Kauft Grayscale etwa gar nicht so viele Bitcoin, wie wir glauben?

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IN KÜRZE
  • Auf Twitter tauchten Hinweise auf, dass Grayscale weniger BTC kauft, als wir glauben

  • Die Investmentfirma gestattet sog. Payments-in-Kind

  • Nicht alle BTC, die in den Bitcoin Trust fließen, werden von Grayscale tatsächlich auch gekauft

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Grayscale Investments gilt als einer der größten Käufer von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Zumindest so lange, bis wir genauer hinsehen. Denn durch ein paar kleine, aber wichtige Details wird ersichtlich, dass Grayscale zwar tatsächlich größere Mengen BTC kauft, aber bei Weitem nicht so viel, wie wir glauben.



Krypto-Twitter bringt alles Mögliche und Unmögliche aus der Krypto-Szene ans Tageslicht. In einem Tweet vom 19. Juni 2020 war Grayscale Investments das Thema. Die Behauptung: Grayscale kaufe gar nicht so viele Bitcoins, wie wir glauben! Klar also, dass wir von BeInCrypto da mal genauer hingesehen haben. Und siehe da: Grayscale ist zwar ein großer Käufer des Bitcoin und anderer Kryptowährungen. Aber am Ende werden womöglich weit weniger Bitcoin gekauft, als wir glauben.

Die Sache mit der Hashrate und den neugeschürften Bitcoin

Am 19. Juni twitterte John Lee Quigley (@bitcoinnomadic), dass unter Analysten aus der Krypto-Branche Diskussionen herrschen rund um Grayscale Investments. Es geht dabei um die Rolle von Grayscale als Käufer von Kryptowährungen:



Es folgt eine Serie an Tweets. Zunächst geht Quigley, Herausgeber des Blogs Adaptive Analysis, auf die Behauptung ein, dass die Investmentfirma mehr Bitcoin gekauft hätte, als neue Bitcoin per Mining entstanden wären. Diese Meldung verbreitete sich auf Twitter am 28. Mai 2020. Es hieß, dass die Investmentfirma insgesamt 18.910 BTC seit dem Halving kaufte, während nur 12.337 BTC geschürft wurden.

Quelle: Kevin Rooke auf Twitter (@kerooke)

Quigley räumt mit diesem Mythos rigoros auf. Denn was in der Grafik und der Rechnung dahinter nicht enthalten ist, ist die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks:

Aber es geht ja schließlich nicht um Hashrate und Geschwindigkeiten beim Mining. Es geht um die Frage, ob Grayscale wirklich weniger Bitcoin kauft, als wir glauben bzw. uns glauben gemacht wird.

Kauft Grayscale denn nun weniger Bitcoin, als wir glauben?

Quigley erwähnt einen weiteren Tweet. Diesmal von Ryan Watkins. Ryan ist Researcher bei Messari, einer Webseite mit News, Daten und Analysen rund um die Krypto-Szene. Und was Ryan herausfand ist durchaus interessant:

Bedeutet das etwa, dass Grayscale wirklich signifikant weniger Bitcoin kauft, als wir glauben? Nicht ganz. Sehen wir uns aber zunächst genau an, was Ryan Watkins da herausgefunden hat.

Investoren legen ihre Gelder bei der Investmentfirma nicht einfach in Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung an und HODLen. Was passiert ist, dass Investoren sich z.B. am Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) beteiligen. Dieser Trust ist durch das Basisprodukt (BTC) gesichert. Die Investmentfirma selbst erwirbt aber sehr wohl Bitcoin! Nur heißt “Erwerben” nicht auch “Kaufen”. Es wird nämlich das sog. Payment-in-Kind (PiK), also Zahlungen durch Sachleistungen, gestattet:

“Existierende und potenzielle Investoren können mit Coins als Sachleistungen bezahlen, um Anteile von Grayscale’s Einzel-Asset-Produkten zu kaufen.” – https://grayscale.co/faq/ – Can I Purchase shares in the Products with digital assets I already own?

Eine vertrauenswürdigere Quelle als der firmeneigene FAQ auf der offiziellen Webseite ist schwer zu finden. Zumindest in diesem Fall. Watkins hat also recht. Frage somit beantwortet? Immer noch nicht ganz!

Wie viele Bitcoin als Sachleistungen in den GBTC fließen, wissen wir (noch) nicht

Nicht alle Bitcoin, die in den GBTC wandern sind, also durch Grayscale Investments gekauft. Aber wie viele sind denn nun gekauft? Ryan Watkins nimmt an, dass bis zu 80 % der Bitcoin, die in den GBTC wandern, als Sachleistungen zu Grayscale gelangten. Das bedeutet unter dem Strich, dass Grayscale seit dem Bitcoin Halving lediglich 5.683 BTC kaufte. Geschürft wurden aber 18.250 BTC.

Sicher wissen wir die Prozentzahlen der aktuellen Payments-in-Kind nicht. Fakt ist aber, dass diese Sachleistungen als Bezahlungen für Anteile an den Trusts zulässig sind und genutzt werden. Wenn wir uns vor Augen halten, dass der BTC/USD Kurs diese Käufe durch Grayscale allesamt eher weniger beachtete, dann können wir aber auch annehmen, dass es in etwa so aussieht, wie Ryan Watkins annimmt. Grayscale ist ein großer Käufer des Bitcoin. Aber Grayscale kauft bei Weitem nicht so viele Bitcoin, wie wir glaub(t)en.

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