Krypto-Steuer: Unklarheiten und Risiken

Artikel teilen
IN KÜRZE
  • Die steuerrechtliche Behandlung der Kryptowährungen ist immer noch nicht zweifelsfrei geklärt.

  • Gleichzeitig steigt die Anzahl der Nutzer.

  • Welchen Problemen stehen Investoren gegenüber?

  • promo

    Weitere Nachrichten und Updates teilen wir in unserer Telegram Gruppe. Trete uns bei und erhalte täglich Handelsideen und Analysen zu Kryptowährungen!

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Die Besteuerung von Kryptowährungen ist ein zunehmend großes Thema. Je mehr Menschen Zugang zu den virtuellen Währungen haben und je mehr das Interesse auf institutioneller Seite besteht, bemühen sich die Länder um entsprechende Regularien. Allein für das Jahr 2020 liefern die Transaktionen mit Kryptowährungen dem deutschen Staat etwa 1,2 Milliarden Euro an Steuereinnahmen.



Das Interesse an Krypto steigt, die Anzahl der steuerrechtlichen Fragen auch

Diese 1,2 Milliarden Euro entsprechen ungefähr zwei Prozent des gesamten veranlagten Einkommenssteueraufkommens von etwa 63,7 Milliarden Euro im Jahr 2019. Allerdings herrscht für viele Krypto-Halter und Trader immer noch Unsicherheit, wie die Krypto-Einnahmen nun zu versteuern sind.

Ein Bild von BeInCrypto.com

Dies konnte auch das Urteil des Finanzgerichts Nürnberg am 8. April 2020 nicht ändern. Hier ging es zwar um die steuerliche Behandlung von Gewinnen aus Kryptowährungen, doch kam es zu keiner zweifelsfreien Einordnung. Somit sind auch die Konsequenzen aus möglichen steuerstrafrechtlichen Fehltritten nicht klar.



In einem Blogbeitrag vom Frankfurt School Blockchain Center lesen wir:

Im Jahr 2020 beschäftigten sich zunehmend mehr namhafte Unternehmen und Privatpersonen mit Investitionen in Blockchain und Kryptowährungen, Zentralbanken mit digitalem Geld auf Blockchainbasis und die Europäische Kommission mit der erstmaligen Schaffung eines rechtlichen Rahmenwerks. Auch im bundesdeutschen Kreditwesengesetz (KWG) haben sogenannte Kryptowerte erstmals Eingang in die Regulierung gefunden, während der Steuergesetzgeber jedoch noch abwartet.

Bisher gilt die einjährige Spekulationsfrist, nach deren Ablauf alle Gewinne steuerfrei sind. Allerdings müssen die Investoren ihre anderen steuerpflichtigen Einkünfte eigenständig ermitteln und in der Steuererklärung festhalten. Die Autoren des Beitrags des Frankfurt School Blockchain Centers erklären, dass bisher nicht bekannt ist, in welcher Form diese steuerliche Erklärung auszusehen hat.

Krypto-Besteuerung: Versehentlich gegen das Steuerrecht verstoßen?

Die Unklarheiten rund um die Besteuerung der Kryptowährungsgewinne birgt vor allem für die Halter und Trader Risiken:

Da davon auszugehen ist, dass die Mehrheit der zumeist jungen IT-affinen Privatanleger nicht über fundierte Kenntnisse im Steuerrecht verfügt und auch die Finanzverwaltung auf denkbar unsicherer Gesetzesgrundlagen agieren muss, besteht für Anleger das latente Risiko durch Untätigkeit ungewollt vermeintlich steuerstrafrechtlich relevante Tatbestände zu verwirklichen.

Ein Bild von BeInCrypto.com

Wirklich problematisch wird es dann, wenn die Gewinne – wie beim jüngsten Bullrun – in rekordverdächtige Höhen schießen. Denn dann wird auf der Grundlage der Beträge und bei möglichen Fehlern der Steuerangaben aus einer Geldstrafe schnell eine Freiheitsstrafe.

Zumindest der jüngere Teil des steuerpflichtigen Nachwuchses wird ansonsten weiterhin oftmals ohne eigenes Verschulden mehr oder weniger pauschal in die Nähe steuerstrafrechtlich Handelnder gerückt werden. Dies ist deswegen besonders gravierend, weil angesichts fehlender konkreter Regelungen viele dieser Konsequenzen kaum mit hinreichender Sicherheit vermieden werden können. Besonders gefährlich und ärgerlich ist dies in der Praxis dann, wenn die Steuerpflichtigen zwar Angaben zu solchen Einnahmen gegenüber der Finanzverwaltung machen, aufgrund fehlender Dokumentationsmöglichkeiten aber die nachträglich pauschal geforderten Nachweise gar nicht vorlegen können.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die wenigsten Plattformen bieten die Kundendaten und Transaktionsdaten so steuergerecht gebündelt an, sodass die Auswertung und Aufarbeitung der Daten für die Steuererklärung teilweise mit einem hohen finanziellen und zeitlichen Einsatz verbunden sind.

Haftungsausschluss

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Die journalistischen Beiträge dienen nur allgemeinen Informationszwecken. Jede Handlung, die der Leser aufgrund der auf unserer Website gefundenen Informationen vornimmt, geschieht ausschließlich auf eigenes Risiko.
Share Article

VERWANDTE THEMEN

Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn absolviert, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin absolviert. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

MEHR ÜBER DEN AUTOR