Die Aktie von Nvidia (NVDA) liegt im Jahr 2026 nur etwa 15% im Plus, während der Rest der Chipbranche stark steigt. Ein bestimmtes Flow-Signal hilft zu erklären, warum der frühere Marktführer zurückbleibt.
Die Trennung vom Sektor ist nur die sichtbare Geschichte. Dahinter ziehen Optionen, Perpetual-Trader und institutionelle Flows in verschiedene Richtungen, und nur ein Signal löst das Rätsel auf.
Die Chip-Rallye lässt Nvidia-Aktien zurück
Nvidia und der Halbleiterindex sind in etwa der Hälfte aller Handelstage der vergangenen 50 Tage in entgegengesetzten Richtungen gelaufen, ein Wert nahe dem Höchststand seit Beginn des Bullenmarkts 2022. Diese Häufigkeit hat sich seit Anfang April mehr als vervierfacht.
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Die Lücke bei der Performance ist ebenso groß. Der Nvidia-Aktienkurs ist etwa 15% im laufenden Jahr gestiegen, während Broadcom (AVGO) rund 20% zugelegt hat und AMD noch deutlich stärker zugelegt hat.
Im Verlauf von 2024 und 2025 hat Nvidia den Sektor angeführt und andere überholt. Die Rallye hat sich inzwischen auf Chips außerhalb von Nvidia ausgeweitet, was eine Frage offenlässt. Wenn der Sektor ohne Nvidia stark steigt, wohin fließt das Geld, das zuvor Nvidia bevorzugt hat?
Bärische Optionen auf Nvidia-Aktien nehmen zu
Der erste Blick gilt dem Optionsmarkt. Das Put-Call-Verhältnis für Nvidia, das bärische Put-Kontrakte mit bullischen Call-Kontrakten abgleicht, tendiert seit dem letzten Quartalsbericht des Unternehmens zu den Puts.
Am Tag der Veröffentlichung lag das Volumenverhältnis bei etwa 0,46 und das Open-Interest-Verhältnis bei etwa 0,79. Diese Werte haben sich inzwischen auf etwa 0,45 beziehungsweise 0,85 verschoben, wobei das Open-Interest-Verhältnis Richtung Puts steigt.
Ein höheres Open-Interest-Verhältnis bedeutet, dass Trader verstärkt auf fallende Kurse setzen oder sich absichern. Die Verschiebung ist zwar gering, passt aber zur schwachen Performance und deutet darauf hin, dass die Überzeugung an Nvidia-Aktien nachlässt.
Optionen zeigen in eine Richtung, sind aber nur ein Teilmarkt. Ein anderer Markt setzt umgekehrt, was das Rätsel eher vergrößert, anstatt es zu lösen.
Auf Hyperliquid bevorzugen Trader weiterhin Nvidia-Aktien
Auf der Perpetual-Futures-Plattform Hyperliquid zeigt der tokenisierte NVDA-Kontrakt, dass Trader überwiegend long positioniert sind. Die Gruppen „Smart Money” und bekannte Persönlichkeiten halten Nettolongs, während die größere Whale-Gruppe leicht netto short ist.
Diese Tendenz unterscheidet sich von AMD und Broadcom auf derselben Plattform, wo die Positionierung deutlich stärker short ausfällt, zumindest in zwei Gruppen — anders als bei NVDA, wo nur die Whales short positioniert sind.
Obwohl Nvidia sich vom Sektor abkoppelt, bleibt das Unternehmen hier ein Favorit.
Die Volatilität trägt zu dieser Entwicklung bei. Nvidia weist mit etwa 33% die höchste annualisierte 30-Tage-Volatilität unter den Megacaps auf, nur Tesla ist noch volatiler und der Wert liegt deutlich über dem breiten Markt.
Größere Schwankungen ziehen Trader an, die auf Bewegungen handeln möchten, was auf Plattformen wie Hyperliquid häufig vorkommt.
Die Broadcom-Quartalszahlen vom 3. Juni haben zudem den Blick der Branche auf Nvidias Konkurrenten gerichtet. Die Märkte widersprechen sich daher: Optionen sind tendenziell bärisch, Perpetual-Trader eher bullisch, und keine Seite gibt die alleinige Antwort. Ein weiteres Signal bringt schließlich Klarheit.
Das eine Signal: Institutionelles Geld zieht sich zurück
Dieses Signal ist der Chaikin Money Flow (CMF). Dieser Indikator beobachtet, wie viel institutionelles Geld in eine Aktie fließt oder abgezogen wird. Der CMF von Nvidia ist wieder unter null gefallen.
Ein Wert unter null zeigt, dass Institutionen, die größte und langsamste Geldquelle am Markt, netto verkaufen. Diese Entwicklung bleibt bei den offiziellen Zahlen verborgen. In den vergangenen fünf Tagen ist Nvidias Aktie um etwa 2% gestiegen, jedoch ist der Geldfluss trotz des stabilen Kurses negativ geworden.
Der CMF von AMD hingegen ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stark positiv.
Die Differenz zeigt das Gesamtbild. Der Rückzug der Institutionen erklärt die schwache Rendite seit Jahresbeginn und das steigende Interesse an Put-Optionen. Die Käufer bei Hyperliquid wirken wie kurzfristige Trader, die auf Volatilität setzen, statt auf einen langfristigen Auftrieb.
Der CMF testet aktuell eine ansteigende Trendlinie, die seit Anfang Januar besteht. Ein Bruch dieser Linie würde den Mittelabfluss verstärken und bestätigen, dass der Sektor ohne seinen bisherigen Marktführer weiterläuft.
Kommt es dagegen zu einer Erholung über die Trendlinie und zu neuen Zuflüssen, wäre der Verkaufsdruck wohl nur eine Pause gewesen. Zurzeit ist der institutionelle Geldfluss das Signal, das erklärt, warum die Chip-Rallye weitergeht, obwohl die Nvidia-Aktie hinterherhinkt.









