Visa hat sein Stablecoin-Abwicklungsprogramm am 29. April auf neun Blockchains erweitert. Dies zeigt, dass die institutionelle Einführung von blockchain-basierten Zahlungswegen schneller erfolgt, als es die traditionelle Finanzwelt erwartet hat.
Zu den neuen Blockchains gehören Arc, Base, Canton, Polygon und Tempo. Damit werden jetzt neben Avalanche, Ethereum, Solana und Stellar insgesamt neun Netzwerke unterstützt. Die jährliche Abwicklungssumme liegt nun bei 7 Milliarden USD, ein Anstieg um 50 % gegenüber dem vergangenen Quartal. Dies deutet darauf hin, dass der Markt die Testphase verlässt und sich auf den praktischen Einsatz konzentriert.
Hinweis: Visa ist auch für die Auszeichnung „Beste Stablecoin-Infrastruktur“ bei den BeInCrypto Institutional 100 Awards 2026 nominiert.
Abwicklung über mehrere Blockchains wird zu einer Wettbewerbsnotwendigkeit
Die Erweiterung von Visa zeigt, wie sich die Herangehensweise von Finanzinstitutionen an Zahlungsinfrastrukturen verändert. Statt nur eine Blockchain zu wählen, möchten Partner jetzt mehr Flexibilität über verschiedene Netzwerke mit unterschiedlichen Stärken.
„Unsere Partner bauen in einer Multi-Chain-Welt, und sie erwarten, dass ihre Optionen diese Realität widerspiegeln”, sagte Rubail Birwadker, globaler Leiter für Produktwachstum und strategische Partnerschaften bei Visa.
Jede Blockchain deckt einen bestimmten Anwendungsfall ab. Arc, von Circle entwickelt, richtet sich auf programmierbares Geld und Innovation auf der Blockchain. Base, von Coinbase initiiert, konzentriert sich auf hohe Retail-Volumina.
Canton ist für regulierte Kapitalmärkte mit flexibler Privatsphäre gedacht. Polygon bietet günstige Transaktionen für die Massenadoption. Tempo setzt auf private, schnelle Stablecoin-Abwicklungen in Echtzeit.
Diese Spezialisierung passt zu einem allgemeinen Trend in der Blockchain-Infrastruktur, bei dem kein einzelnes Netzwerk versucht, alle Herausforderungen allein zu lösen.
Vom Konzeptnachweis zum aktiven Einsatz
Das Pilotprojekt hat das reine Versuchsstadium verlassen. Visa hat Stablecoin-Abwicklungen bereits in Europa, Lateinamerika, Asien-Pazifik sowie in der CEMEA-Region eingeführt.
Das Unternehmen hat die USDC-Abwicklung zudem auf US-Banken ausgeweitet und unterstützt über 130 Stablecoin-basierte Kartenprogramme in 50 Ländern.
Das Wachstum des Abwicklungsvolumens um 50 % im Quartal zeigt, dass Institutionen auf Stablecoins vertrauen, statt sie nur spekulativ zu testen. Banken binden Stablecoins tatsächlich in ihre Zahlungsabläufe ein und arbeiten nicht bloß in Testumgebungen.
„Dass Visa Polygon integriert, zeigt, dass Stablecoins nun auch im Massenzahlungsverkehr genutzt werden”, sagte Marc Boiron, CEO von Polygon Labs. „Durch die Verbindung von Visas globaler Reichweite mit Polygons schneller und günstiger Infrastruktur machen wir Stablecoin-Abwicklungen für Partner auf der ganzen Welt praktischer, verlässlicher und zugänglicher.”
Was das für die Krypto-Infrastruktur bedeutet
Die Ankündigung von Visa zeigt, dass der Markt reifer wird. Blockchain-Zahlungen konkurrieren jetzt direkt mit traditionellen Systemen hinsichtlich Geschwindigkeit, Kosten und Verlässlichkeit, statt nur Ideologien zu verfolgen.
Institutionen fragen nicht mehr, ob Blockchain-Abwicklungen funktionieren, sondern auf welcher Blockchain ihre spezifischen Prozesse am besten laufen. Dieser Wechsel von der experimentellen zur praktischen Anwendung ist echter Fortschritt für die Integration der Blockchain in die Mainstream-Finanzwelt.
Dass Visa als Innovator für Krypto-Infrastruktur anerkannt wird, spiegelt diese Entwicklung wider. Das Unternehmen nimmt nun aktiv Einfluss, wie Blockchains als praktische Werkzeuge für Zahlungen weltweit genutzt werden.
Die nächste Phase wird zeigen, ob die Aufteilung auf mehrere Blockchains die Zahlungsabwicklung reibungsloser macht oder ob neue betriebliche Herausforderungen entstehen, die die Vorteile wieder einschränken.





