherweise sollen so auch US-Sanktionen auf diese Weise umgangen werden.

Die USA sind im Jahr 2018 aus einem multilateralen Atomabkommen ausgetreten. Seitdem verstärkt die USA Sanktionen gegen den Iran und Gruppen, die in einer geschäftlichen Beziehung mit der islamischen Republik stehen. Anfang Oktober kündigte die USA verschärfte Sanktionen gegen die Banken des Irans an.


Auch Venezuela verstaatlichte kürzlich Mining-Pools. Und auch das südamerikanische Land hat gegen US-Sanktionen zu kämpfen.

Der Iran legalisierte das Mining von Kryptowährungen erst im August 2019. Allerdings ist der Handel mit den virtuellen Währungen im Iran verboten. Das Mining ist im Iran allerdings äußerst beliebt, schließlich subventioniert der Staat die Stromversorgung. Der für das Mining so wichtige Strom ist aufgrund großer Erdgas- und Ölreserven besonders günstig.

Die Miner sollen gemessen an ihrer verbrauchten Energiemenge Abgaben an die Zentralbank leisten.

In einem Bericht von Isna News heißt es dazu:

Die Extraktoren müssen auch den Währungscode aus erster Hand bereitstellen, der bis zum genehmigten Limit und direkt (ohne Zwischenhändler) für die von der Zentralbank eingeführten Kanäle generiert wurde.

Iran: Importe via BTC zahlen

So soll der Iran letztendlich in der Lage sein liquide zu bleiben. Dem Land ist momentan nur begrenzt möglich die finanziellen Reserven in USD zu verwenden. Entsprechend soll der Iran bereits an einer staatlichen digitalen Währung (CBDC) arbeiten, um das Problem zu umgehen. Des Weiteren hat die iranische Zentralbank ihre primären Reservewährungen bereits auf den chinesischen Yuan umgestellt.

Die Nachrichtenagentur der Islamischen Republik (IRNA) berichtete bezugnehmend auf Iran Daily, dass die Kryptowährungen nun für die Importfinanzierung durch die iranische Zentralbank (CBI) verwendet werden können. Für die Zukunft bedeutet das, dass die Verantwortlichen legal abgebaute Kryptowährung im Iran nur dann austauschen können, wenn sie sie zur Finanzierung von Importen aus anderen Ländern verwenden.

 

Die Zukunft wird zeigen, ob diese Maßnahme die Wirtschaft des Irans ankurbelt und weitere Länder dazu anregt diesem Beispiel zu folgen. Ferner bleibt abzuwarten, ob der Einsatz der ältesten Kryptowährung zu Importzwecken auch einen positiven Einfluss auf die Verwendung innerhalb des Landes haben könnte.

 

 

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Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn absolviert, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin absolviert. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

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