Ein kleiner Zulieferer von NVIDIA zählt 2026 zu den gefragtesten Microcap-Aktien. NN Inc (NNBR) ist seit Jahresbeginn ungefähr 159 % gestiegen, nachdem das Unternehmen Aufträge zur Kühlung von KI-Computern von NVIDIA erhalten hat. Es sieht jedoch so aus, als ob sich die großen Investoren zurückziehen.
Der Kurs steigt weiter. Allerdings zeigt ein bekannter Indikator für Geldströme, dass große Investoren eher verkaufen als kaufen. Dieser Widerspruch ist das eigentliche Thema.
Was die 159%-Rallye bei der Microcap-Aktie ausgelöst hat
NN Inc stellt kleine Metallteile wie Lager für Autos, Flugzeuge und Medizingeräte her. Ende Juni bekam das Unternehmen neue Aufträge von NVIDIA zur Produktion von Komponenten, die KI-Rechenzentren vor Überhitzung schützen.
KI-Computer werden sehr heiß, daher müssen ihre Chips ständig gekühlt werden. Diese Nachfrage hat einen bisher wenig beachteten Teilehersteller zu einem neuen KI-Infrastruktur-Narrativ gemacht, sodass viele Trader eingestiegen sind. Die Aktie ist seitdem um etwa 159 % gestiegen.
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Die Begeisterung lässt jedoch etwas nach. In den letzten fünf Tagen hat die Aktie ungefähr 3,37 % verloren. Das deutet darauf hin, dass erste Käufer jetzt Gewinne mitnehmen.
Dennoch bleibt die Stimmung an der Wall Street positiv. Zwei Analysehäuser, Noble Financial und Lake Street, sehen das Kursziel bei 6 USD, was rund 72 % über dem aktuellen Kurs liegt.
Nur B. Riley sieht das anders und vergibt ein Halten-Rating mit dem Ziel von 3 USD. Diese Einschätzung wurde jedoch lange vor den NVIDIA-Aufträgen veröffentlicht.
Warum ein Indikator zur Vorsicht mahnt
Hier verändert sich das Bild. Der Chaikin Money Flow ist ein Werkzeug, das zeigt, ob Geld in eine Aktie fließt oder abgezogen wird. Der Wert ist auf -0,40 gefallen. Ein Wert unter null bedeutet, dass Geld abfließt.
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Dieser Indikator erreichte Anfang Juni seinen Höchststand, fiel dann aber ab dem 11. Juni stark ab. Er erreichte am 30. Juni fast -0,55, genau in der Woche, in der NN die NVIDIA-Aufträge angekündigt hat.
Der Kurs dieser Microcap-Aktie ist also weiter gestiegen, während gleichzeitig Geld aus dem Wert abgeflossen ist. Hauptgrund war, dass viele nach dem Kurssprung Gewinne mitgenommen haben. Auf den starken Rückgang beim Chaikin Money Flow folgte ein verwässernder Aktienverkauf über 75 Millionen USD, der Anfang Juli viele neue Aktien auf den Markt gebracht hat. Das erklärt, warum NN in den letzten fünf Tagen korrigiert hat.
Seitdem hat sich der Chaikin Money Flow etwas erholt, bleibt aber klar negativ. Zusammengefasst: Der Kurs erreichte neue Höchststände, während große Investoren leise verkauft haben.
Die Optionen-Trader zeichnen jedoch ein positiveres Bild. Zurzeit liegt das Verhältnis von Puts zu Calls bei etwa 0,01, das heißt, bullische Investitionen (Calls) sind deutlich häufiger als bärische (Puts). Ein umfassenderer Indikator, der offene Verträge berücksichtigt, liegt bei 0,21. Das ist weiterhin bullisch, aber höher als 0,09 Anfang Juni.
Dieser leichte Anstieg bedeutet, dass mehr Put-Kontrakte gekauft werden, die nur bei fallendem Kurs Gewinne bringen. Anders gesagt: Einige Trader sichern sich nun gegen einen Rückgang ab. Trotzdem bleiben die Signale klar bullisch, ähnlich wie bei KI-Chip-Aktien in diesem Jahr.
Was die großen Investoren tatsächlich gemacht haben
Die Zahlen zum Besitz bestätigen die schwachen Geldströme. Um zu erkennen, wer wirklich kauft, schauen Investoren auf die Berichte, die große Fonds zu ihren Beteiligungen bei der Aufsicht melden müssen.
Die allgemeinen Daten sind allerdings veraltet. Diese offengelegten Unterlagen sind im Durchschnitt etwa 47 Tage alt, wobei die neuesten aus Ende April stammen. Sie zeigen einen Nettoanstieg um etwa 2 Millionen Aktien, jedoch liegt dieser Zeitpunkt noch vor dem Anstieg im Juni.
Die aktuellsten Unterlagen zeichnen allerdings ein anderes Bild. Am 1. Juli hat die aktivistische Gruppe Corre Partners ihre Beteiligung um die Hälfte reduziert, auf 2,15 Millionen Aktien. Wenige Tage später lag der Anteil des Hauptbeteiligten Legion Partners weiterhin bei 6,4 %, während Nomura etwa 35 % abgebaut hat.
Die neuesten großen Investoren-Entscheidungen stimmen daher mit dem Kapitalfluss-Indikator überein, beide deuten auf Verkäufe hin, da die Aktie vom Hoch im Juni zurückkommt.
Was als Nächstes zu beobachten ist bei diesem NVIDIA-Zulieferer
Zwei Unsicherheiten bestehen weiterhin bei der Aktie. Im Juli hat NN für 75 Millionen USD neue Aktien zu 3,06 USD ausgegeben und somit das Angebot auf einem ohnehin durch die Rallye geforderten Markt erhöht.
Die nächsten Unterlagen der Fonds, die Mitte August erwartet werden, geben Aufschluss über die Bewegungen im zweiten Quartal. NNs Quartalszahlen Anfang August sind ein weiterer wichtiger Termin, zusätzlich zum allgemeinen Ausblick auf den NVIDIA-Kurs.
Im Moment ist der Kapitalfluss-Indikator besonders wichtig. Steigt er wieder über null, würde das zeigen, dass die Käufer erneut die Kontrolle übernommen haben.









