“Krypto-Analyst Nummer 1” des Betrugs beschuldigt – Erträge mit Photoshop gefälscht?

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Ein bekannter Krypto-Trader und Analyst wird beschuldigt, mehrmals seine Positionen mittels Photoshop gefälscht zu haben, um seine Erträge größer erscheinen zu lassen.

Wenn Sie sich in den Kreisen der Krypto-Trader bewegen, haben Sie vielleicht schon schon Jacob Canfield gehört. Der selbsternannte “Krypto-Analyst Nummer 1” wurde dabei erwischt, wie er seine Positionen mittels Photoshop fälschte.

Hochrangiger Analyst bloßgestellt

Eine kürzlich aufgetauchte Sammlung von Screenshots zeigt Hinweise darauf, dass der bekannte Trader seine Erträge mittels Photoshop fälschte, um sein Ruf zu aufzubessern. Die Bilder wurden kürzlich von King (@Trapouts) veröffentlicht. Dieser postete die Bilder auf seinem Twitter-Kanal und nannte Jacob Canfield einen “Betrüger”.

In einem Fall vergrößerte Canfield fälschlich einen Profit von 7 BTC auf 15 BTC. King behauptet mindestens zehn Fälle gefunden zu haben, in denen Canfield seine Erträge größer erscheinen ließ, als sie tatsächlich waren.



https://beincrypto.com/1-ranked-cryptocurrency-trading-analyst-accused-of-photoshopping-returns/

Canfield verdient sein Geld durch zahlende Abonnenten, die ihn für einen Top-Trader halten und seinen Ratschlägen folgen. Auf seinem Twitter-Account bezeichnete er sich selbst als “Bitcoin Analyst Nummer 1”, sowie als “Gast-Trader bei Forbes und CNBC”. Derzeit steht in seiner Biografie folgendes: “Ich nutze Trendanalysen, Daten und Recherchen, um auf den Märkten zu handeln.”

BeInCrypto bat Jacob Canfield um eine Stellungnahme. Dieser gab jedoch keinen Kommentar ab.

Schadensbegrenzung

Obwohl Canfield BeInCrypto gegenüber keine Stellungnahme abgab, versuchte er sich seinen Followern gegenüber zu erklären.

Er gab an, künftig alle seine Trades mittels “Live Video Trading” aufzeichnen zu wollen. Er entschuldigte sich jedoch nicht für seine Fälschungen und warf der Twitter-Community eine “Mob-Mentalität” vor. Diese habe ihn davon abgehalten, seine Seite der Geschichte zu erzählen. Die Anschuldigungen seien aus dem Zusammenhang gerissen.

https://twitter.com/JacobCanfield/status/1238801551487119360?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1238801551487119360&ref_url=https%3A%2F%2Fbeincrypto.com%2F1-ranked-cryptocurrency-trading-analyst-accused-of-photoshopping-returns%2F

Es muss jedoch angemerkt werden, dass Canfield zuvor eine Entschuldigung postete, die er jedoch später löschte. Darin gab er die Fälschungen zu und sagte, dass dies “nie wieder passieren” würde. Er gab an, dass er dies tat, um seinen Einfluss zu vergrößern.

Die Reaktionen auf Canfields Entschuldigung waren größtenteils negativ. Seine Versuche, Abbitte zu leisten wurden jedenfalls nicht gewürdigt.

Unter dem Strich

BeInCrypto hat Canfield mehrmals zitiert. Seine Strategie, gegenläufig zu den Signalen von CNBC zu handeln, hat sich seltsamerweise für viele als profitabel herausgestellt. Die derzeitige Kontroverse hat jedoch einen Schatten auf seine Reputation geworfen. In Hinblick auf seinen Sachverstand ist dies wirklich eine Schande.

Die Krypto-Märkte sind voll von Tradern, die behaupten, magische Formeln entwickelt zu haben und den Markt lesen zu können. Obwohl es unumstritten ist, dass Canfield einiges an Erfahrung im Handeln von Kryptowährungen hat, sind derlei Fälschungen keinesfalls akzeptabel. Die Blockchain-Industrie befindet sich ohnehin in einer Vertrauenskrise und wir sollten nicht noch dazu beitragen.

Leider können wir immer wieder Vorfälle wie diesen beobachten, was den Ruf der Industrie in diesen schwierigen Zeiten weiter schädigt. Dennoch ist es stets besser, die bittere Wahrheit zu kennen. Trader sollten sich über Canfields Geschichte klar werden und ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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