Die Aktien von L&C Bio Co., Ltd. (290650.KQ) sind am Donnerstag um fast 12% gestiegen, nachdem Pläne für eine Behandlung gegen das sogenannte „Ozempic-Gesicht” mit gespendetem menschlichem Fett bekannt wurden.
Die Aktie, die an der KOSDAQ notiert ist, erreichte während des Tages 64.600 Won, ein Anstieg um 11,76%, laut Yahoo Finance. Damit setzte sich der Anstieg der vergangenen fünf Tage auf etwa 24% fort. Investoren sehen die Neuigkeit als neue Wachstumschance neben der bestehenden Hautpflegelinie des Unternehmens.
Eine Ozempic-Nebenwirkung wird zum Geschäftsmodell
GLP-1-Medikamente wie Ozempic führen zu raschem Gewichtsverlust. Einige Nutzer entwickeln deshalb ein eingefallenes, ausgehöhltes Gesicht, das als „Ozempic-Gesicht” bekannt ist. L&C Bio will diese Lücke gezielt behandeln.
Der Markt für dieses Problem wächst schnell. Laut J.P. Morgan Research soll die Zahl der GLP-1-Patienten in den USA von 12,9 Millionen im Jahr 2026 auf 30,3 Millionen bis 2030 steigen. Diese Zahl teilt sich auf die Bereiche Typ-2-Diabetes und Adipositas auf. Jeder neue Adipositas-Patient, der ein Ozempic-ähnliches Medikament nutzt, kann potenziell an Volumenverlust im Gesicht leiden und wird damit ein möglicher Kunde für L&C Bio.
Das geplante Produkt des Unternehmens, vorläufig „MegaAdipoECM” genannt, wandelt gespendetes menschliches Fett in ein Gerüst aus extrazellulärer Matrix um. Anschließend lagern sich die eigenen Fettzellen des Patienten in den behandelten Bereich wieder ein und stellen das Volumen her, ohne dass synthetische Füllstoffe nötig sind.
„Wir waren die Ersten, die gespendetes menschliches Gewebe in K-Beauty-Hautboostern eingesetzt haben.”
Lee Whan Chul, CEO, L&C Bio (SCMP)
Diese Methode unterscheidet sich vom Hauptprodukt Re2O von L&C Bio, das gespendetes Hautgewebe zur Behandlung von Falten und nicht von Volumenverlust nutzt. Das neue Produkt könnte zudem eine Alternative zu Silikon-Brustimplantaten darstellen und so auch für andere Personengruppen interessant sein, nicht nur für Ozempic-Nutzer.
Ein Gesetzeswandel macht einen günstigen Rohstoff nutzbar
Nach bisheriger Rechtslage in Südkorea galt gespendetes Fett als medizinischer Abfall, was eine kommerzielle Nutzung verhinderte. Im Jahr 2026 jedoch wurde das Gewebe neu eingestuft. Allerdings gibt es eine einjährige Übergangsfrist, sodass L&C Bio keinen Marktstart vor Ende 2027 erwartet.
Die Verzögerung hat die Zuversicht der Investoren aber nicht geschwächt. L&C Bio hält Patente in Südkorea, den Vereinigten Staaten und China — diese drei Märkte will das Unternehmen als Erstes ansprechen. Damit ist der rechtliche Schutz bereits vor einer Produkteinführung gesichert. Durch diesen Schutz wird ein bisheriges Abfallprodukt zu einem günstigen Ausgangsstoff für ein globales Ästhetik-Geschäft auf Basis der Ozempic-Nachfrage.
Die starke Kursentwicklung fällt zudem in ein schwieriges Jahr 2026 für südkoreanische Aktienmärkte. Die Handelsvolumina sind während eines KOSDAQ-Absturzes im aktuellen Jahr stark gesunken, und ein Abverkauf bei Chip-Aktien erschütterte den KOSPI im Juli. Einige Trader zeigten sogar Anzeichen, Kapital Richtung Krypto zu verschieben, als die Aktienmärkte schwankten.
Der Anstieg der L&C-Bio-Aktie zeigt, dass eine starke Biotech-Narrativ trotz solcher Volatilität überzeugen kann. Die Marktkapitalisierung liegt jetzt bei 1,578 Billionen Won bei einem Volumen von 366.542 Aktien, etwa auf Durchschnittsniveau.
Laut Yahoo Finance beträgt das Ein-Jahres-Kursziel 99.000 Won, deutlich über dem aktuellen Stand. Allerdings reicht die 52-Wochen-Spanne der Aktie von 29.100 bis 125.000 Won und macht so die bereits deutlich gestiegene Volatilität sichtbar.
Ob L&C Bio den Patentschutz bis 2027 tatsächlich in Umsatz umwandelt, bleibt die offene Frage bei dieser geplanten Ozempic-Gesichtsbehandlung.









