OP im Metaverse: Arzt ist 900 km weit entfernt

Artikel teilen
IN KÜRZE
  • Zum ersten Mal fand eine Operation im Metaverse statt.

  • Die beiden Chirurgen standen audiovisuell über eine Hololens Brille in Kontakt.

  • Diese Methode kann in Zukunft dabei helfen, die Ausbildung junger Chirurgen zu verbessern.

  • promo

    WILLST DU MEHR WISSEN? Auf unserem Telegram-Kanal

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Zum ersten Mal fand eine Brustkrebs-OP remote statt. Ein Arzt war vor Ort, bei dem Patienten. Der andere war 900 Kilometer entfernt in einem anderen Land.

In Lissabon, an der Breast Unit der Champalimaud Foundation, war Chirurg Dr. Pedro Gouveia vor Ort. Der Spanier Dr. Rogelio Andrés-Luna überwachte die OP und leitete Gouveia von der University of Zaragoza in Spanien aus an.

Dank des Metaverse fand die Operation so statt, als wären die beiden Chirurgen im selben Raum.

Dr. Gouveia trug die Mixed-Reality Brille Hololens 2. Damit kann er nicht nur den Patienten vor sich sehen. Er kann auch Informationen lesen, die direkt auf die Linse der Brille projiziert werden. Wie bei Terminator. Allerdings wird hier ein Leben gerettet, statt ausgelöscht. Dr. Gouveia ist ein Pionier im Bereich der Metaverse-Operationen. Er hat bereits mehrere Male Hololens Brillen verwendet, um Brustkrebs-Operationen durchzuführen. Während seiner Zeit bei der Champalimaud Foundation entwickelte er eine digitale, nicht-invasive Methode, die es Chirurgen ermöglicht, den Tumor zu lokalisieren, als wäre das Brustgewebe um ihn herum unsichtbar.

Dr Pedro Gouveia and Dr Rogelio Andrés-Luna, Credit: Helena Costa, Altice Portugal.

Dr. Andrés-Luna war 900 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt. Er stand zu dem Zeitpunkt sogar auf der Bühne beim Congress of Spanish Association of Breast Surgeons. Zusammen mit Dr. Gouveia demonstrierte er dort die neueste Methode zur chirurgischen Fernüberwachung.

Alles was Dr. Andrés-Luna dafür benötigte war ein Laptop. Dieser ist mit der Hololens von Dr. Gouveia über ein privates 5G-Netzwerk verbunden. Dafür nutzten sie eine deutsche Software. Trotz der Entfernung zwischen den beiden Ärzten berichteten sie, dass alles gut gelaufen sei. Es war, als ob der überwachende Chirurg direkt neben dem ausführenden Chirurgen stünde.

Latenzzeit

Was passiert, wenn es eine Verzögerung bei den Informationen gibt? Wie konnten die Chirurgen ihre Handlungen synchronisieren, wenn zwischen dem, was der eine tat und der andere sah, mehrere Sekunden verstrichen?

Indem sie weder 4G- noch WiFi-Technologie nutzten, sondern 5G. Dr. Gouveia sagte, dass “5G die Latenzzeit auf wenige Millisekunden verkürzt. Deswegen ist es im Rahmen unseres Experimentes auch so wichtig.”

“Wir haben das weltweit erste Live-Experiment während einer Brustkrebs-Operation durchgeführt und dabei das sogenannte “Remote-Proctoring” eingesetzt.”

Dr. Gouveia ist der Meinung, dass die Fernüberwachung das Potenzial hat, ein Hauptmerkmal zukünftiger Operationssäle zu werden. 5G macht Remote-Proctoring absolut realistisch. Dr. Andrés-Luna erklärte: “Ich habe meinem “Lehrling” Hinweise gegeben. Ich konnte ihm sagen, an welchen Stellen er besonders vorsichtig sein muss und ihm Bilder und Videos davon zeigen. Wir standen durchgängig in audiovisuellem Kontakt.”

Die Ärzte verließen sich auf große Telefongesellschaften, um die Operation durchführen zu können. Altice Portugal auf der Seite der Champalimaud Foundation. Telefónica auf der spanischen Seite. Der Erfolg der Operation bestätigte das Konzept und Dr. Gouveia geht davon aus, dass es die Art, wie Operationen in der Zukunft durchgeführt werden, verändern wird. Das Potenzial, das es für die Betreuung neuer Chirurgen hat, ist unglaublich wertvoll.

Operationen im Metaverse: Training

Dr. Gouveia erklärt, dass derzeit junge Chirurgen, nachdem sie ihre Ausbildung beendet haben, ihr chirurgisches Debüt ohne jegliche Aufsicht geben. Das ist vor allem in abgelegeneren Orten und Ländern der Fall. Manchmal sind sie sogar die einzige Person, die qualifiziert ist, Operationen durchzuführen. “Ihre Operationen können aufgezeichnet und anschließend beurteilt werden. Aber während der Operation an sich sind sie auf sich allein gestellt und brauchen Hilfe.”

Dr. Gouveia sagt, dass die Technologie dazu verwendet werden kann, Chirurgie-Studenten während Operationen zu assistieren. Fast so als wären sie im selben Raum. “Die Durchbrüche, die immersive Technologien durch Remote Mentoring/Proctoring bringen werden, eröffnen eine neue Ära: die Nutzung des sogenannten “Metaverse” in der postgradualen medizinischen Ausbildung. Das Metaverse wird als Internetzugang über erweiterte, virtuelle, gemischte und/oder extended Realität über ein Headset definiert. Es gilt bereits jetzt als die nächste Generation der mobilen Computerplattform.”

Haftungsausschluss

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Die journalistischen Beiträge dienen nur allgemeinen Informationszwecken. Jede Handlung, die der Leser aufgrund der auf unserer Website gefundenen Informationen vornimmt, geschieht ausschließlich auf eigenes Risiko.
Share Article

Nicole Buckler arbeitet seit über 25 Jahren als Redakteurin und Journalistin und schreibt aus Sydney, Melbourne, Taipei, London und Dublin. Nicole kaufte Bitcoin im Jahr 2013, weil ihr gesagt wurde, sie könne damit Yogastunden in Dublin bezahlen. Sie hasste Yoga, behielt aber Bitcoin.

MEHR ÜBER DEN AUTOR

Handeln Sie mit der Nr. 1 unter Deutschlands CFD-Anbietern.*
*Investment Trends 2020 *77% der CFD-kleinanlegerkonten verlieren Geld.

Jetzt handeln