Kontroverser ARD-Beitrag: Klimakiller Bitcoin?

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IN KÜRZE
  • Wie steht es eigentlich um den Energieverbrauch bei Bitcoin?

  • Ein kontrovers diskutiertes Thema...

  • Mit dem ARD/RBB einen Shitstorm auf LinkedIn geerntet haben.

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Wenn es um die Nachhaltigkeit von Kryptowährungen geht, gibt es ausreichend Stoff zur Diskussion. Interessant ist auch, wie verschiedene Medienportale sich dieser Thematik nähern. BeInCrypto hat sich gemeinsam mit Werner Hoffmann von der Krypto-Analyse Firma Pekuna draüber ausgetauscht. Spannend ist, wie sich ein Beitrag der ARD/RBB über Bitcoins Energieverbrauch zu einer großen Diskussion entwickelte…

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Während Bitcoin immer mehr an Popularität gewinnt, kommen auch öffentlich-rechtliche Sender zunehmend mit der Berichterstattung über kryptorelevante Themen in Kontakt. Ein Beispiel finden wir hier – hier hat das RBB-Team um Susett Kleine einen Beitrag über Bitcoin erarbeitet. In der Mediathek finden wir folgende Beschreibung:

„Um den Bitcoin ist ein digitaler Goldrausch entstanden. Neben Anlegern hoffen auch all jene auf schnellen Reichtum, die Rechenleistung für die Transaktionen mit der Kryptowährung zur Verfügung stellen und damit an einer Art Lottospiel teilnehmen. Wer den Jackpot knackt, den erwarten zurzeit bis zu 300.000 Euro. Der digitale Goldrausch hat eine verheerende Wirkung, denn durch die Rechenleistung steigt der Stromverbrauch – schon bald soll durch Bitcoin-Berechnungen so viel Strom verbraucht werden, wie ganz Italien benötigt. Und: das Bitcoin-Mining findet oftmals in Ländern wie der Mongolei statt, wo der Strom aus besonders dreckigen Kohlekraftwerken stammt.“

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Missachten wir nun einmal die Tatsache, dass der Energieverbrauch von (Fiat)-Währungen ein diskussionswürdiges Thema ist, ergibt sich aus diesem RBB-Beitrag ein weiteres Diskussionsfeld: Welchen Einfluss hat die Medienberichterstattung auf das Image von Krypto und Co?

Do your own research

Eigentlich nutzen Krypto-Enthusiasten den Spruch „do you own research“ in Bezug auf das Recherchieren von Krypto-Investitionsmöglichkeiten. Allerdings lässt sich dieser Leitspruch auch auf den Bereich der Berichterstattung ausweiten. BeInCrypto sprach mit Werner Hoffmann von Pekuna über seine Erfahrung mit der Krypto-Berichterstattung. Denn auch Werner wurde vom RBB-Team im Zuge der Berichterstellung kontaktiert und befragt. Werner teilte seine Erfahrung bereits auf LinkedIn:

Ein Screenshot von LinkedIn

Schauen wir uns die Kommentare an, wird schnell klar, welche Kritikpunkte besonders hervorstechen – wie fundiert wurde hier vor der Veröffentlichung recherchiert und mit welchem Ziel ist dieser Beitrag aufgebaut worden? Werner berichtet:

„Wir haben am 30. April 2021 eine allgemeine Anfrage von Susett Kleine erhalten. Angeblich, weil BerChain (Berliner Blockchain-Netzwerk) uns (Pekuna) genannt oder empfohlen hat. Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass das nicht korrekt ist. Susett hat uns angeschrieben, weil sie nach eigenen Aussagen Erfolgsstorys im Bereich Bitcoin darstellen wollte. Sie hat immer wieder den Fokus auf Bitcoin gebracht. Meinen Versuch den größeren Space anzuschneiden, hat sie abgeblockt.“

Werner erklärt, dass es bei dem Beitrag gemäß der Informationen des RBB-Teams vor allem um Privatinvestoren und Unternehmensgründungen im Krypto-Space gehen sollte. Pekuna passte als Serviceanbieter in diesem Bereich gut in dieses Konzept. Entsprechend sagte Werner eine Kooperation zu.

Wenn wir uns nun den Beitrag ansehen und das initiale Beitragsskript vergleichen, ist allerdings eine große Diskrepanz zwischen Vision und Ergebnis zu sehen.

Klimakiller Bitcoin, where Lambo?

Werner berichtet weiter, dass die verantwortliche Journalistin Susett Kleine durchaus den Eindruck auf ihn erweckte, im Bereich Krypto grundlegende Hintergrundinformationen zu haben. Am Drehtag sollte es dann einen Einblick in Pekunas Unternehmensräume und Werners Privaträume geben, was Werner ablehnte. Die Bitte Walletbestände und Transaktionen im Beitrag zu teilen, lehnte Werner ebenfalls ab:

„Dies hinterließ bei mir den Eindruck, dass sie den „Rich Boy“ sehen wollte. Sie wollte eigentlich jemanden, der seinen Lambo mit Bitcoin bezahlt hat. Im Laufe dieses Gesprächs wurde dann klar, dass es über mich dahingehend keine fancy Details zu erzählen gibt.“

Schließlich schaute sich Werner den fertigen Bericht an und erzählt BeInCrypto:

„Ich habe mir diesen Beitrag angesehen und war schockiert. Der Titel war plötzlich „Klimakiller Bitcoin“. Von Erfolgsstorys oder positiven Meldungen war nichts mehr zu sehen. Es zerstört für mich persönlich das Vertrauen in Pressearbeit. “

Werner hat mittlerweile eine offizielle Beschwerde beim Intendanten des RBB eingereicht und Susett Kleine um eine Beurteilung der Diskrepanz zwischen Titel und eigentlich abgesprochenem Thema gebeten – allerdings ohne bisherige Rückmeldung.

Ein Bild von BeInCrypto.com

Kontroverse über Krypto

Werners Recherchen ergaben letztendlich, dass der Titel – entgegen Susett Kleins Aussage im Gespräch vor den Dreharbeiten – doch feststand.

„Das ist keine gute Pressearbeit gewesen, weder organisatorisch noch inhaltlich. Es ist nicht schlecht recherchiert, sondern aktiv falsch dargestellt worden. Dem Team lagen alle relevanten Informationen vor. Die hatten alles, was man braucht, um einen guten Beitrag zu machen. Allerdings haben sie sich dazu entschlossen, Zitate aus dem Kontext gegriffen zu zeigen und somit die Aussagen zu verdrehen.“

Grundlegend geht es hierbei um die Aussage, wie energieeffizient oder umweltschädigend Bitcoin eigentlich ist. Wollen wir dem RBB-Bericht Glauben schenken, ist allen voran Bitcoin ein Klimakiller schlechthin. Doch in einem Forschungsbericht von Ark Invest sieht das ganz anders aus:

„Der Energie-Fußabdruck von Bitcoin ist einfacher zu quantifizieren und kann oberflächlich kritisiert werden. Gemessen an den Stromkosten allein ist Bitcoin jedoch weltweit viel effizienter als traditionelles Bankwesen und Goldabbau. Das traditionelle Bankwesen verbraucht 2,34 Milliarden Gigajoule (GJ) pro Jahr und der Goldabbau 500 Millionen GJ, während Bitcoin 184 Millionen GJ verbraucht, weniger als 10% bzw. 40% des traditionellen Bank- und Goldabbaus. Darüber hinaus sind die geschätzten Dollarkosten von Bitcoin Mining pro ausgegebenem GJ 40-mal effizienter als die des traditionellen Bankwesens und 10-mal effizienter als die des Goldabbaus.“

Klar ist, dass die Darstellung von Kryptowährungen an sich und die Diskussion um die Energieeffizienz weiterhin ein stark diskutierte Themen bleiben sollten.

Haftungsausschluss

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Die journalistischen Beiträge dienen nur allgemeinen Informationszwecken. Jede Handlung, die der Leser aufgrund der auf unserer Website gefundenen Informationen vornimmt, geschieht ausschließlich auf eigenes Risiko.
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Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn absolviert, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin absolviert. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

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