Krypto-Märkte im Sturzflug: JP Morgan sieht “Licht am Ende des Tunnels”

1. Juli 2022, 13:13 GMT+0100
Aktualisiert von Alexandra Kons
1. Juli 2022, 13:22 GMT+0100
IN KÜRZE
  • JPMorgan sagt voraus, dass die ungünstigen Bedingungen auf dem Kryptomarkt nicht mehr lange anhalten werden.
  • In der Research Note der Bank heißt es, dass die Liquiditätskrise von 3AC "eine Manifestation dieses Deleveraging-Prozesses ist"
  • Die Analysten stellten fest, dass Risikokapitalgeber auf dem Krypto-Markt eine wichtige Rolle spielen.
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Während der Bitcoin Kurs unter 19.000 USD gefallen ist und weitere Abverkäufe auf dem Krypto-Markt stattfinden, sieht JP Morgan Licht am Ende des Tunnels.

Analysten der Großbank JP Morgan gehen davon aus, dass die Deleveraging-Phase auf dem Krypto-Markt bereits sehr weit fortgeschritten ist und möglicherweise nicht mehr lange andauern wird. Indikatoren wie die eigene Net-Leverage-Metrik des Unternehmens “deuten darauf hin, dass die Deleveraging-Phase bereits sehr weit fortgeschritten“, erklärten die Strategen laut Bloomberg.

JP Morgan: Deleveraging ist Grund für 3AC-Kollaps

Die Strategen von JP Morgan, darunter Nikolaos Panigirtzoglou, schrieben in der dieswöchigen Mitteilung, dass die Liquiditätskrise bei Three Arrows Capitaleine Manifestation dieses Deleveraging-Prozesses” sei.

Außerdem erklärten sie, dass das Scheitern von Unternehmen in diesem Sektor keine Überraschung sei, da die Kurse massiv gefallen seien. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ist der Bitcoin Kurs rund 70 % von dem letzten Allzeithoch (69.000 USD) vom November 2021 entfernt.

Nach dem Crash des Terra-Ökosystems (einer der größten finanziellen Krisen der Krypto-Geschichte) ist immer weiter Kapital aus dem Markt geflossen. Im Juni fiel die Krypto-Gesamtmarktkapitalisierung unter die 1 Billion-US-Dollar-Marke, während einige Krypto-Unternehmen Abhebungen während der Ausverkäufe einstellten.

Der Finanzdienstleister Babel Finance stoppte beispielsweise Abhebungen und Rücknahmen, kurz nachdem Celsius dasselbe getan hatte, und begründete diese Maßnahmen mit “Liquiditätsdruck“. CoinFlex führte “extreme Marktbedingungen” und “Unsicherheit der Geschäftspartner” als Gründe an.

Risikokapitalgeber stützen den Krypto-Markt

Wie wir bereits berichteten, zeigen On-Chain Daten, dass vor kurzem die bisher größte Netto-Menge an Bitcoin von den Exchanges abgeflossen ist. Die JP Morgan-Strategen glauben jedoch, dass dieser Trend bald ein Ende haben wird und bald wieder mehr frisches Kapital in den Markt fließt:

Der aktuelle Deleveraging-Zyklus könnte nicht sehr lang andauern, wenn man bedenkt, dass die Krypto-Unternehmen mit den stärkeren Bilanzen derzeit einspringen, um weitere Ausfälle einzudämmen.

Sie bemerkten außerdem, dass die Finanzierung durch Risikokapital (VC) “eine wichtige Kapitalquelle für das Krypto-Ökosystem ist und diese sich im Mai und Juni in einem gesunden Tempo fortsetzte.” So zeigen Daten von Dove Metrics, dass Krypto-Unternehmen im vergangenen Monat über 3,8 Milliarden US-Dollar an VC-Finanzierung erhalten haben.

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Gleichzeitig belasten aktuell mehrere unterschiedliche Faktoren den Krypto-Markt. Laut Yves Longchamp, Leiter der Forschungsabteilung der SEBA Bank, “steht Bitcoin weiterhin unter Druck, wie andere Assets auch. Die Mischung aus hoher Inflation, steigenden Zinsen und Rezession üben Druck auf die Kryptowährungen aus.”

Longchamp geht im Vergleich zu JP Morgan davon aus, dass die Deleveraging-Phase durchaus noch weiter anhalten könnte. Er sagte bei CNBC:

“In diesem Umfeld bleiben Bitcoin und anderen Krypto-Assets weiter unter Druck.”

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