Scam, Geldwäsche und Darknet: Krypto als Mittel zum Zweck?

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IN KÜRZE
  • Um unglaubliche 80 Prozent ist der Wert an unerlaubten Krypto-Transaktionen zum Vorjahr gestiegen.

  • Bei einem Scam handelt es sich um einen Betrug, wobei dieser viele Formen annehmen kann.

  • Kriminelle waschen jährlich 2 bis 5 Prozent des globalen BIP's mit Fiat-Geld, was circa 0,8-2 Billionen US-Dollar entspricht.

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

“Was, du handelst mit Kryptowährungen? Du spinnst doch, die werden doch nur für illegale Zwecke, wie Scams, Geldwäsche und Cyberkriminalität verwendet?” Du bist doch sicher auch schon einmal auf solch eine Frage gestoßen: Ist das wirklich so?

Um unglaubliche 80 Prozent ist der Wert an unerlaubten Krypto-Transaktionen zum Vorjahr gestiegen. Chainalysis veröffentlicht jährlich einen Crypto-Crime Report, welcher die unter staatliche Strafe gestellten Handlungen erläutert. Darunter fallen z.B.: Betrug, Darknet-Delikte und Geldwäsche und werden von Chainalysis als “unerlaubt” bezeichnet.

Waren es 2020 noch 7,8 Milliarden US-Dollar, sind es 2021 bereits 14 Milliarden US-Dollar. Der größte Teil fällt dabei leider immer noch auf Krypto Scams. Bei einem Scam handelt es sich um einen Betrug, wobei dieser viele Formen annehmen kann. User @Zeneca_33 postete zum Beispiel diesen Krypto Scam:

Darauf kommentierte der User zusätzlich:

“Eine gute Regel im Kryptospace, klickt niemals Links an”.

Einige kennen womöglich die Versuche, wie am Bild auch erkennbar, Geld bei ahnungslosen Usern zu erbeuten. Hätte sich der User hier verifiziert, wären sein ETH wohl gestohlen worden. Jedoch erfinden Betrüger einfach auch ganze Projekte, um an das Geld von Investoren zu kommen. Bekannte Beispiele: Onecoin, Bitconnect oder Bitclub Network. Vom ganzen Betrugskuchen stellt das Stück “Scam” mehr als die Hälfte dar, was auf die immer besser werdenden Betrüger zurückgeht.

Darknet, Terrorismus und Geldwäsche

Obwohl der Großteil durch Scams eingenommen wurde, sollten die restlichen unerlaubten Aktivitäten nicht unterschätzt werden. So sendeten Kriminelle 8,6 Milliarden US-Dollar an Stellen wie Exchanges, um das Geld zu waschen. Wiederum ein Anstieg von 30 Prozent, waren es im Vorjahr doch nur 6,6 Milliarden US-Dollar. Bewundernswert das All-time-high im Jahr 2019:

Chainalysis Crime Report 2022

Sehr interessant ist auch der Trend im Darknet: Betrüger setzten dort 2 Milliarden US-Dollar um. Besonders gut verkaufen sich gestohlene Kreditkarten oder Log-ins, wobei den Großteil immer noch Drogengeschäfte darstellen. Erschreckend ist auch, dass 100 Prozent der Kryptos für Terrorismusfinanzierung an die Hamas Al-Qassam ging. Die Organisation steht immer wieder im Zusammenhang mit Anschlägen auf Israel und dessen Soldaten.

Was sich anfangs nach sehr viel Geld anhört, kann aber ein wenig relativiert werden: Der Anteil am gesamten unerlaubten Transaktionsvolumen erreichte 2021 nur 0,15 Prozent. Somit ist dies der niedrigste Wert im Vergleich zu den Vorjahren!

“Fiat Geld ist doch viel sicherer – Krypto hat keine Zukunft”

Das Verhältnis von Fiat zu Krypto zeigt in der Realität aber ein anderes Bild. Kriminelle waschen jährlich 2 bis 5 Prozent des globalen BIP’s mit Fiat-Geld, was circa 0,8-2 Billionen US-Dollar entspricht. Verglichen mit Krypto ist das zumindest 100-mal so viel Geld!

Zudem ist es traurige Wahrheit, dass jene, die unser Fiat-Geld verwahren, die größten Straftaten begehen. So musste beispielsweise die US-Bank Bancorp 2018 dem amerikanischen Staat 613 Millionen Dollar für nicht eingehaltene Geldwäscherichtlinien zahlen. Die Bank erkannte eine Vielzahl von unerlaubten Transaktionen nicht, worauf sie verurteilt wurde.

Der mit Abstand größte Skandal ereignete sich jedoch tatsächlich in Zusammenhang mit einem Drogenkartell. Für die Zusammenarbeit mit dem Sinaloa Kartell, einem der blutigsten Drogenkartelle in Mexiko, wurde die Bank HSBC mit 1,9 Milliarden US-Dollar abgestraft. Besonders kurios ist, dass von den zuständigen Managern kein einziger verhaftet oder bestraft wurde.

EU reagiert mit strengen Geldwäsche-Richtlinien

Die EU-Richtlinie zur Geldwäsche ist bereits seit 10.01.2020 in Kraft und regelt unter anderem die Due-Dilligence-Pflichten bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen aus dem EU-Ausland. Kryptobörsen fallen seit dieser Richtlinie auch in den Anwendungsbereich. Damit will die EU zumindest in puncto Geldwäsche härter durchgreifen. Dass damit sehr viele personenbezogene Daten an staatliche Stellen weitergegeben werden, ist aus datenschutzrechtlicher Sicht problematisch.

Um sich bei einer europäischen Exchange anzumelden, müssen Investoren deswegen ein Know-your-Customer-Prozess (KYC) durchlaufen. Damit können Börsen anhand von persönlichen Daten vom Personalausweis auf die Identität der Benutzer rückschließen.

Zudem unterliegen Kryptobörsen in Deutschland eigenen Regelungen. Alle Börsen müssen seit 2020, aufgrund der Kryptoverwahrregulierung, eine Lizenz bei der Bankenaufsicht haben.

Problemkind Decentralized Finance – Wieso waschen Investoren mit DeFi Geld?

Einen Anstieg von 1.964 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erlebten DeFi-Protokolle: Die an Popularität gewinnenden Protokolle sind beliebte Mittel, um sein Geld zu waschen. Zwar sind die Centralized Exchanges mit 50 Prozent immer noch Spitzenreiter, jedoch ist ihnen DeFi dicht auf den Fersen. Problem ist dabei, dass User keinen KYC-Prozess durchlaufen müssen. Die Protokolle arbeiten auch also ohne vorherige Daten-Abgleichung, wie viele es von den CEX’es kennen.

Auch erwähnt Chainalysis im “Crypto-Crime Report 2022” die Popularität von Rug-Pulls im DeFi Bereich. Rug-Pull bedeutet, dass die Entwickler das Geld aus dem Projekt ziehen. Dazu haben sie zwei Möglichkeiten: Entweder ist im Smart Contract eine Hintertür eingebaut oder alle Token werden durch das Team verkauft.

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Toni begann 2017 während seines Studiums der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, sich für Kryptowährungen zu interessieren. Er entwickelte ein gutes Verständnis des Kryptomarktes und der Investitionsmöglichkeiten, wie ICOs und DeFi durch seine eigene Forschung und Investitionen. Ein echter Krypto-Degen mit akademischem Wissen und viel Berufserfahrung.

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