Der Kryptomarkt fiel innerhalb von 24 Stunden bis zum 3. Juni fast 7%, wobei der Bitcoin-Kurs kurzzeitig unter 66.000 USD rutschte und etwa 1,8 Milliarden USD an Positionen liquidiert wurden.
Der Rückgang wirkte plötzlich, allerdings hatten die Daten auf der Blockchain schon seit einigen Tagen davor gewarnt. Die Hebelwirkung lag auf dem Niveau des Crashs im Oktober, die Finanzierungskosten waren hoch, und der seltene Verkauf von Bitcoin durch Strategy war der Auslöser.
Der Leverage war bereits auf Oktober-Crash-Niveau
Vor dem Kursrückgang war der Derivatemarkt sehr angespannt. Das Open Interest Leverage-Verhältnis für Bitcoin-Futures, ein Maß dafür, wie viel geliehenes Geld im Verhältnis zum Gesamtmarktwert von Bitcoin im Futures-Markt eingesetzt wird, stieg am 2. Juni auf 2,63%. Der Wert für Perpetual Futures lag bei 2,48%. Beide Werte waren die höchsten seit dem 6. Oktober 2025.
Dieses Datum ist wichtig. Einige Tage später kam es zum Black Friday Crash am 10. Oktober, bei dem das Verhältnis fast 2,73% erreichte. Ein hoher Wert bedeutet, dass Trader nach einer längeren Rallye verstärkt auf gehebelte Positionen gesetzt hatten und so den Markt anfällig machten.
Möchten Sie weitere Einblicke zu Token erhalten? Abonnieren Sie den täglichen Crypto-Newsletter von Chefredakteur Harsh Notariya hier.
Die Finanzierungsraten zeigten die Richtung. Die Gebühr über alle Börsen, die Long-Trader an Short-Trader bei Perpetual Futures zahlen, stieg am 2. Juni auf etwa 0,018, den höchsten Tageswert seit Anfang September.
Weil bei positiver Finanzierung Long-Positionen Geld kosten, bestätigt der Anstieg, dass viele gehebelte Long-Positionen aufgebaut wurden. Besonders auffällig war die ohnehin hohe Long-Tendenz am 1. Juni bei 0,017, also an dem Tag, an dem der Markt seinen bärischen Hauptauslöser bekam.
Ein wichtiger BTC-Verkauf trübte die Stimmung und löste den Krypto-Crash aus
Der Auslöser folgte am 1. Juni. Strategy, der von Michael Saylor geführte institutionelle Bitcoin-Halter, meldete einen seltenen Bitcoin-Verkauf – zum ersten Mal seit Jahren. Für ein Unternehmen, das sonst nur als Käufer auftritt, traf diese Umkehr das Sentiment stark.
Die Analytics-Plattform Santiment berichtete, dass sich das soziale Sentiment in extreme Angst verwandelte, wobei viele Trader den Verkauf von Strategy als wichtigsten Auslöser nannten.
Da der Markt ohnehin mit vielen Long-Positionen überhebelt war, reichte dieser Schock aus, um den Abverkauf einzuleiten.
Der Spot-Verkauf von BTC war stärker als im Oktober
Die Verkäufe betrafen nicht nur Derivate. Bitcoin auf dem Weg zu den Börsen, oft ein Indiz für bevorstehende Verkäufe, stieg am 2. Juni sprunghaft an. Die gesamten Zuflüsse auf Börsen betrugen etwa 58.617 BTC, der höchste Wert seit dem 14. April. Der 1. Juni belastete das Sentiment, und am 2. Juni zeigte sich dies durch die inflationsbedingten Zuflüsse an den Börsen.
Dieser Wert ist im Vergleich zum Oktober besonders wichtig. Am 7. Oktober 2025, kurz vor dem Black Friday Crash, lagen die Zuflüsse bei rund 46.527 BTC. Der 2. Juni lag darüber, daher war der Verkaufsdruck in diesem Fall noch größer als vor dem Oktober-Crash.
Übermäßiger Long-Leverage und die Bewegung echter Coins auf die Börsen setzten gemeinsam den Krypto-Crash in Gang.
Wale verkauften – und das Problem lag bei Bitcoin
Die Verkäufe stammten von großen Haltern. Laut Daten von Santiment veräußerten Wallets mit 10 bis 10.000 BTC – die sogenannten Wale und Haie – in der vergangenen Woche 24.602 BTC, also rund 18% weniger Bestand. Kleinanleger mit weniger als 0,01 BTC kauften nur 61 Coins dazu, was viel zu wenig war, um den Fall abzufedern.
Die Ursache lag bei Bitcoin selbst. Julio Moreno, Leiter der Forschung bei CryptoQuant, erklärte, dass die Bitcoin-Nachfrage derzeit um rund 232.000 BTC pro Monat zurückgeht, und sieht die Korrektur eher als Folge der Nachfrage, nicht wegen Aktien, Öl oder makroökonomischer Faktoren. Die US-Aktienmärkte lagen im Gegensatz dazu auf Rekordniveau.
Weil Bitcoin aktuell etwa 58,4% des gesamten Krypto-Marktes ausmacht, also mehr als die Hälfte des Marktwerts aller Kryptowährungen laut CoinGecko auf sich vereint, hat sein Kursrückgang auch den restlichen Markt mit nach unten gezogen und diesen plötzlichen Krypto-Crash ausgelöst.
Im Moment ist das wichtigste, die aktuellen Daten genau zu beobachten, die den Kursrückgang signalisiert haben. Ob sich der gehebelte Handel wieder beruhigt oder zunimmt und ob die Nachfrage nach Bitcoin stabil bleibt, wird bestimmen, wie sich der Markt in den nächsten Tagen entwickelt.





