Die Mattel-Aktie entwickelt sich weiterhin schwächer als Hasbro, obwohl Mattel im zweiten Quartal die Umsatzerwartungen der Analysten übertroffen hat. Zölle und höhere Ausgaben für Marketing haben die Gewinnmarge verringert.
Die Ergebnisse vergrößern den Abstand zum Konkurrenten. Hasbro profitiert weiterhin von Investitionen in das digitale Spiele-Geschäft und Lizenzierungen.
Der Umsatz erreichte 1,12 Milliarden USD und lag damit über den erwarteten 1,10 Milliarden USD der Analysten. Diese Zahlen stammen aus Daten der London Stock Exchange Group (LSEG). Der bereinigte Gewinn lag bei nur 1 Cent je Aktie, deutlich unter der Schätzung von 4 Cent.
Mattel-Aktie hinkt hinterher: Zölle drücken Margen
Das Ergebnis war auf die Kosten zurückzuführen, nicht auf die Nachfrage. Die bereinigte Bruttomarge sank um 260 Basispunkte auf 48,6%. Mattel nannte Zölle, Inflation, höhere Lizenzkosten und ungünstige Währungsentwicklungen als Gründe.
Die Ausgaben für Werbung und Promotion sind im Vergleich zum Vorjahr um 57% gestiegen. Der bereinigte Betriebsgewinn sank dadurch um 60%. Die Mattel-Aktie stieg nachbörslich um etwa 1%, liegt allerdings seit Jahresbeginn 25% im Minus.
Ein Reuters-Chart, der die Aktienkurse seit Oktober 2024 abbildet und auf 100 normiert ist, zeigt, wie groß der Abstand inzwischen ist. Hasbro wird nahe 143,75 gehandelt, der S&P 500 liegt bei 144,93, während Mattel auf 77,8 gefallen ist.
CEO Ynon Kreiz verteidigte die zugrunde liegende Strategie trotz des niedrigen Gewinns.
„Wir verfolgen weiterhin unsere mehrjährige Strategie, unser Geschäft mit eigenständigen Marken und familienorientierter Unterhaltung im zweiten Quartal mit starkem Umsatzwachstum auszubauen.”
Die Analysten von Jefferies halten die Umsatzprognose für erreichbar, da das erste Halbjahr stark verlief und die Nachfrage stabil ist. Sie warnen jedoch, dass der Druck durch Zölle und höhere Markenausgaben den Gewinn weiter begrenzen könnte.
Mattel bestätigte die Jahresprognose. Das Unternehmen rechnet mit einem bereinigten Gewinn von 1,27 bis 1,39 USD je Aktie und einem Umsatzwachstum von 3% bis 6%. Diese Prognose schließt mögliche Rückzahlungen von US-Zöllen nicht ein. Apple dagegen hat kürzlich von Rückzahlungen bei Zöllen im eigenen Quartalsbericht profitiert.
Hasbro: Digitale Ausrichtung bringt Vorsprung
Bei Hasbro zeichnet sich ein anderes Bild ab. Der Spielwarenkonzern hat im vergangenen Monat die Umsatz- und Gewinnziele für das Gesamtjahr angehoben. Grund dafür ist die anhaltend hohe Nachfrage nach digitalen Spielen und das starke Geschäft mit Magic: The Gathering.
Auch in dieser Quartalssaison zeigt sich dieses Muster: Unternehmen, die auf Lizenzeinnahmen und digitale Erlöse setzen, schneiden in der Regel besser ab als Wettbewerber, die vom klassischen Retail-Geschäft abhängig bleiben. Diese Dynamik half unter anderem auch Magnum beim Eiscreme-Geschäft, trotz ähnlichem Kostendruck.
Gleichzeitig startete „Spider-Man: Brand New Day” mit einem Rekordumsatz von 360 Millionen USD am Inlandswochenende und übertraf damit Avengers: Endgame. Hasbro besitzt die Marvel-Spielzeuglizenz. Die Actionfiguren können von der Nachfrage profitieren. Lizenzrechte sorgen auch bei tarifbelasteten Tech-Aktien für einen Unterschied zwischen Gewinnern und Nachzüglern.
Mattel bleibt in diesem Bereich ebenfalls aktiv. Ein Mattel-Manager erklärte den Analysten im Rahmen der Quartalszahlen, dass eigene Marken, Partner-Brands und digitale Spiele zunehmend im Mittelpunkt der Wachstumsstrategie stehen.
Ob Mattel damit den Rückstand zu Hasbro verringern kann, hängt vermutlich vor allem davon ab, wie schnell die Belastung durch Zölle nachlässt.









