Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro antwortete mit „Heil Hitler” auf einen Meinungsartikel, der zusammen mit Googles Gemini KI verfasst wurde.
Die Kolumne erschien am 7. Juni in El Espectador und sprach sich für den rechtsgerichteten Kandidaten Abelardo de la Espriella als Präsident aus. Die Kolumbianer wählen ihre neue Staatsführung in einer Stichwahl am 21. Juni.
Petros „Heil Hitler”-Antwort auf eine KI-Kolumne entfacht Streit
Kolumnist Felipe Zuleta Lleras erklärte, dass er den Text allein aus einem einzelnen Gemini-Prompt erstellt habe und jedem Wort zustimme. Diese Offenlegung rückte Googles Gemini-Chatbot in den Mittelpunkt des Präsidentschaftswahlkampfes.
Der Beitrag argumentierte, dass Kolumbien Ordnung, Autorität und wirtschaftliche Freiheit brauche. Zudem lobte er De la Espriellas 90-tägige Sicherheitsinitiative und dessen Versprechen, den Staatsapparat um 40 % zu kürzen.
Der Text stellte den Kandidaten als den Chirurgen dar, den Kolumbien nach Jahren schwacher öffentlicher Ordnung brauche. Außer Zulettas kurzem Einleitungshinweis gab es jedoch keine weitere Offenlegung.
Petro antwortete auf den Beitrag der Zeitung auf X mit dem zweisilbigen Nazi-Gruß.
Folgen Sie uns auf X, um aktuelle Nachrichten in Echtzeit zu erhalten
BeInCrypto konnte die Interaktionszahlen der Antwort über die Zählung von X hinaus nicht überprüfen.
Diese Reaktion spiegelt einen größeren Streit darum wider, dass KI Journalisten ersetzt. Zudem bringt sie eine frühere Gemini-Kontroverse um ein inszeniertes Demo-Video zurück in die Diskussion.
Stichwahl erhöht die Spannung
De la Espriella gewann den ersten Wahldurchgang am 31. Mai mit 43,7 % der Stimmen, laut offiziellen Ergebnissen. Iván Cepeda, Petros Nachfolger, kam auf 40,9 %, der Abstand beträgt 2,8 Punkte.
Dreizehn Kandidaten traten im ersten Wahlgang an, aber keiner erreichte mehr als 50 %. Daher richtet sich die gesamte politische Aufmerksamkeit nun auf die zweiwöchige Stichwahlphase.
Kritiker nannten die Antwort des Präsidenten antisemitisch und verantwortungslos. Unterstützer hingegen sahen darin Satire gegen die autoritäre Darstellung in der Kolumne.
Petro hat zudem bereits öfter Nazi-Vergleiche gezogen. Deutschland reagierte öffentlich auf seine früheren Hitler-Äußerungen. Auch Chile reichte eine Beschwerde ein, nachdem Petro José Antonio Kast als „Sohn Hitlers” bezeichnete.
Wegen der Amtszeitbegrenzung darf Petro nicht erneut antreten, jedoch beeinflussen seine Worte dennoch weiterhin den Wahlkampf. Jede seiner Provokationen gerät nun zu einem Kampagnenevent für beide Lager.
In den kommenden zwei Wochen wird sich zeigen, ob das Ereignis Wählerstimmen beeinflusst oder in Vergessenheit gerät.
Gleichzeitig stellt der Vorfall den KI-Journalismus auf globale Bühne, da KI den Publikumsverkehr und Redaktionsstandards neu bestimmt.









