Die Kurse von Bitcoin und Gold sind wenige Sekunden nach dem US-Inflationsbericht im August gefallen, haben sich dann aber in wenigen Minuten wieder weitgehend erholt. Die Jahreszahlen entsprachen exakt den Prognosen.
Ausschlaggebend für die Märkte war die Kerninflation auf Monatsbasis. Die Preise ohne Lebensmittel und Energie stiegen im August um 0,3 %, was über den erwarteten 0,2 % der Ökonomen lag.
Warum ein Wert von 2,4 % als hoch gilt
Die jährliche Kerninflation blieb bei 2,4 % und entsprach damit den Erwartungen. Auch die Gesamtrate lag bei 3,4 %. Beide Zahlen lagen vollständig im Rahmen der Prognosen der US-Notenbank.
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Die Zahl für den Monat zeichnet ein anderes Bild. Vor der Veröffentlichung gab es 17 Prognosen für die monatliche Kerninflation. Sie reichten von 0,16 % bis 0,24 %. Alle Werte wurden auf 0,2 % gerundet.
Der tatsächliche Wert lag bei 0,29 % oder etwa 3,5 % auf Jahresbasis. Damit wurde die gesamte Prognosespanne übertroffen.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst, was städtische Haushalte für einen festen Waren- und Dienstleistungskorb bezahlen. Der Kern-CPI lässt dabei Lebensmittel und Energie aus, da diese stark durch Wetter und Ölmarkt beeinflusst werden.
Der Bereich Wohnen macht den größten Anteil aus. Er stieg um 0,3 % im Monat und um 3 % im Jahresvergleich, wie das Bureau of Labor Statistics meldet. Der Bereich Wohnen hatte sich bereits vor der Veröffentlichung abgeschwächt.
Die Energiepreise bestimmten die Gesamtrate. Der Energieindex stieg im August um 2,1 %, und Benzin verteuerte sich um 3,9 %. Über 12 Monate gesehen legte Benzin um 27,4 % zu.
Gold verliert seine Funktion als Inflationsschutz
Der Goldpreis stieg nach Veröffentlichung der Daten schnell auf 4.353 USD, fiel dann im selben Moment auf 4.292 USD und lag zum Zeitpunkt des Artikels wieder bei 4.358 USD. Bitcoin (BTC) zeigte ein ähnliches Muster; der Kurs sank von etwa 77.100 USD auf 76.050 USD, bevor er sich wieder erholte.
BeInCrypto hatte dieses Muster bereits einen Tag zuvor bemerkt, nachdem der Erzeugerpreisbericht am Donnerstag Gold, Bitcoin und den S&P 500 gemeinsam nach unten zog. Die Beobachtung zu Golds schwacher Rolle als Absicherung bestätigte sich innerhalb von 24 Stunden.
Das liegt am Anleihemarkt: Höhere Inflation hebt die Treasury-Renditen, was die Haltung von Vermögenswerten ohne laufende Erträge verteuert.
Gold und Bitcoin bringen beide keine laufenden Erträge. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen lag schon vor Veröffentlichung bei etwa 4,95 %.
Zudem war dies die zweite US-Datenveröffentlichung innerhalb einer Woche, bei der beide Vermögenswerte gleichzeitig fielen. Die August-Arbeitsmarktdaten übertrafen die Prognosen am 4. September um das Dreifache und führten zur gleichen Reaktion.
Die US-Notenbank entscheidet am Mittwoch
Das Offenmarktausschuss der US-Notenbank tagt am 15. und 16. September. Die Zinsentscheidung wird am Mittwochnachmittag veröffentlicht. Daten des CME FedWatch Tools zeigen, dass Investoren nun fast sicher mit einer Zinserhöhung rechnen.
Ökonomen tendieren zu einer Pause, Trader hingegen zu einer Zinserhöhung. Die monatliche Kerninflation unterstützt das Argument der Trader.
Der Erzeugerpreisindex war am Donnerstag in den Bereichen, die für den Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE) relevant sind, robust. Diese Kennzahl, nicht der CPI, ist das offizielle Ziel der Fed. Daher könnte der Kern-PCE im August höher liegen, als diese Kennzahlen vermuten lassen.
Der Zinsmarkt rechnet bereits mit einer strafferen Geldpolitik, da drei Zentralbanken in diesem Monat die Zinsen erhöhen. Auch die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank entscheiden in den kommenden Tagen.
Die schnelle Erholung spricht eher für überdehnte Marktpositionen als für neue Überzeugung. Am Mittwoch wird sich zeigen, ob ein heißer Monat genügt, die US-Notenbank zum Handeln zu bewegen.









