Volatilitätsunterbrechung: Wall Street setzt Handel nach Crash für 15 Minuten aus

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Nach einem Börsencrash der Wall Street am gestrigen Tag wurde der Handel für 15 Minuten unterbrochen. Eine solche Volatilitätsunterbrechung erfolgt automatisch, wenn Börsenindizes um einen bestimmten Wert fallen. Die Verwendung solcher “Stromkreisunterbrecher” ist jedoch umstritten.



Die US-Aktienmärkte erlebten einen schwarzen Montag. Dabei fiel der Dow Jones im Vergleich zum Schluss der Vorwoche um -7,6%. Der NASDAQ stürzte um -6,9% nach unten und der S&P 500 verlor -7,7%. Am heutigen Tag erholten sich die drei Aktienindizes wieder weitgehend und legten zum Handelsschluss um +4,9% (Dow Jones), +5,3% (NASDQ) und +5,0 (S&P) zu.

Volatilitätsunterbrechung nach S&P-Absturz

Dabei löste der Absturz des S&P 500 am Montag eine Handelsunterbrechung von 15 Minuten aus. Eine solche Volatilitätsunterbrechung, im Englischen als Trading Curb oder Circuit Breaker (“Stromkreisunterbrecher”) bezeichnet, friert automatisch den Handel ein, sobald bestimmte Aktienindizes im Vergleich zum Schluss des Vortags um einen bestimmten Wert fallen.



Dabei hat die Wall Street ein dreistufiges Modell. Bei einem Absturz um -7,0% wird dabei der Handel um 15 Minuten unterbrochen. Rutscht der S&P 500 auf -13,0% erfolgt eine weitere Handelspause von 15 Minuten. Bei -20,0% wird der Handel für den gesamten Rest des Tages ausgesetzt. [CNBC]

Dies ist die erste Volatilitätsunterbrechung an der Wall Street, seit die Regeln dafür im Jahr 2013 geändert wurden. Die letzte Volatilitätsunterbrechung unter den alten Regeln fand im Jahr 1997 statt. Auch an an der Börse in Kuwait wurde am Montag eine Unterbrechung des Handels ausgerufen.

Kontroverse um Stromkreisunterbrecher

Auch in der Kryptowirtschaft sind gelegentlich Handelsausfälle bei zentralisierten Krypto-Börsen zu verzeichnen. Diese treten jedoch in der Regel ungeplant, aufgrund von technischen Problemen auf. Jüngste Beispiele hierfür sind die “ungeplante Wartung” bei Binance und die DDoS-Angriffe auf OKEx und Bitfinex. Abhilfe können hier nur dezentrale Handelsplattformen (“DEXes”) schaffen.

Automatische Handelsunterbrechungen an der Börse sind jedoch kontrovers. Die Befürworter geben an, dass eine solche Unterbrechung Händlern Zeit geben würde, um sich über die geänderte Marktsituation zu informieren und überlegte Entscheidungen zu treffen. Jedoch fand eine Studie von Lee et al. heraus, dass Handelsunterbrechungen die Volatilität eher vergrößern, als zu verringern.

Dies könnte daran liegen, dass Händler ihre Positionen sofort nach einer Volatilitätsunterbrechung schließen. Auch kann bereits im Vorfeld einer Volatilitätsunterbrechung beobachtet werden, dass Händler aus dem Markt aussteigen, wenn sich die Indizes einem Grenzwert nähern.

Weiterhin sind einige wenige Händler, hauptsächlich solche, die mit großen Banken und Hedgefonds assoziiert sind, von der Volatilitätsunterbrechung ausgeschlossen. Dies gibt ihnen einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Anlegern.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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