Die Bitcoin-Dominanz bleibt das ganze Jahr über auf gleichem Niveau. Für Benjamin Cowen, den Gründer von Into the Cryptoverse, ist dies die größte Überraschung 2026. Dieser Wert hat sich seit August 2025 kaum bewegt, was seiner Einschätzung vor Saisonbeginn widerspricht.
Guy Turner, Gründer von Coin Bureau, sieht eine andere Überraschung: Der S&P 500 erreicht immer wieder neue Höchststände, obwohl eine Energiekrise und Spannungen im Nahen Osten eigentlich risikoreiche Vermögenswerte belasten sollten.
1. Bitcoin-Dominanz bleibt das ganze Jahr bestehen
In einer jüngsten Folge von NFA Live, moderiert von Rob von Digital Assets News, sagte Cowen, dass die Bitcoin (BTC) Dominanz sich 2026 ganz anders verhält als in anderen Zwischenwahljahren seiner Analysen. Einschließlich Stablecoins bewegt sich der Wert seit August 2025 seitwärts. Zudem wies er auf eine weitere Besonderheit bei Halbleitern hin, die innerhalb weniger Wochen rund 40% zugelegt haben.
„Ich glaube nicht, dass irgendjemand vorhergesagt hat, dass die Bitcoin-Dominanz in der ersten Hälfte von 2026 praktisch seitwärts läuft.”
2. ETFs haben die Altcoin-Saison verhindert
Eine zweite große Überraschung laut Cowen war, wie wenig Aufmerksamkeit Bitcoin Spot-ETFs in sozialen Medien im Vergleich zu früheren Zyklen bekommen haben.
„ETF-Erwähnungen in sozialen Medien… dieses Narrativ ist fast vernachlässigbar im Vergleich zur Dominanz von NFTs und DeFi im Jahr 2021.”
Turner meint, dass Krypto-Native inzwischen ETFs eher als Erweiterung der traditionellen Finanzwelt (TradFi) betrachten und nicht als Teil des Sektors. Seiner Meinung nach sind die Bitcoin Spot-ETFs der Hauptgrund, warum es keine Altcoin-Rallye gab, da sie Kapital aufnehmen, das sonst in kleinere Token geflossen wäre.
3. Wall Street ignoriert das Chaos
Turner ist immer noch überrascht, dass der S&P 500 ein neues Hoch erreichte, obwohl Schlagzeilen zu einem Waffenstillstand, Ölknappheit und Spannungen zwischen Israel und Iran dominierten. Seiner Einschätzung nach haben Mittelzuflüsse in Künstliche Intelligenz (AI) diese Belastungen aufgenommen.
„Ich glaube nicht, dass jemand erwartet hätte, dass der S&P 500 angesichts so großer Unsicherheit so widerstandsfähig bleibt… Das hätte ich sicher nicht vorausgesagt.”
4. Was vorhersehbar war
Nicht alles im Jahr 2026 hat die Krypto-Analysten überrascht. Turner hatte fest mit weiteren Hacks gerechnet, bei denen Gelder über die Lazarus-Gruppe in das nordkoreanische Waffenprogramm kanalisiert werden.
„Ich war mir sehr sicher, dass weiteres Geld verloren gehen würde… Es würde mich nicht wundern, wenn der größte Hack des Jahres noch bevorsteht.”
Cowen ergänzte, dass Gegenbewegungen nach unten immer Teil seiner Strategie im Zwischenwahljahr waren. Die Monate Februar und April markieren oft Tiefpunkte in Jahren wie 2014, 2018 und 2022, sagte er. Neue Schwächen treten gewöhnlich später im Sommer auf, häufig im Zusammenhang mit einer möglichen Zinserhöhung der Bank of Japan.
5. Der Clarity Act könnte alles verändern
Turner bleibt für kurzfristige Krypto-Gesetzgebung skeptisch. Er sagt, der Clarity Act ist derzeit nicht mehr auf dem Zeitplan im Kongress, doch eine Verabschiedung könnte alles ändern.
„Wenn der Clarity Act in den nächsten Wochen verabschiedet wird, bedeutet das, dass der Boden tatsächlich erreicht ist.”
Bis dahin sehen beide Krypto-Analysten die aktuelle Kursbewegung eher als Gegenbewegung in einem Bärenmarkt. Die 21-Wochen-EMA Marke gilt dabei als wichtigster Widerstand.





