Kommentar: Die USA torpediere Dollar-Rivalen

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“Nur wir haben eine echte Währung in den USA“,  bejubelte sich Donald Trump selbst. Diese Währung sei stärker und zuverlässiger als je zuvor. Trump wetterte im vergangenen Jahr gegen Bitcoin und Libra von Facebook. “Wir haben bei weitem die dominanteste Währung auf der ganzen Welt, und es wird immer so bleiben. Sie heißt US-Dollar!”



Im Jahr 2019 veröffentlichte Facebook Pläne für eine eigene “globale Währung“. Auf der Basis der Blockchain-Technologie sollte der Libra entstehen. Mit einer großen Nutzerzahl, einem Drittel der Weltbevölkerung, hätte das Projekt eventuell sogar dem Dollar Konkurrenz gemacht. Die US-Regierung fand das unerträglich.

Sperrfeuer auf Kryptos

Doch zu dem geplanten Facebook Coin sollte es nicht kommen. Das Libra-Projekt geriet ins Kreuzfeuer der US-Aufsichtsbehörden. Folglich musste sich Mark Zuckerberg vor dem US-Congress verantworten. Schnell war klar, dass der Libra Coin als Angriff auf die US-Dollar Hegemonie gesehen wurde.



Fast systematisch setzen die USA ihre wirtschaftliche Macht gegen die Blockchain-Technologie ein. Optimisten aus der Krypto-Community meinen, dass dezentrale Kryptowährungen wie Bitcoin widerstandsfähig gegen staatliche Kontrolle seien.

Allerdings konnten andere Länder, darunter China, Russland und der Iran, die Verwendung von Bitcoin bereits erfolgreich einschränken. Anstatt die Technologie anzugreifen, gingen die Regierungen gegen Banken und Krypto-Unternehmen vor.

Die schlechte Absicht zählt

Frühere Versuche, Bitcoin selbst zu verbieten oder sogar “herunterzufahren”, sind fehlgeschlagen. Katie Hau, Kryptowährungs-Expertin der US-Regierung, kannte die Lage vor Jahresfrist genau. Ihr Chef fragte sie einmal, ob das  “Herunterfahren” von Bitcoin möglich sei. Miss Haun hatte sich informieren, ihrer Meinung nach war das unmöglich.

“Der Trend für die nächsten Jahre werden nationale Kryptowährungen“. Alex Kuptsikevich, Senior Analyst bei FxProdaher meint:  So könne man dem Bannstrahl der USA entgehen. 

Denn die amerikanische Regulierungsbehörde könnte die Umwandlung von Krypto in Fiat auch in Europa sehr erschweren. Dezentrale Kryptowährungen sind immer noch auf von der Regierung und dem Unternehmen kontrollierte Dienste angewiesen. Und obwohl sie nicht heruntergefahren werden können, können sie unterdrückt werden.

Ein prominentes Opfer der US-Finanzaufsichts-Behörde ist das Krypto-Projekt der Messaging-App Telegram. Nach einem langjährigen Kampf mit der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) blieb Telegram nur eines übrig: seine Blockchain-basierten Telegram Open Network (TON) und seinen nativen Kryptowährung Gramm einzuschränken.

Bereits im Jahr 2018 sammelte Telegram, das monatlich 400 Millionen aktive Nutzer zählt, von Privatinvestoren 1,7 Milliarden US-Dollar, um die Entwicklung des TON-Netzwerks und des Gramm-Tokens zu finanzieren.

Doch das war dann doch zu groß für die Amerikaner. Die SEC befahl, die SEC Telegram, den Verkauf von Gramm-Token, einzustellen. Aber nicht nur für die Vereinigten Staaten – de facto für die ganze Welt.  

Diktatorische Tendenzen?

Warum? Weil ein US-Bürger die TON-Plattform im Ausland nutzen könnte.

Doch Telegram-Gründer Pavel Durov argumentierte, dass die Entscheidung der SEC “impliziert, dass andere Länder nicht die Souveränität haben, zu entscheiden”, was gut oder schlecht für ihre eigenen Bürger ist.

“Leider sind wir – 96% der Weltbevölkerung, die anderswo lebt – auf Entscheidungsträger angewiesen, die von den 4% in den USA gewählt werden“, sagte Durov vor der US-Behörde. Zitierter Entscheidungsträger  ist Donald Trump. Und der hat schon mal klargestellt, dass Konkurrenten für den Dollar nicht willkommen sind.

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Manfred interessiert sich schon seit einigen Jahren für den Krypto-Raum und setzt seine intensive Erfahrung im journalistischen Bereich mit unterschiedlichen Schwerpunkten um.

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