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Japan plant Verdreifachung der Haftstrafen für illegale Krypto-Verkäufe

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Geschrieben von
Oihyun Kim

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Redigiert von
Phil Haunhorst

17 März 2026 08:00 CET
  • Japans FSA plant Haftstrafe für nicht registrierte Kryptoverkäufe zu verdreifachen
  • Die SESC erhält erstmals Befugnisse zu Strafrazzien und Beweisbeschlagnahmung bei unerlaubten Krypto-Operatoren
  • Der SANAE-TOKEN-Skandal, steigende Verbraucherbeschwerden: FSA treibt Reform rasch voran
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Die japanische Finanzdienstleistungsaufsicht will laut Nikkei am 16. März die Strafen für nicht genehmigten Verkauf von Kryptowährungen deutlich verschärfen. Die maximalen Haftstrafen sollen im Rahmen der geplanten Änderung von drei auf zehn Jahre steigen, das ist mehr als das Dreifache.

Mit diesem Schritt zeigt Japan so klar wie nie zuvor, dass Kryptowährungen als vollständige Finanzprodukte reguliert werden sollen, nicht nur als Zahlungsmittel.

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Strafen jetzt auf Wertpapier-Niveau angehoben

Auch die Geldstrafen steigen deutlich, von 3 Millionen Yen (20.000 USD) auf 10 Millionen Yen (67.000 USD) oder beides zusammen. Diese Änderungen kommen zustande, weil die Kontrolle über Krypto vom Zahlungsdienstegesetz auf das Gesetz über Finanzinstrumente und Börsen übergeht.

Durch den Wechsel werden digitale Vermögenswerte dem gleichen rechtlichen Rahmen unterstellt, der auch für Aktien, Anleihen und Derivate in Japan gilt. Die registrierten Betreiber werden statt als „Crypto-Asset-Exchange-Provider” nun als „Crypto-Asset-Trading-Firm” bezeichnet.

SESC erhält Befugnisse zur Strafverfolgung

Auch die Durchsetzung wird konsequenter. Bisher konnte die FSA nur Warnschreiben an nicht registrierte Betreiber verschicken. Die SESC war darauf beschränkt, gerichtliche Verfügungen gegen deren Geschäftsaktivitäten zu beantragen.

Mit dem neuen Rahmen wird die SESC auch strafrechtlich gegen nicht lizenzierte Kryptounternehmen ermitteln. Die Behörde kann Vor-Ort-Kontrollen durchführen, Beweismittel beschlagnahmen und Fälle an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Diese Befugnisse gibt es bereits für Wertpapierbetrug und Insiderhandel in traditionellen Finanzmärkten.

Die erweiterten Strafen gelten auch für nicht registrierte Anbieter von OTC-Kryptoderivaten, nicht nur für den Spothandel.

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SANAE Token beschleunigt die Reform

Das härtere Vorgehen kommt nach dem SANAE-TOKEN-Skandal, den der Nikkei-Bericht ausdrücklich als Hintergrund erwähnt. Im Februar im Jahr 2026 gab NoBorder DAO einen Solana-basierten Memecoin aus, der nach Premierministerin Sanae Takaichi benannt war.

Der Token stieg mehr als das 30-Fache, bevor Takaichi am 2. März öffentlich jegliche Beteiligung verneinte. Danach fiel der Kurs um mehr als 58%, und die FSA leitete Ermittlungen wegen nicht registrierter Aktivitäten ein.

Beim Verbraucherservice der FSA gingen im vierten Quartal im Jahr 2025 monatlich über 500 Beschwerden mit Bezug auf Kryptowährungen ein. Die meisten drehten sich um Social-Media-Betrug, der garantierte Gewinne versprach, wobei Investoren ihre Gelder nicht abheben konnten.

Anreiz und Druck: Neue Wege zum Erfolg

Die Strafverschärfung steht nicht allein. Die Regierungskoalition in Japan hat auch eine steuerliche Spezialregelung für Kryptowährungen in den Haushaltsentwurf im Jahr 2026 aufgenommen. Ein pauschaler Steuersatz von 20% ersetzt das bisherige Stufensystem, das maximal 55% betrug.

Die neue Steuerregelung gilt ab dem darauffolgenden Jahr nach Inkrafttreten der Änderung im FIEA, voraussichtlich im Januar im Jahr 2028. Die Botschaft ist klar: Strengere Strafen für Betrugsversuche, bessere Bedingungen für Investoren, die sich an die Regeln halten.

Asiens Strafverschärfungs-Wettlauf

Die schärfere Regulierung in Japan entspricht dem Trend in der Region. In Südkorea erlaubt das Gesetz zum Schutz virtueller Vermögenswerte Freiheitsstrafen auf unbestimmte Zeit für Marktmanipulation, wenn der Gewinn über fünf Milliarden Won liegt. In Singapur sieht das Wertpapiergesetz bis zu sieben Jahre Haft für unerlaubte Geschäfte vor.

Die geplante Höchststrafe von zehn Jahren für nicht registrierte Kryptoverkäufe zählt damit zu den strengsten Sanktionen weltweit für dieses Vergehen. Tokio macht damit deutlich, dass unregulierte Memecoin-Launches keinen Platz in der Vorstellung von Krypto als Mainstream-Finanzprodukt haben.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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