Gold und Bitcoin bieten Schutz, doch warum investiert ein Stablecoin-Unternehmen in Ackerland?

  • Tether investiert 600 Millionen USD und übernimmt Mehrheit an südamerikanischem Agrarkonzern.
  • Der Stablecoin-Emittent hält zudem Milliarden in Gold als ausgewiesene Absicherung.
  • Der eigene Reservepuffer ist gerade um 40 % geschrumpft, zum Teil aufgrund dieser Absicherungsgeschäfte.
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Tether, der Herausgeber des größten Stablecoins der Welt, hat 600 Millionen USD ausgegeben, um die Mehrheit an einem südamerikanischen Agrarkonzern zu übernehmen. Damit ergänzt Tether eine Reserve-Strategie, die bereits Milliarden in Gold und Bitcoin (BTC) umfasst, um landwirtschaftliche Flächen.

Dieser Schritt erfolgte nach einer positiven Prüfung durch KPMG, einem der großen vier Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Allerdings ist Tethers eigene Reserve-Puffer seitdem um 40 % gefallen, was Fragen zu den knappen Absicherungen in Vermögenswerten wie Gold aufwirft.

Ackerland ergänzt Gold und Bitcoin in der Reserve-Strategie

Tether erwarb etwa 70 % von Adecoagro, einem an der Nasdaq gelisteten Agrarunternehmen, das mehr als 200.000 Hektar in Argentinien, Brasilien und Uruguay bewirtschaftet. Das Geschäft wuchs bis September 2025 auf rund 600 Millionen USD an, nach einer ersten Beteiligung von 100 Millionen USD im Jahr 2024.

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Analysten beschreiben die Übernahmen als Diversifikation, ähnlich wie bei Tethers Gold- und Bitcoin-Beständen. Tether selbst bezeichnet diese Assets als Absicherung gegen die Abwertung des US-Dollar und Inflation. Das Unternehmen plant zudem, erneuerbare Energie der Agrarflächen für das Bitcoin-Mining zu nutzen.

Ardoino beschreibt Tether als „wahrscheinlich den größten Landbesitzer in Südamerika” und verweist darauf, dass das Agrarunternehmen Hunderttausende Schafe und Rinder hält sowie Milch und Reis produziert. Er sieht die Beteiligung als Teil der gleichen Logik wie Tethers Positionen in Gold und Bitcoin — eine Absicherung gegen systemische Instabilität, nicht als klassische Investition.

„Hier denken wir an die Stabilität der Welt, die durch echte, greifbare Vermögenswerte entstehen muss”, sagte er, und ergänzte, dass Tether „ein Unternehmen bleiben muss, das das Worst-Case-Szenario übersteht”.

Tethers Geschäft umfasst auch US-Staatsanleihen.

Zudem zählt Tether weiterhin zu den größten Haltern von US-Staatsanleihen. Die letzten Angaben zeigen eine Position von rund 141 Milliarden USD im ersten Quartal 2026. Damit setzt das Unternehmen auf knappe, reale Vermögenswerte, stützt aber einen Großteil der Bilanz immer noch auf jene Währung, gegen die es sich absichern will.

KPMGs erste vollständige Prüfung bestätigte Ende 2025 Rücklagen, die die Verbindlichkeiten um 6,8 Milliarden USD überstiegen. Tether-CEO Paolo Ardoino nannte dies einen sauberen Audit — die stärkste Bewertung, die ein Prüfer abgeben kann. Allerdings hat Tether die zugrunde liegenden Testate nicht veröffentlicht.

Tethers eigene Juni-Bestätigung, eine vierteljährliche Reserveübersicht, geprüft von BDO, wies diesen Puffer mit nur noch 4,1 Milliarden USD aus. Das bedeutet einen Rückgang um etwa 40 % in sechs Monaten, vor allem durch nicht realisierte Verluste bei Gold und Bitcoin.

Genau diese Vermögenswerte sollen eigentlich Tethers Bilanz absichern. Ackerland macht die Lage zudem komplexer, da solche Flächen im Notfall kaum schnell verkauft werden können.

Ob die knappe-Asset-Strategie von Tether die Position des Unternehmens am Ende tatsächlich stärkt oder neue Risiken hervorruft, bleibt offen. KPMGs volles Gutachten, das noch nicht veröffentlicht ist, könnte dies klären, sobald es öffentlich wird.


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