Wird Inflation am Markt unterschätzt? Vanguard ist überzeugt

  • Vanguard eröffnet Long-Position bei kurzfristigen inflationsgeschützten US-Staatsanleihen
  • Die Differenz zwischen den Preisen für Kraftstoff und Rohöl erreicht den höchsten Stand seit 2022.
  • Öl reagiert auf jede Entwicklung im Konflikt zwischen den USA und Iran, Kraftstoffpreise bleiben volatil
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Vanguard Asset Management kauft eine Absicherung gegen anhaltend hohe Inflation in den USA, nachdem eine Kennzahl aus dem Ölmarkt, der Crack Spread, ein Hoch seit 2022 erreicht hat.

Das Team für aktive Fonds des Unternehmens hat eine Long-Position in kurzfristigen inflationsgeschützten US-Staatsanleihen eröffnet. Vanguard setzt darauf, dass die Märkte das Risiko anhaltender Preisdrucke unterschätzen.

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Ein Ölmarkt-Signal: Von Anleiheinvestoren selten beachtet

Der Crack Spread misst die Differenz zwischen den Preisen für raffinierte Kraftstoffe und dem für deren Herstellung genutzten Rohöl. Für Öl-Trader ist dies eine typische Kennzahl. Anleiheinvestoren achten jedoch kaum darauf.

Allerdings hat sich der Crack Spread auf das höchste Niveau seit 2022 ausgeweitet. Rohöl ist seit dem fragilen Waffenstillstand zwischen den USA und Iran gefallen.

Benzin ist ebenfalls gesunken, konnte den Rückgang jedoch nicht vollständig nachvollziehen. Gleichzeitig verhalten sich Kerosin, Diesel und Heizöl inzwischen auch anders in Bezug auf die Ölpreise.

Es ist erwähnenswert, dass hohe Kraftstoffpreise dafür sorgen, dass die Inflation hoch bleibt, selbst wenn die Rohölpreise fallen. Zwei Faktoren verknappen das Kraftstoffangebot.

Der Krieg im Iran hat dazu geführt, dass die Raffinerien weltweit weniger Kraftstoff produzieren. Ukrainische Angriffe auf russische Anlagen haben Moskau außerdem dazu veranlasst, den Export von Diesel zu verbieten, was das Angebot zusätzlich reduziert hat.

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Warum Vanguard Inflation als unterbewertet ansieht

Ales Koutny, Leiter der internationalen Zinsen bei den aktiven Fonds von Vanguard, sagt, sein Team beobachte den Crack Spread, um Hinweise zu bekommen, ob die Kraftstoffpreise wieder steigen und die Inflation antreiben könnten.

„Die Frage ist, ob sich der Spread normalisieren wird oder ob die geringe Korrelation ein dauerhaftes Merkmal bleibt, das das Inflationsrisiko beeinflussen könnte. Diese Abweichungen könnten beide Seiten der Diskussion betreffen und dies könnte ziemlich bedeutend sein“, sagte er.

Das Umfeld verändert sich schnell. Laut Berichten hat Iran drei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen, woraufhin neue US-Angriffe erfolgten. US-Präsident Trump erklärte dann, dass das Vereinbarungs-Memorandum mit Teheran für Juni „vorbei” sei, was die Ölpreise nach oben trieb.

Gleichzeitig sind die sogenannten Zwei-Jahres-Breakeven-Raten auf fast den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren gefallen. Damit erwarten die Märkte, dass die Inflation nur leicht über dem 2%-Ziel der US-Notenbank bleibt.

Koutnys Team sieht das anders. Zusammen mit der Short-Duration-Position bei US-Staatsanleihen ist das Team auch bei Breakeven-Trades mit längerer Laufzeit engagiert. Es ist überzeugt, dass die Märkte das Risiko einer länger anhaltenden Inflation unterschätzen.

Bloomberg berichtet zudem, dass das Team die eigenen Modelle anpasst, um nicht nur Rohöl, sondern auch einzelne Ölprodukte zu berücksichtigen, um das Inflationsrisiko besser einschätzen zu können.

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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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