Japans Anleihemarkt steht vor einer Erneuerung durch Blockchain. Nikkei berichtete diese Woche, dass die Aufsichtsbehörden wollen, dass Aktien und japanische Staatsanleihen (JGBs) künftig rund um die Uhr und sofort abgerechnet werden.
Obwohl das Land bereits Blockchain-Pilotprojekte durchgeführt hat, ist es das erste Mal, dass konkrete Termine für eine landesweite Einführung genannt werden.
Warum Japans Anleihemarkt auf Blockchain setzt
Die Arbeit startet diesen Sommer, wobei die Financial Services Agency (FSA), das Finanzministerium und die Bank of Japan voraussichtlich die Führung übernehmen.
Banken nehmen an einer Arbeitsgruppe teil, ein Entwicklungsplan soll Anfang 2027 vorliegen. Das System könnte Anfang der 2030er Jahre in Betrieb gehen.
Derzeit dauert der Abschluss eines Aktienhandels in Tokio zwei Tage, ein JGB-Handel benötigt einen Tag. Mit der neuen Technologie würde sich diese Zeit auf nahezu null reduzieren. Verkäufer könnten ihr Bargeld fast sofort wieder investieren.
Die mögliche Wirkung ist erheblich, da Japan laut Angaben des Finanzministeriums rund 1.166 Billionen Yen an ausstehenden Staatsanleihen und -wechseln hält. Beim aktuellen Wechselkurs entspricht das etwa 7 Billionen USD.
Japan hat seine Systeme schrittweise verbessert. So wurde die JGB-Abwicklung 2018 laut JSCC auf einen Tag verkürzt. Aktien folgten 2019 mit einer Frist von zwei Tagen. Die USA senkten 2024 die Abwicklungsdauer für Aktien auf einen Tag. Würde die Verzögerung ganz beseitigt, könnte Japan diese Märkte überholen.
Banken warten nicht ab. Vier der größten Kreditinstitute Japans führen seit April 2026 einen Blockchain-Test für JGB-Besicherungen durch.
SBI und die Solana Foundation bauen zudem Japans Vorstoß in die Blockchain-Finanzwelt rund um Yen-Stablecoins weiter aus.
Neue Technologie für einen Markt unter Druck
Auch der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Japan erneuert die Infrastruktur, während das bestehende System die größten Herausforderungen seit Jahrzehnten erlebt. Die Rendite der 10-jährigen JGB liegt nahe 2,9%, fast auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten, während die 30-jährige Anleihe über 4% notiert.
An den Märkten wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Bank of Japan im nächsten Monat bei 80% gesehen. Die anhaltend hohe Inflation macht eine Zinserhöhung im September immer wahrscheinlicher.
Der Yen liegt nahe 159 je USD. Anfang August bestätigten Japan und die USA die erste gemeinsame Intervention zum Kauf von Yen seit 2011. BeInCrypto hat kürzlich untersucht, wie so hohe Finanzierungskosten wie 1996 sich auf die Kryptomärkte auswirken.
Schnellere Abwicklung wird diese Probleme nicht lösen. Die Renditen und der Yen hängen von Inflation, Schulden und Politik ab. Allerdings ändern höhere Zinsen die Bedingungen für nicht genutztes Kapital. Bargeld, das zwischen Handel und Abwicklung gebunden ist, verursacht täglich höhere Kosten. Durch sofortige Abwicklung wird diese „tote Zeit” in aktiv nutzbares Kapital umgewandelt.
Der Plan benötigt weiterhin eine formale Zustimmung, der Start liegt noch Jahre in der Zukunft. Die Richtung ist jedoch vorgegeben. Japan möchte Blockchain zum Herzstück eines 7-Billionen-USD-Markts machen. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe und die Auswahl der Blockchain werden zeigen, wie ernst es Tokio meint.









