Das US-Finanzministerium hat vergangene Woche Euro und nicht USD verkauft, um den japanischen Yen zu stützen. Die Europäische Zentralbank erfuhr erst nach Abschluss des Geschäfts davon.
Christine Lagarde und Scott Bessent sprachen erst einen Tag später über diesen Schritt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die New Yorker Federal Reserve den Verkauf für das US-Finanzministerium bereits ausgeführt.
Warum Washington Euro statt USD nutzte
Historisch stimmen westliche Zentralbanken seit dem Zweiten Weltkrieg ihre Maßnahmen gegenseitig ab. Währungsinterventionen werden normalerweise gemeinsam und im Voraus geplant.
Washington hat dieses Muster diesmal durchbrochen. Im Gegensatz dazu informierte die US-Regierung die EZB erst, nachdem der Handel abgeschlossen war.
Die Wahl des Euro war bewusst und kein Zufall. Ein Verkauf von USD hätte eventuell als Abkehr von Bessents starker USD-Politik gewertet werden können, daher nutzte das Finanzministerium stattdessen seine Euro-Bestände.
Einige Analysten meinen, die bekannte Yen-Carry-Trade-Regel gilt nicht mehr. Dies führt dazu, dass die Währung auf andere Weise verteidigt werden muss. Bessent hat die Intervention inzwischen in einer eigenen Erklärung zur Yen-Intervention direkt angesprochen.
Ökonomen sehen einen weiteren Zusammenhang: Sie befürchten, dass Japan als Reaktion auf die Maßnahme US-Staatsanleihen verkaufen könnte.
Europa reagiert auf das Vorgehen der USA
Führende Vertreterinnen und Vertreter der EZB bezeichnen diesen Vorgang als Bruch mit der jahrelangen Koordination. Eine Person aus dem engeren Umfeld der Gespräche nannte das Ereignis beispiellos.
Ein Sprecher des US-Finanzministeriums verteidigte jedoch die Entscheidung.
„Entscheidungen zur Verwendung des Exchange Stabilization Fund trifft das US-Finanzministerium. Dabei werden Bewertungen des Marktes, der Liquidität, Bewertungen sowie weitere relevante Aspekte durch das Finanzministerium und die Federal Reserve berücksichtigt.”
Ein hochrangiger Vertreter der US-Präsident Trump-Regierung widersprach der Kritik. Er betonte, Washington wahre die Vertraulichkeit der Gespräche mit ausländischen Partnern und hob hervor, dass das Vorgehen einen Unterschied zum Umgang der EZB mit der Situation darstelle.
Auswirkungen am Markt und Ausblick
Die Intervention brachte den Yen von etwa 164 auf rund 158 gegenüber dem USD. Japanische Aktien überstanden den Schock mit nur geringen Verlusten.
Trader rechnen mittlerweile mit einer Chance von 44 %, dass die japanische Notenbank im September die Zinsen anhebt. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda betont, dass die Risiken durch die steigende Inflation weiterhin zu Vorsicht mahnen.
Das Vorgehen lässt die europäischen Entscheidungsträger nun rätseln, ob es sich um einen Einzelfall handelt. Es könnte zudem ein Hinweis sein, wie die US-Präsident Trump-Regierung künftig die Verteidigung von Währungen mit Verbündeten organisiert.









