Changpeng Zhao konnte bei der globalen Einführung der WhatsApp-Benutzernamen in dieser Woche seinen Wunschnamen nicht reservieren. Dieser Vorfall zeigt, wie einfach Betrüger bekannte Namen ausnutzen könnten, da WhatsApp Telefonnummern als Hauptkennung ablöst.
CZ, der frühere Chef von Binance, gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Krypto-Branche. Sein fehlgeschlagener Versuch verdeutlicht ein größeres Risiko, das mit dem neuen System bei WhatsApp entsteht.
WhatsApps Start von Benutzernamen sorgt für Warnungen vor Betrug
WhatsApp ermöglicht es den Nutzern seit dieser Woche, eigene Benutzernamen zu reservieren und ersetzt damit Telefonnummern als Hauptkontaktmöglichkeit.
WhatsApp erklärte, dass Ersteller, kleine Unternehmen und Organisationen ihre bereits vorhandenen Instagram- oder Facebook-Namen in der App beanspruchen können. Ein optionaler Benutzername-Schlüssel erhöht die Sicherheit, doch das First-come-first-served-Prinzip sorgt dafür, dass ungesicherte Namen jedem offenstehen, der sich zuerst anmeldet.
WhatsApp will zudem neue Kontakte einschränken und wiederholte Versuche, den Benutzernamenschlüssel zu erraten, blockieren. Diese Maßnahmen richten sich gezielt gegen die Missbrauchsmuster, die Telegram bereits Probleme bereitet haben.
Betrüger können auch ähnlich aussehende Zeichen ausnutzen, zum Beispiel ein großes I gegen ein kleines l austauschen. Dieser Trick ist kaum zu erkennen, wenn man die Namen nicht direkt vergleicht.
WhatsApp-Nutzer sichern sich begehrte Benutzernamen in der Hoffnung auf künftigen Gewinn
Immer mehr Nutzer versuchen, beliebte WhatsApp-Benutzernamen frühzeitig zu sichern. Dieses Muster ähnelt dem Hype um begehrte Namen bei Telegram, bei dem frühe Nutzer siebenstellige Beträge für prominente Benutzernamen erzielten.
Telegram-Gründer Pavel Durov sagte im Juli 2025, dass ein früher “@crypto” Benutzername ein Angebot über 25 Millionen USD erhalten hat. Daten aus 2025 zeigen, dass “@news” für 5,8 Millionen USD verkauft wurde. Einige Nutzer hoffen nun, dass auf WhatsApp früh gesicherte Namen von bekannten Marken, Prominenten und Krypto-Begriffen einen ähnlichen Wert bekommen könnten.
WhatsApp-Benutzernamen können kostenlos direkt in der App reserviert werden. Meta bietet keinen Marktplatz für Kauf oder Verkauf dieser Namen an. Anders als bei Telegrams plattformbasiertem Fragment-System könnte dieser Umstand den möglichen Wiederverkaufswert einschränken.
Was Nutzer zum eigenen Schutz tun können
Das Beispiel von CZ zeigt, worum es geht, wenn Betrugsversuche durch Nachahmung sich verändern. Ein aktueller Betrug mit vorgetäuschten Influencer-Identitäten und Staking hat bereits zu einer Verurteilung geführt, was zeigt, dass die Behörden zunehmend darauf achten.
Sicherheitsforscher empfehlen, WhatsApps optionalen Benutzernamen-Schlüssel manuell zu aktivieren, da Meta diese Funktion standardmäßig nicht einschaltet. Ohne diesen Schutz kann jeder, der den Benutzernamen kennt, sofort Kontakt aufnehmen.
Um den Schlüssel zu aktivieren, ist ein vierstelliger Code nötig, bevor Fremde Nachrichten senden können. Experten raten auch, auf ähnlich aussehende Zeichen zu achten, da ein reservierter Benutzername allein keine Echtheit garantiert.
Am sichersten ist es, Kontakte mit hoher Bekanntheit immer über deren offiziellen, verifizierten Account zu bestätigen, bevor Sie einer Nachricht vertrauen.
Wie es für WhatsApp-Nutzer weitergeht
Krypto-Nutzer sind aktuell ohnehin einem höheren Betrugsrisiko ausgesetzt. Verluste durch Hacks im Juni zeigen, dass Angreifer sowohl Plattformen als auch Einzelpersonen ins Visier nehmen. Diese Gefahr durch Betrugsversuche mit Nachahmung steht im Zusammenhang mit einer größeren Branchen-Debatte, unter anderem wegen der anhaltenden Diskussion rund um Quantenrisiken und neuen Gefahren für digitales Vertrauen.
Die vollständige Einführung der WhatsApp-Benutzernamen dauert noch einige Wochen, sodass Meta Zeit für weitere Schutzmaßnahmen hat. Offen bleibt jedoch, ob diese rechtzeitig umgesetzt werden, bevor Betrüger neue Wege finden — das ist entscheidend für die drei Milliarden Nutzer der Plattform.









