Japans Aktien trotzen Yen-Schock, doch Kioxia warnt vor weiteren Schwierigkeiten

  • Der Nikkei sinkt am Dienstag nur um 0,6 %, trotz historischer gemeinsamer Intervention von USA und Japan beim Yen
  • Kioxia-Aktie steigt trotz verfehlter Umsatzprognose zum ersten Halbjahr
  • BOJ-Sitzung im September und Bessents Zinserhöhungsdruck: Droht dem Yen neue Stärke?
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Der Nikkei 225-Index in Japan bewegte sich am Dienstag kaum, obwohl es eine historische gemeinsame Intervention von den USA und Japan gab, um den Yen zu stützen. Die verfehlten Ergebnisse von Kioxia Holdings deuten aber darauf hin, dass die echten Belastungen noch ausstehen.

Tokio und Washington griffen ein, um die monatelange Schwäche des Yen zu stoppen. Nur wenige Tage später veröffentlichte Kioxia eine enttäuschende Prognose. Bis jetzt haben die Märkte beide Ereignisse ruhig aufgenommen. Die zugrunde liegenden Risiken — eine mögliche Zinserhöhung der BOJ und eine Währung, die weiter zulegen könnte — bleiben aber bestehen.

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Bisher eine verhaltene Reaktion

Der Nikkei 225 fiel am Dienstag leicht um 0,6 % auf etwa 63.300 Punkte. Damit wurde der Rückgang vom Montag um 1,4 % verlängert.

Beide Bewegungen wirken mild im Vergleich zu dem Ausverkauf, den Trader befürchtet hatten. Tokio und Washington hatten gerade ihre erste koordinierte Yen-Stützung seit Jahrzehnten bestätigt.

Die Reaktion des Nikkei war bislang verhalten.
Die Reaktion des Nikkei war bislang verhalten. Bildquelle: Trading View

Die Aktien von Kioxia Holdings stiegen am Dienstag sogar leicht. Allerdings verzeichneten andere japanische Unternehmen wie SoftBank Group und Advantest Kursverluste, da Chip-Aktien den Rückgang anführten.

Diese Entwicklung folgt auf Kioxias 65-%-Kursverlust seit den Juni-Hochs. Dieser Rückgang hatte bereits Spekulationen über Ausschüttungen an die Aktionäre noch vor den Ergebnissen am Freitag ausgelöst.

Der Yen hat sich bei etwa 155 bis 157 je USD stabilisiert. Vergangene Woche gewann er innerhalb von zwei Tagen bis zu 3,8 %, nachdem Finanzministerin Satsuki Katayama und Finanzminister Scott Bessent die gemeinsame Aktion bestätigt hatten.

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Warum Kioxia weiter unter Druck steht

Die Prognose von Kioxia für das operative Ergebnis im ersten Halbjahr lag am 31. Juli unter den Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen verkündete am selben Tag einen Aktiensplit im Verhältnis drei zu eins sowie einen Aktienrückkauf, doch beide Maßnahmen gehen nicht auf das eigentliche Gewinnproblem ein.

Ein stärkerer Yen verschärft dieses Problem zusätzlich. Kioxia ist ein stark exportorientierter Hersteller von Speicherchips und verliert bei jedem Anstieg des Yen an Wert bei den Auslandsumsätzen. So belastet der Währungseffekt die ohnehin gekürzte Prognose.

Kioxia hat in den vergangenen sechs Monaten einen Höhenflug mit anschließendem Einbruch erlebt.
Kioxia hat in den vergangenen sechs Monaten einen Höhenflug mit anschließendem Einbruch erlebt. Bildquelle: Trading View

Auch der Zeitpunkt verschärft die Lage. Die globalen Preise für Speicherchips schwanken weiterhin, zudem ist der Handel mit KI-Chips im Juli ins Wanken geraten. Auch die südkoreanischen Wettbewerber SK Hynix und Samsung Electronics verzeichneten in diesem Zeitraum starke Kursschwankungen.

Das größte Risiko kommt von der Bank of Japan. Die Notenbank ließ die Zinsen vergangene Woche bei 1 %, ließ jedoch eine Erhöhung offen. Bessent drängt Notenbankchef Kazuo Ueda zudem immer wieder zu weiteren Straffungen.

Die nächste geldpolitische Sitzung der BOJ im September gilt bei Tradern als entscheidender Moment. Eine Zinserhöhung könnte den Spielraum für weitere Yen-Aufwertungen vergrößern. Die Behörden signalisierten zudem, erneut einzugreifen, wenn die Währung wieder Richtung kürzlicher Tiefststände abwertet.

Diese Kombination macht es für Kioxia schwer. Das Unternehmen hat seine eigene Prognose bereits verfehlt, zudem dürfte der für den Geschäftsverlauf wichtige Yen weiter an Stärke gewinnen.

Ob sich der Rückgang bei Kioxia weiter verstärkt, hängt daher möglicherweise weniger von den eigenen Zahlen als vom nächsten Schritt der BOJ in sechs Wochen ab.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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