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Polygon-Binance Komplott: Betrogen sie Anleger:innen um 1,2 Mrd. USD?

4 min
Aktualisiert von Leonard Schellberg
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IN KÜRZE

  • Wie Analyse-Plattform ChainArgos in einem X (ehemals Twitter) Post darlegte, gab es verdächtige Unstimmigkeiten zwischen den von Polygon angegebenen und tatsächlich verteilten Token.
  • Zwischen 2021 und 2022 flossen beachtliche, angeblich für einen Staking Vertrag vorgesehene Mittel über Umwege auf die umstrittene Krypto Börse Binance.
  • Die insgesamt 767 Millionen MATIC Token zu einem damaligen Wert von etwa 1,2 Milliarden US-Dollar flossen genau zum Allzetihoch sowie zum Folgehoch des Kurses an die Börse.
  • promo

Aktuelle On-Chain Analysen liefern besorgniserregende Beweislast über einen Komplott zwischen den Krypto Unternehmen Polygon und Binance. Haben sie Anleger:innen tatsächlich um sagenhafte 1,2 Milliarden US-Dollar betrogen?

Die von Blockchain Intelligence Unternehmen ChainArgos erhobenen Vorwürfe basieren auf einigen schwer verdächtigen On-Chain Aktivitäten. Nicht nur scheint der Vestingplan von Polygon falsche Angaben zu enthalten, auch flossen 767 Millionen MATIC Token zu Zeiten der absoluten Kurshochs an die Krypto Börse.

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Verdächtige Geldflüsse zwischen Polygon und Binance

Am 15. Januar veröffentlichte ChainArgos einen X (ehemals Twitter) Thread über verdächtige Ausgaben von Token und Unstimmigkeiten im Vestingplan von Polygon. Die Anschuldigung dabei ist unmissverständlich: Zusammen mit Binance soll das Krypto Unternehmen MATIC Token im Wert von 1,2 Milliarden USD entwendet und über die Börse verkauft haben.

Ein Vestingplan bezeichnet die Ausgabe von Token an bestimmte, meist frühe, Investorengruppen in einem festgelegten Zeitplan.

Aber wie ist ChainArgos zu diesem Schluss gekommen? Der Thread stützt sich auf wichtige Daten, wie Vestingplan, konkrete Summen der Token Verteilung und Gesamtausgänge des Vestingvertrags sowie der Polygon Foundation.

Zudem stellte das Unternehmen Untersuchungen zu verdächtigen Wallets an, darunter auch eine scheinbar zu Binance gehörende Adresse. Wie bei genauerer Betrachtung auffällt, bestehen Differenzen zwischen offiziell angegebenen und tatsächlichen Geldflüssen.

So sah der Vestingplan für den zum Projekt gehörenden Staking Vertrag 800 Millionen Token vor, um die darin enthaltenen Mittel ettapenweise von 400 Millionen auf 1,2 Milliarden Token aufzustocken. Tatsächlich aber enthielt der Vertrag 0 Token, weshalb die Mittel auf lediglich 800 Millionen Token anstiegen. Daraus ergibt sich eine Differenz von 400 Millionen MATIC.

Stattdessen sendete der für die Verteilung und Koordination aller Gelder verantwortliche Polygon Foundation Vertrag 300 Millionen Token an die Wallet “Binance 33” – und zwar in einer Transaktion. Hierbei handelte es sich offensichtlich nicht um eine Staking Wallet, was an den Geldflüssen deutlich wird.

Binance 33 wiederum leitete die Mittel an die Wallet 0x2f4Ee…8719C (im Folgenden 0x2f4Ee) weiter, welche weitere 467 Millionen Token von der Adresse “Matic: Marketing & Ecosystem” erhielt. Von dort aus gingen die gesamten 767 Millionen MATIC stückweise an Binance. Bei einem damaligen Kurs von ein bis zwei USD ergibt dies einen Gesamtwert von etwa 1,2 Milliarden USD.

Besonders interessant ist der zeitliche Abgleich des MATIC Kurses mit den Transaktionen an die Krypto Börse. So schreib ChainArgos:

“Betrachten wir nun die Abflüsse aus 0x2f4ee im Laufe der Zeit. Öffne ein Kursdiagramm. Wir überlassen es den Leser:innen, herauszufinden, dass dies sehr offensichtlich ein guter Indikator für ein bevorstehendes Hoch und eine anschließende Abwärtsbewegung ist.”

Gesagt, getan: Im obigen Post sind die Abflüsse in einen zeitlichen Kontext eingebettet und im Folgenden ist das Kursdiagramm zu sehen. Wie hier deutlich wird, lief der Abverkauf in zwei Etappen von etwa Mai bis Oktober 2021 und von Dezember 2022 bis März 2023 ab. Dies waren genau die Zeitspannen, in denen der MATIC Kurs sein Allzeithoch bzw. Folgehoch erreichte.

MATIC Kurs und Transaktions perioden zwischen Wallet 0x2f4Ee[…] | Quelle: Tradingview

War MATIC ein Rug-Pull?

In der Blockchain Industrie sind Anschuldigungen gegen Branchenteilnehmer:innen leider keine Seltenheit. Oftmals ist es dabei jedoch äußerst schwierig, den Wahrheitsgehalt solcher Behauptungen festzustellen.

In diesem Fall hingegen scheint die Beweislast erdrückend, ja nahezu unheimlich. Polygon gehört zu den “Big Playern” der Branche und genießt bei einem großen Teil der Community hohes Ansehen.

Viele Enthusiasten vertrauen dem Projekt, investierten und hielten den Token aus Überzeugung sogar während des Bärenmarktes. Für Binance und den ehemaligen CEO Changpeng Zhao als vermutliche Komplizen handelt es sich “lediglich” um einen weiteren, schweren Vorwurf.

Keines der beiden Unternehmen hat bis jetzt Stellung zu den Beweisen bezogen, allerdings stellt sich auch die Frage, wie sie diese Geschehnisse legitimieren wollen. Während Blockchain Technologie durch ihre Transparenz wieder einmal für sich punkten kann, scheint sie zweien ihrer größten Profiteure hier zum Verhängnis zu werden.

Was hier vorliegt, sind schwerwiegende Indizien für Marktmanipulation und Betrug in Milliardenhöhe. Die Krypto Community wartet nun gespannt ab, ob und wie Polygon bzw. Binance dazu Stellung beziehen werden.

Wie ChainArgos im ersten Teil des Posts bemerkt, haben sie diese Daten im Rahmen ihrer Plattform Demo schon seit längerem zur Verfügung gestellt. Bis jetzt sei es jedoch niemandem aufgefallen:

“Dies ist seit geraumer Zeit Teil unserer Demo. Die meisten Leute in dem Kryptospace wollen oder können die Daten nicht richtig betrachten.”

Am Ende Threads greift ChainArgos diese Worte noch einmal auf und ergänzt:

“Das ist nicht einmal gut versteckt. Auch dies ist schon seit einiger Zeit in unserer Demo zu sehen. Dieses Beispiel ist als Teil unserer Dokumente veröffentlicht. Denn nichts davon ist schwer zu finden. Stellt euch etwas besser an, ‘Investoren’. Fragt euch vielleicht auch mal, wo euer Geld geblieben ist.”

Diesen Worten ist die Kritik zu entnehmen, dass viele Nutzer:innen nur wegen des Geldes in den Krypto Space kommen. Die meisten von ihnen zeigen kaum Interesse an der Technologie und verstehen sie auch nicht, weshalb sie ihr Geld in oftmals verlieren.

Ironischerweise entfällt die Schuld dann auf die “betrügerische” Industrie. Professionelle Investor:innen hingegen stellen tiefgreifende Analysen an, bevor sie ihr Geld einem Projekt anvertrauen. Eine Kritik, über die es sich nachzudenken lohnt.

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Leonard Schellberg
Leonard Schellberg stieß im Jahr 2021 auf das Thema Kryptowährungen. Nachdem er sich ein fundiertes Wissen über den breiten Kryptomarkt angeeignet hatte, entwickelte er eine besondere Begeisterung für die Möglichkeiten der Distributed Ledger Technologie und Smart Contracts. Darüber hinaus hegt er ein großes Interesse für das globale Finanzsystem, Makroökonomie und Krypto-Trading. Noch während Leonard im Frühling 2022 seinen Bachelor in Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften an der...
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