Venture-Capital im Krypto-Bereich: Wie arbeiten VCs?

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IN KÜRZE
  • Wie arbeiten Venture-Capital-Unternehmen?

  • Welche Kriterien machen ein gutes Start-up aus?

  • Politik und Regulierungen sind ein leidvolles Thema.

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Wie bewerten Experten Start-ups im Krypto-Bereich? Wir geben Einblick in die tägliche Arbeit von Benjamin Horvath. Er ist Founding Partner von Blockrocket, einem Venture-Capital-Unternehmen aus Berlin.

Du suchst, bewertest, analysierst und am Ende floppt dein Krypto-Investment trotzdem. Nachdem du all deinen Freunden bereits erzählt hast, dass du mit dem Shitcoin reich wirst, musst du nun zurückrudern. Deswegen wollen dir Einblick in das Venture-Capital Blockrocket geben. Einige Tipps sollten auch dir bei der Evaluierung des nächsten Krypto-Startups helfen.

Zuerst einmal: Was genau ist ein “VC” (Venture-Capital)?

Im Alltag verwenden wir häufig VC für das dahinterliegende Unternehmen/Person, welche Venture-Capital zur Verfügung stellt. Das sind Kapitalgeber, die in äußerst frühe Phasen eines Unternehmens investieren. Blockrocket investiert z.B. in die Pre-Seed und Seed-Phase eines Unternehmens.

Laut Benjamin kommen alle Projekte in Betracht, welche “Pre-Product Market Fit” haben. Umsatz oder Wachstum sind bei solchen Unternehmen zumindest fürs Erste nicht absehbar.

“Das kann wirklich von drei Jungs und Mädchen in der Garage bis zu einem bereits fertigen Produkt reichen – wir investieren in unterschiedliche Projekte.”

Das Garagenprodukt, das über Nacht zum Bestseller wird, hört sich eher nach Hollywood-Film an, entspricht aber tatsächlich der Realität. “Wir reden hier von Unternehmen, die sich im Lebenszyklus zwischen 6 und 18 Monaten befinden”, so Benjamin.

Blockrocket investiert üblicherweise zwischen 100- und 500.000 Euro in Projekte – im Gegenzug gibt es entweder Anteile oder Token des Unternehmens.

Was sieht sich Venture-Capital an Projekten genau an?

Die Frage der Fragen: Wie bekomme ich als Start-up-Gründer Geld von VCs? Gerade diese ist nicht so einfach zu beantworten, bestätigt uns Benjamin. Tatsächlich variiert es von Unternehmen zu Unternehmen, Branche zu Branche.

“Wir versuchen das ganze so einfach wie nur möglich zu halten. Unternehmen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sich durchzusetzen, das sind die nach denen wir suchen.”

Eine Wette auf die Zukunft, könnten Außenstehende das ganze beschreiben.

“Und die Zukunft vorherzusagen, ist verdammt hart.”

Dabei geht Benjamin so vor, dass er die Zeit effektiv nutzt, um so viel wie möglich über das Unternehmen herauszufinden. Welche Kriterien er sich im Detail ansieht?

Die Frage sollte laut ihm eher lauten: Welche Ausschlusskriterien sollten nicht vorkommen? Seine Arbeit besteht im Prinzip darin nach Fehlern zu suchen, da es deutlich leichter ist diese zu finden, als ein oder zwei Sachen, die besonders hervorstechen.

Dabei ist das Team der mit Abstand wichtigste Faktor. Am besten sollte diese Erfahrung in einer bestimmten Branche vorweisen können: “Wenn du ein Team hast, dass eine Lösung in der Finanzbranche entwickelt, sollten es auch Erfahrung vorweisen können. Zwischen 5, 10 oder 15 Jahren, je nachdem, was sie gemacht haben.”

Ein Faktor könnten auch die Opportunitätskosten sein. Könnte ein Founder in einer Bank beispielsweise 200.000 Euro im Jahr verdienen, entscheidet sich aber für das Start-up ist das auch ein Pluspunkt – ist aber lange kein Kriterium für Erfolg.

Was Blockrocket auch macht, ist Persönlichkeitsassessments auszusenden. Teilweise bestehen diese aus 2-300 Fragen und sollen unter anderem helfen herauszufinden, ob der Founder das Wissen aus seinen vorherigen Jobs für das Start-up nutzen kann.

Ob eine Idee alleine reicht, um Geld zu bekommen?

Die Antwort ist vielleicht: Ist das Team erfahren und hat ein ausgeklügeltes Konzept, könnte es auch ohne Prototyp Kapital bekommen.

Dann kann ja einem erfolgreichen Start-up in Deutschland nichts mehr im Weg stehen, oder?

Krypto in Deutschland – Eine Hassliebe

Wieso Deutschland die Entwicklung rund um das Web 2.0 verschlafen hat und was wir tun müssen, um im Web 3.0 erfolgreicher zu sein? Laut Benjamin müssen wir Ökosysteme schaffen, in welchen sich die besten Leute gerne aufhalten.

“Im Silicon Valley gehen die Leute auch hin, weil sie wissen, dass dort die besten Firmen, VCs, das meiste Geld und das größte Wissen ist.”

Seiner Meinung nach sollte Deutschland dieses Ziel anpeilen. Ob es dann nicht tatsächlich zur Entwicklung vieler kleiner Ökosysteme kommt, weil die Arbeitnehmer lieber remote arbeiten, wird sich zeigen. Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland zu holen, ist laut Benjamins persönlicher Erfahrung, zumindest auf Bundesebene, ein Desaster.

Deutschland in der Krypto-Regulierung
Ein Bild von BeInCrypto

Die ganze Thematik rund um Krypto-Regulatorik sieht Benjamin nicht als Problem. Allerdings würde er sich wünschen, dass die Politik etwas mehr Bedacht auf den gesamten Krypto-Space nimmt. “Die Politiker sollten doch besser bei der Community nachfragen, wie deren Meinung zu Regularien ist. Zum Glück gibt es Initiativen der Community gegen bestimmte Maßnahmen”, führt er aus.

Von der Politik wünscht er sich ein langfristiges Denken, denn auch im VC-Bereich denken die Investoren mit einem Horizont von 5 bis 10 Jahren. Den Wohlstand, den wir zurzeit haben, sollten wir uns auch konstant neu erarbeiten.

Eine Preis-Vorhersage für den Bitcoin 2025 will uns Benjamin zwar nicht geben, aber er verweist auf einen Report der amerikanischen Investmentfirma Ark Invest: Dort kommen Analysten laut Berechnung auf einen Preis für Bitcoin von ca. 300- bis 400.000 US-Dollar.

“Wenn Konzerne und Regierungen in Bitcoin investieren, dann steigt der Preis natürlich.”

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Toni begann 2017 während seines Studiums der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, sich für Kryptowährungen zu interessieren. Er entwickelte ein gutes Verständnis des Kryptomarktes und der Investitionsmöglichkeiten, wie ICOs und DeFi durch seine eigene Forschung und Investitionen. Ein echter Krypto-Degen mit akademischem Wissen und viel Berufserfahrung.

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