Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat ein neues Konzept für die Sicherheit in Krypto vorgestellt. Er gibt praktische Tipps, die auf Redundanz, Prüfung aus mehreren Blickwinkeln und einer benutzerfreundlichen Gestaltung beruhen.
Er meint, der beste Schutz für Nutzer ist, die Lücke zwischen dem, was sie wollen, und dem, wie das System funktioniert, zu schließen.
Vitalik Buterin zeigt, wie Krypto-Nutzer mehr Sicherheit bekommen
Buterins Ideen zeigen, dass perfekte Sicherheit kaum möglich ist. Diese Gedanken kommen zu einer Zeit, in der Krypto-Plattformen immer noch mit Wallet-Hacks, Smart-Contract-Angriffen und schwierigen Datenschutzproblemen kämpfen.
Durch die Verbindung von Sicherheit und Nutzererlebnis gibt Buterin Entwicklerinnen und Entwicklern eine Roadmap, um Schutz und Nutzerfreundlichkeit zu vereinen.
Buterin erklärt Sicherheit so, dass die Abweichung zwischen Nutzerwunsch und Systemverhalten möglichst klein bleibt.
Zwar hilft das Nutzererlebnis meist dabei, diese Lücke zu verringern, aber Sicherheit ist besonders bei seltenen Fällen wichtig, bei denen gegnerisches Verhalten schwerwiegende Folgen haben kann.
„Perfekte Sicherheit ist unmöglich – nicht weil Computer Fehler haben oder Menschen bei der Entwicklung Fehler machen, sondern weil der Nutzerwunsch an sich sehr komplex ist“, schrieb Buterin in einem Beitrag.
Er erklärt, selbst scheinbar einfache Aktionen, wie das Versenden von 1 ETH, hängen von Annahmen über Identität, Chain-Forks und grundlegendem Wissen ab, das man nie ganz im Code abbilden kann.
Komplexere Ziele, wie der Schutz der Privatsphäre, machen alles noch schwieriger: Muster in den Metadaten, Zeitpunkte von Nachrichten und das Verhalten insgesamt können sensible Informationen herausgeben. Deshalb ist es oft schwer, zwischen „kleinen“ und „schweren“ Verlusten zu unterscheiden.
Das Problem erinnert an alte Diskussionen zur KI-Sicherheit. Damals war es schon schwer, menschliche Ziele zu definieren. In Krypto ist es ähnlich schwierig, menschliche Wünsche als Code zu beschreiben.
Redundanz und mehrfache Überprüfung aus verschiedenen Blickwinkeln
Um diese Begrenzungen auszugleichen, schlägt Buterin Redundanz vor: Nutzer sollen ihren Wunsch auf mehrere Arten angeben. Das System handelt nur, wenn alle Vorgaben zusammenpassen.
Dieser Ansatz passt in viele Bereiche, etwa bei Ethereum-Wallets, Betriebssystemen, formalen Prüfungen und Hardware-Sicherheit.
Programmiersprachen fordern etwa, dass Entwickler sowohl die Logik als auch die Datenstrukturen bestimmen. Stimmen sie nicht überein, läuft das Programm nicht.
Formale Prüfung prüft mathematische Eigenschaften, damit der Code wie gewünscht arbeitet. Simulierte Transaktionen zeigen Nutzerinnen vorher schon, was on-chain passieren würde.
Post-Assertions fordern, dass Handlung und gewünschtes Ergebnis übereinstimmen müssen. Multisig-Wallets und Möglichkeiten zur Wiederherstellung mit mehreren Schlüsseln verteilen die Kontrolle. Somit sichert ein einzelner Fehler nicht das komplette System.
Vitalik Buterin über KI & Sicherheit
Buterin sieht auch große Sprachmodelle (LLMs) als hilfreiches Werkzeug. Er nennt sie eine „Simulation des Nutzerwunsches“.
Allgemeine LLMs spiegeln oft den gesunden Menschenverstand wider. Modelle, die gezielt für eine Person angepasst sind, können erkennen, was für diese normal oder ungewöhnlich ist.
„LLMs dürfen niemals als einziger Entscheider für den Nutzerwunsch genutzt werden. Sie sind aber eine Blickrichtung, um den Wunsch etwas besser einzuschätzen“, so Buterin.
Die Verbindung von LLMs mit klassischen Redundanz-Methoden kann helfen, Fehler zu erkennen, ohne einen einzigen Schwachpunkt zu schaffen.
Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit im Einklang
Wichtig ist für Buterin auch, dass Sicherheit normale Abläufe nicht unnötig erschweren darf.
Gering riskante Aufgaben sollen einfach oder sogar automatisch funktionieren. Hohe Risiken, wie Überweisungen an neue Adressen oder besonders große Beträge, benötigen dagegen mehrere Prüfungen.
Durch diesen abgestimmten Ansatz bleibt der Schutz hoch, ohne Nutzer zu frustrieren.
Mit Redundanz, Prüfung aus mehreren Blickwinkeln und KI-Unterstützung gibt Buterin einen Plan, wie Krypto-Plattformen Risiken senken können – und gleichzeitig nutzerfreundlich bleiben.
Perfekte Sicherheit ist vielleicht unerreichbar. Aber ein gestuftes, auf Menschen zugeschnittenes System schützt Nutzer und stärkt das Vertrauen in dezentrale Systeme.