Die SpaceX-Aktie (SPCX) fällt aktuell auf ein entscheidendes Kursniveau. Eine massive Verkaufswelle hat sie bereits über 30% unter ihren Höchststand im Juni gedrückt. Die spekulative Dynamik, die das Rekord-Debüt angetrieben hatte, lässt schnell nach.
Zwei Wochen nach dem Börsengang mit einer Bewertung von 75 Milliarden USD ist die Aktie von Euphorie in eine Phase der Unsicherheit übergegangen. Auch ein neuer Starlink-Start hat die Aktie nicht bewegt. Nachlassender Hype, eine schwache Raumfahrtbranche und hohe Short-Positionen deuten nun auf weiter fallende Kurse hin.
Hype ist aus dem SpaceX-Verkauf verschwunden
Beim SpaceX-Aktienverkauf ist deutlich zu erkennen, dass der Hype vorbei ist. Ein spezieller Hype-Score, der Momentum, Handelsvolumen, Volatilität und überkaufte Bereiche zu einem Wert von 0 bis 100 zusammenfasst, ist auf 18 gefallen. Das zeigt eine Abkühlung der Spekulation.
Im Vergleich zum Börsendebüt ist das eine klare Trendumkehr. Die SpaceX-Aktie notierte zuerst bei fast 228 USD je Anteil, aktuell liegt der Kurs bei etwa 150 USD.
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Ein Falcon-9-Start von Starlink am 25. Juni brachte keine neue Dynamik. Das zeigt, dass das spekulative Anlegerinteresse vorläufig verschwunden ist. Es bleibt abzuwarten, ob der SpaceX-Kurs heute auf den Starlink-Start reagiert, sobald der Markt öffnet.
Auch das schwindende Handelsvolumen Bestätigt die Situation. Die Aktivität von Käufern und Verkäufern hat seit dem 23. Juni deutlich nachgelassen, wodurch sich die Aktie etwa zwei Tage seitwärts bewegt.
Trotz der ruhigen Lage ist die Geldzufuhr uneinheitlich. Der Chaikin Money Flow (CMF), ein Indikator für Kauf- und Verkaufsdruck, zeigt mit 0,10 einen leicht positiven Wert. Dennoch liegt der Kurs weiter unter seinem volumenbasierten Durchschnittspreis (VWAP).
Das ist wichtig, denn ein Kurs unter dem VWAP bedeutet, dass Käufer seit Handelsstart im Minus liegen. Selbst ein Raketenstart brachte keinen Kursschub. Die nächste Frage ist daher, mit welchen Anlagen SPCX tatsächlich gemeinsam verläuft.
SPCX verhält sich wie eine Raumfahrt-Aktie und nicht wie eine Musk-Aktie
Womit SPCX sich bewegt, beantwortet eine Schlüsselfrage für die Aktie. Innerhalb von 15-Minuten-Phasen korreliert sie zu 0,46 mit Raumfahrt-Aktien wie AST SpaceMobile (ASTS) und Rocket Lab (RKLB), aber nur zu 0,23 mit Tesla (TSLA).
Diese Differenz ist aussagekräftig. SPCX bewegt sich nach branchenspezifischer Dynamik und weniger nach dem Musk-Gründerbonus. Das ist wichtig, denn der Sektor ist schwach. Rocket Lab hat innerhalb eines Monats etwa 44% verloren, und AST SpaceMobile ist im gleichen Zeitraum nach einem schwachen Q1-Umsatz um 45% gesunken.
SpaceX selbst hat diese Schwäche verstärkt, da Kapital aus kleineren Aktien zurück zum Schwergewicht SpaceX wanderte. Ist der schwache Sektor also entscheidend, zeigen Positionsdaten, welche Anlegergruppen am stärksten diesen Abwärtstrend nutzen.
Smart Money ist „short“, aber Optionen setzen die eigentlichen Impulse
Am stärksten setzen die erfahrenen Investoren auf fallende Kurse. Nach Daten von Nansen für den Hyperliquid Perpetual, der den SPCX abbildet, sind smarte Trader, Wale und bekannte Persönlichkeiten alle im Nettosaldo short. Diese einheitliche Haltung ist selten.
Diese Einstellung ist ausgeprägt: Allein die Wale sind mit etwa 21,8 Millionen USD netto short. In sieben Tagen wurden beim Perpetual insgesamt 140,6 Millionen USD verkauft. Die Zahl der Wal-Halter sank in zehn Tagen um etwa 24 %, was auf eine Verteilung der Token hindeutet.
Diese Positionierung dient als Warnung, nicht als Auslöser. Der Perpetual ist mit Oracle-Preisen hinterlegt und bildet die Aktie ab. Er zeigt daher die Haltung und das Sentiment der smarten Anleger, kann aber nicht selbst den Basiswert bewegen.
Was die Kurse bewegen kann, ist der Optionsmarkt durch das Absichern der Händler. Der Börsenstart brachte mit fast 1,6 Millionen Kontrakten einen Rekord für eine Einzelaktie und löste Diskussionen über eine Gamma-Squeeze in Richtung 400 USD aus, bevor die implizite Volatilität bei At-the-Money-Optionen von etwa 169 % auf den mittleren 80er-Bereich zurückging.
Dieser Rückgang hat die Struktur verändert. Die Anfangsdynamik lag bei kurzfristigen Calls mit Ausübungspreisen von 210 bis 250 USD, also deutlich über dem damaligen Kurs von etwa 200 USD. Da der Kurs nun unter diesen Marken liegt, kann das Hedging der Händler Kursrückgänge verstärken statt abfedern, insbesondere da Fidelitys 15-Tage-Flipping-Strafe ab etwa 27. Juni endet und neues IPO-Angebot verfügbar wird.
SpaceX-Aktienkurs: Relevante Preisbereiche
Am Ende kommt alles auf eine Marke an. Der SpaceX Aktienkurs liegt derzeit über 148 USD, dem 0,786 Fibonacci-Level.
Verteidigt der Kurs diese Marke, bleibt die aktuelle Handelsspanne erhalten. Fällt der Kurs auf Schlusskursbasis darunter, gerät die Aktie in eine Gefahrenzone, bei der auf das 1,0er-Retracement bei 136 USD nahe dem IPO-Preis zu achten ist. Darunter liegt die 1,618-Erweiterung bei 103 USD.
Oberhalb dieser Marke besteht noch Handlungsbedarf für Käufer. Sie müssten das 0,618-Level bei 157 USD zurückerobern, um den Druck zu verringern — danach sind 163 und 169 USD wichtige Ziele. Allerdings bleibt das Handelsvolumen niedrig. Ein Ausbruch bei geringem Volumen kann daher schnell wieder drehen, weshalb Unterstützungsbereiche beim SPCX nur auf Schlusskursbasis relevant sind.
Die 148-USD-Marke ist daher entscheidend. Sie trennt ein potenzielles Erholungstief von einem Rückgang in Richtung 136 USD und tiefer.









